Alta Moda "Lesbo-Schick" und Wutausbrüche

Skandale scheinen im Mittelpunkt der diesjährigen "Alta Moda"-Schauen in Rom zu stehen: Als "Lesben-Mode" wurden die Kreationen von Mariotto beschimpft, Altmeister Sarli beendete sein Defilee mit einem Wutausbruch.

Mit Mangas, knappen Minis und einem Wutausbruch haben in Rom die Alta-Moda-Tage begonnen. Bei einer umjubelten Schau präsentierte Altmeister Fausto Sarli zum Auftakt seine an japanischen Comics orientierten Entwürfe. Stargast des Abends war Ex-Miss-Italia Cristina Chiabotto, die ein aufwendiges ärmelloses Brautkleid mit breitem Rokoko-ähnlichen Kragen vorführte. Obwohl Zeitungen die Schau im Konzertsaal Auditorium als "triumphal" bezeichneten, hatte Sarli anschließend jedoch die Nerven blank liegen.

Auf Grund völlig fehl geschlagener Organisation hatten sich weit mehr Gäste zu dem Defilee versammelt, als in den Saal passten. Es sei zu Schubserein und Gedränge gekommen. Selbst Vize-Bürgermeisterin Pia Garavaglia ging vorsorglich wieder nach Hause, wie es hieß. "Ich bin in meinem Leben noch nie so schlecht behandelt worden. An der Alta Moda in Rom nehme ich nie mehr teil", wurde Sarli von der Nachrichtenagentur Ansa zitiert. Der Couturier war einer der letzten großen Namen der Modeszene, die noch regelmäßig an den Modetagen in der Ewigen Stadt teilnahmen.

"Lesbo-Schick" bei Guillermo Mariotto

Für einen Skandal sorgte bereits im Vorfeld die Schau des Modehauses Gattinoni: Kreativdirektor Guillermo Mariotto hat in seiner neuen Kollektion vor allem Brautkleider für homosexuelle Paare. "Lesbo-Schick - Skandal bei Gattinoni", schrieb die Zeitung "La Repubblica".

Auch die Schau von Custo steht in der Kritik. Das spanische Modelabel ist in diesem Jahr "Special Guest" der römischen Modetage. Über den Laufsteg liefen superdünne Models mit superkurzen Stretchkleidern und megaknappen Bikinis. "Insgesamt 40 Entwürfe, die aber nur für Frauen unter 20 Jahren geeignet sind", kommentierte die Zeitung "La Repubblica". Der Portugiese Francisco Rosas zeigte hingegen eine Hommage an die römische Mode der 50er Jahre mit weit schwingenden Röcken und viel Tüll. Die Alta-Moda-Tage gehen an diesem Dienstag zu Ende.

DPA, AP AP DPA

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