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Mailänder Modesommer 2006: Hell und optimistisch

Helligkeit und frische Blumenmuster geben der Mode im Frühjahr/Sommer 2006 ein fröhliches, optimistisches Flair. Die Designer schwören auf viel Weiß, Elfenbein, Sand, Beige und helles Grau ein.

Schwarz? Selbst Donatella Versace verzichtet in der kommenden Saison auf die Farbe, die sie selbst am liebsten trägt. Ihr Farbkonzept zeigt sich inspiriert von der Wüste, dem Wasser kalifornischer Swimmingpools und dem nächtlichen Himmel. Kakteendrucke bestimmen das Musterbild. Ihre fließenden Oberteile aus Chiffon oder Seide bändigt die Mailänder Designerin mit kurzen Shorts und schmalen Hosen. Kostüme mit wadenlangen Röcken fallen kurvig am Körper entlang. Bei den kürzeren Kleidern betonen Drapierungen die Brustpartie, lange Chiffonroben zeigen sich dann mit verlaufenden Farbflächen.

Schwarz sehen? Müssen Dolce & Gabbana im 20. Jahr des Bestehens ihres gemeinsamen Modelabels angesichts blendender Umsätze ganz bestimmt nicht. Gerührt nahmen sie auf ihrer Jubiläumsshow die Ovationen entgegen. Hand in Hand demonstrierten Domenico Dolce und Stefano Gabbana auf dem Laufsteg, dass sie trotz Beendigung ihrer privaten Partnerschaft beruflich weiter ein Team sind. Sexy, romantisch und vom Land inspiriert ist die neue Kollektion des erfolgreichsten Duos der Modegeschichte. Weiße und schwarze Spitze setzen Dolce & Gabbana für Shorts oder Blusen ein, rot-weiße Karomuster für Bustierkleider, das Abendthema explodiert schließlich in dramatischen Roben.

Mode übersetzt in eine moderne Sprache

Laura Biagiotti startete zunächst mit stilisierten schwarzen Blüten auf weißem Grund in ihr florales Thema. Später nahmen die Blumen an Farbkraft zu und wechselten zuweilen vom Druckmotiv ins Plastische - aufgesteckt am Revers oder verknüpft als Netzkleid. Die romantische Grundstimmung unterstreicht die römische Designerin mit aufgestickten Perlen, langen Ketten und Chiffonhalstüchern. Für kältere Sommertage hält sie Trenchcoats und kurze Pelzjäckchen bereit.

Zwar präsentierte sich auch Fendi wie so viele Designer in diesen Tagen mit Rüschen, Plisees und Spitze, doch gelingt dem italienischen Modehaus dabei die Übersetzung in eine moderne Sprache. Zusätzliche optische Hingucker kommen von Drucken, die von den Werken der Maler Henri Matisse und André Derain inspiriert sind. Antonio Marras, für viele Fachleute der talentierteste unter den italienischen Designern der neuen Generation, schwelgt in aufwendig gearbeiteten Kleidern mit Drapierungen und Intarsien in der ihm eigenen sehr poetischen Handschrift.

Designer gehen auf Safari

Andere Designer gehen im Sommer 2006 auf eine modische Safari. Das britische Label Daks etwa akzentuiert Wildlederjacken oder Shorts mit aufgesetzten Taschen aus Python. Ein Chiffonschal tailliert die Silhouette der Tunikas. Ganz im romantischen Weiß aus Leinen und Seide genießt die Daks-Frau die lauen Sommernächte. Beim Münchner Unternehmen Aigner ziehen sich Safari-Elemente wie die aufgesetzten Taschen bis zum abendlichen Taftthema durch. Tagsüber dominieren Shorts oder Röcke mit hohem Bund zu fließenden Tops und Blusen. Zur Basisfarbe Weiß mischen sich ein sonnengebleichtes Gelb oder ein kräftigeres Orange.

Axel Botur/DPA / DPA