Was macht eigentlich... Paul Michael Glaser


Mit der Fernsehserie Starsky & Hutch um zwei ungleiche Cops wurden er und sein Partner David Soul Ende der 70er Jahre weltberühmt

Zur Person

Paul Michael Glaser, 61, lebt mit seiner zweiten Frau Tracy und der gemeinsamen Tochter Zoe in Santa Monica. Seine erste Frau Elizabeth infizierte sich 1981 an einer unreinen Bluttransfusion mit Aids und übertrug dies unwissentlich auf ihre Kinder Ariel und Jake. Ariel starb mit sieben Jahren, Elizabeth 1994. Jake ist inzwischen 19 Jahre alt. Glaser führt heute Regie oder spielt kleinere Rollen, wie jetzt in "Something's Gotta Give" mit Diane Keaton. Mit der Fernsehserie Starsky & Hutch um zwei ungleiche Cops wurden er und sein Partner David Soul Ende der 70er Jahre weltberühmt.

Das Interview mit Paul Michael Glaser führte Andreas Renner

Ist Ben Stiller jetzt in der Kinoversion von "Starsky & Hutch" ein würdiger Nachfolger des Polizisten David Starsky?

Lassen Sie mich es so formulieren: Der Film ist ganz lustig, und die meisten Zuschauer werden ihren Spaß haben.

Das klingt aber nicht besonders euphorisch.

Ich bin vielleicht nicht der richtige Ansprechpartner, um eine Rolle zu beurteilen, an der mal mein Herzblut hing. An der Neuauflage stört mich vor allem, dass die Kinobesucher in erster Linie über die beiden Charaktere Starsky und Hutch lachen. Und nicht mit ihnen, wie dies in der TV-Version der Fall war.

Dennoch haben Sie und David Soul einem Gastauftritt am Ende des Films.

Es war offensichtlich die Absicht von Ben Stiller, eine Persiflage zu drehen. Und wir haben gemerkt, dass wir nichts dagegen tun können. Und so wollten wir mit einem Gastauftritt wenigstens den echten Fans der Serie einen kleinen Tribut zollen können.

Zwischen Ihnen und David Soul soll es damals am Set oft gekracht haben.

Vor der Kamera hat die eigenwillige Chemie zwischen uns wunderbar funktioniert, die permanenten Sticheleien zwischen Starsky und Hutch in der Serie hätten durchaus auch von Glaser und Soul abseits der Dreharbeiten stammen können. Keine Frage, wir bewegten uns in einem ständigen Konkurrenzkampf. Wir waren aber zugleich so etwas wie eine Zweckgemeinschaft im Kampf gegen den Produzentenclan.

Was gab's da für Probleme?

Nachdem die Serie immer erfolgreicher wurde, wollten David und ich mehr Einfluss auf den Inhalt nehmen. Wir haben beide bei einzelnen Episoden Regie geführt, wobei die Produzenten nur darauf gewartet haben, dass wir scheitern. Aber den Gefallen haben wir ihnen nicht getan. Für mich waren diese Erfahrungen wichtig, denn ich habe so meine Leidenschaft für das Filmemachen entdeckt.

Als Regisseur arbeiteten Sie 1987 mit Arnold Schwarzenegger für den Film "Running Man" zusammen. Haben Sie ihn jetzt auch als Gouverneur gewählt?

Nein, um Himmels willen.

Sie haben Ihre Tochter Ariel und Ihre erste Frau Elizabeth auf tragische Weise verloren. Beide starben an den Folgen von Aids, sie hatten sich mit einer HIV-verseuchten Blutkonserve infiziert. Ihr Sohn Jake trägt den Virus noch in sich, wie geht es ihm?

Jake ist 19 und besucht das College. Es geht ihm gut. Wissen Sie, ich rede nicht gern über dieses Kapitel meines Lebens. Mittlerweile bin ich wieder glücklich verheiratet und habe eine kleine Tochter.

David Soul hat gesagt, dass sein größter Fehler war, seinen Anteil an den weltweiten Vermarktungsrechten von "Starsky & Hutch" verkauft zu haben. Damit seien ihm Millionen von Dollar durch die Lappen gegangen. Waren Sie schlauer?

Die Serie hat mir ein gutes Leben ermöglicht, aber gemessen an den heutigen Verhältnissen mit Millionengagen war unser Verdienst recht bescheiden.

Haben Sie noch Kontakt zu David Soul?

Wir haben uns bei der Premiere des Films in Los Angeles erstmals nach Jahren wieder getroffen. Er ist nicht verarmt, wie sich das der Journalist einer englischen Zeitung aus den Fingern gesogen hatte. Es geht ihm gut. Er ist zwar etwas grau geworden um die Schläfen, aber ansonsten sieht er noch ganz passabel aus für seine 60 Jahre. Die Wahrheit ist: Wir werden uns jetzt wohl wieder aus den Augen verlieren - bis zur nächsten "Starsky & Hutch"-Reunion.

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