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Rolex Certified Pre-Owned Billig wird es trotzdem nicht: Rolex sagt Fälschungen den Kampf an und unterstützt Verkauf gebrauchter Uhren

Rolex Daydate
Eine gebrauchte Rolex zu kaufen ist nicht einfach – denn Fälschungen sind manchmal nur schwer zu erkennen.
© Rolex
Der Kauf einer neuen Rolex ist mit langen Wartezeiten verbunden, die Anschaffung einer gebrauchten Luxus-Uhr birgt Gefahren. Kurz: Es ist nicht leicht, schnell an eine garantiert echte Rolex zu kommen. Der Konzern will das nun ändern.

Seit jeher gilt: "Rolex Armbanduhren sollten nur bei offiziellen Rolex Fachhändlern, die zu ihrem Verkauf und ihrer Wartung berechtigt sind, erworben werden." Das sagt die Schweizer Uhrenmanufaktur nicht zum Spaß, denn leider gehören die begehrten Uhren mit der Krone zu den am meisten gefälschten Luxus-Artikeln weltweit. Dementsprechend groß ist die Gefahr, abseits der Pfade eine täuschend echte Uhr zu kaufen, die sich im Nachhinein als Plagiat herausstellt. 

Das Problem: Eine neue Rolex bei einem solchen Fachhändler zu kaufen, ist derzeit bei nahezu allen Modellen mit einer sehr langen Wartezeit von teilweise mehreren Jahren verbunden. Um das zu verhindern, bietet es sich an, eine gebrauchte Uhr zu kaufen. Nur wo?

Rolex startet Programm für gebrauchte Uhren

Egal, ob es sich um alte Modelle oder neuere Exemplare handelt – es ist gar nicht so einfach, einen vertrauenswürdigen Händler zu finden, bei dem man sich sicher sein kann, dass die Uhr wirklich echt – und in einem guten Zustand ist. Rolex möchte genau das ändern und startet daher ab sofort das sogenannte "Rolex Certified Pre-Owned"-Programm (CPO).

Im Rahmen dieses Programms bestätigt Rolex erstmals gebrauchten Uhren die Echtheit. Es ist vorgesehen, dass Uhren, die Juweliere von Kunden angekauft haben, zwecks Prüfung und Generalüberholung an Rolex geschickt werden. Dort unterzieht die Manufaktur die Uhren einem Service, der die vollständige Überarbeitung und Verifizierung jedes Einzelteils vorsieht.

Rolex Zertifikat
So sieht das neue Rolex-Zertifikat aus. Es garantiert nicht nur die Echtheit einer gebrauchten Uhr, sondern bedeutet auch zwei Jahre frische Garantie.
© Rolex

Anschließend schickt Rolex die Uhr an den Händler zurück und versieht sie mit einem neuartigen Zertifikat, das die Echtheit bestätigt und zwei Jahre Garantie inkludiert. Zum Start sind Uhren, die in diesem Programm waren, nur bei Bucherer erhältlich. Ab 2023 will Rolex auch anderen Fachhändlern einen Zugang zu dieser Dienstleistung ermöglichen.

Für Privatkunden, die ihre Uhr vor einem Verkauf zertifizieren lassen wollen, steht das Programm nicht zur Verfügung. Gleiches gilt für jene, die eine gebrauchte Uhr gekauft haben und sich bezüglich der Echtheit gerne rückversichern würden. Die einzige Möglichkeit, das zu tun, bleibt die Vollrevision über Rolex, die nur dann ausgeführt wird, wenn die Uhr echt ist. Ein "CPO"-Kärtchen gibt es danach aber trotzdem nicht.

Nur "ältere" Uhren – bei freier Preisgestaltung

Ein Allheilmittel für die angespannte Situation am Uhrenmarkt ist das Programm aber nicht. Denn es dürfen nur Uhren daran teilnehmen, die bereits älter als drei Jahre sind. Damit ist ausgeschlossen, dass Neuerscheinungen aus Profitgier schnell im offiziellen Wiederverkauf landen. Der Gebrauchtmarkt für begehrte Modelle, die noch nie jemand getragen hat, bleibt also weitgehend unangetastet – mit allen Vor- und Nachteilen.

Außerdem ist nicht davon auszugehen, dass es Rolex-Uhren nun endlich wieder mit saftigen Rabatten zu kaufen gibt. Wie Rolex dem stern erklärte, kümmert sich der Hersteller ausschließlich um den Service und die Zertifizierung der Uhren. Bei der Preisgestaltung der Second-Hand-Ware hat Rolex, anders als bei Neu-Uhren, deren Verkauf sich bei offiziellen Fachhändlern streng an den Listenpreisen des Konzerns orientiert, kein Mitspracherecht. Das heißt: Eine drei Jahre alte Uhr, die durch das CPO-Programm wieder im Schaufenster liegt, kann teurer sein, als ein fabrikneues Exemplar.

Der Kampf gegen Fälschungen ist also in vollem Gange. Das Problem mit der angespannten Nachfrage wird das Programm aber nicht beheben oder entschärfen. Somit heißt es ab sofort: "Rolex-Uhren - neu oder aus zweiter Hand - sollten nur bei offiziellen Rolex-Händlern gekauft werden."

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