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Londoner Modewoche: Linientreu

Statt sich eindeutigen Trends anzuschließen, sind die Designer am dritten Tag der Londoner Modewoche mehrheitlich ihrem eigenen Stil treu geblieben. Und der zeigt vor allem viel nackte Haut.

Auf der Londoner Modewoche demonstrierte Altmeister Sir Paul Smith mit raffinierten Blusen und Shorts bis zum halben Oberschenkel die englische Schneiderkunst, mit der er berühmt wurde. "Klassisch mit Pfiff" waren auch seine femininen Kurzjäckchen und von Lingerie inspirierten weißen Kleider.

Gewohnt lebhaft und sportlich, wenn auch weniger tragbar, präsentierte sich die Kollektion des aus Indien stammenden Designers Ashish. Er setzte auf eine gewagte Kombination aus glamourösem Material und sportlichen Schnitten: übergroße Rugbyshirts besetzte er vollständig mit Pailletten, die in Farbkombinationen von rosagrau, glitzerndem gold-silber bis zu knalligem pinkschwarz funkelten.

Kleid aus Seide und Holz

Publikumsliebling Jonathan Saunders sorgte mit einer kontrastreichen Kollektion für Begeisterung. Ein Kleid vereinte so unterschiedliche Materialien wie Seide und Holz: 20 Zentimeter lange Holzstifte bildeten einen starren Saum. Eley Kishimoto orientierte sich an den 1950er Jahren und kam mit teilweise biederen Schnitten daher, blieb aber bei den für das Designer-Duo typischen großen Drucken und stilisierten Mustern.

Gemeinsamkeiten, die sich bei aller Vielfalt abzeichneten, deuten auf eine deutlich veränderte modische Silhouette für den Sommer 2006 hin: Eine hohe Taille, teilweise sogar bis zur Empire-Linie und oft mit Gürteln oder Kordeln akzentuiert, drapierte Jersey-Kleider, die mit ihren fließenden Falten an römische Togen erinnern, oder aufgeschlagene Hot-Pants und Kurzblazer mit halbem Arm waren vielfach auf den Laufstegen zu sehen.

DPA / DPA