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New York Fashion Week: Boris' Verlobte stiehlt Yamamoto die Show

Enttäuschend! Mit einem Wort lässt sich die neue Adidas-Luxus-Kollektion Y-3 von Designer Yohji Yamamoto beschreiben. Kein Wunder also, dass Boris Beckers Verlobte Sandy Meyer-Wölden bei der New Yorker Fashion Week dem Japaner die Schau gestohlen hat.

Von Irma Lindner, New York

Kein anderer Couturier mixt Designer- und Sportmode mit mehr Leichtigkeit und Selbstverständnis als er: Der Japaner Yohji Yamamoto hat am Sonntag auf der New Yorker Fashionweek seine neue Kollektion für das Adidas-High-End-Label Y-3 gezeigt. Bei der Modenschau für die Frühjahr-/Sommer-Saison 2009 fanden jedoch weniger Yamamotos Kreationen Beachtung, als der vermehrte Auflauf an TV-, Musik und Internet-Prominenz. Allen voran Boris Beckers neue Verlobte, Alessandra "Sandy" Meyer-Wölden. Frotzelte die Boulevardpresse noch unlängst, die Blondine müsse erst noch lernen, sich bei öffentlichen Anlässen damenhaft zu verhalten, klappte eben das in New York schon ganz gut.

Bereits Ende vergangener Woche sah man die 25-Jährige und den früheren Tennisprofi verliebt über die Shopping-Meilen im New Yorker Szeneviertel SoHo flanieren - Meyer-Wölden stets in knappen Minikleidchen und bedenklich hohen High-Heels. Die trug sie übrigens auch zur Show von Y-3, während Becker sich eine Mode-Pause zu gönnen schien. Allein war die - laut Internet-Vita als Schmuckdesignerin Tätige - trotzdem nicht, folgte ihr doch ein Fotografen-Pulk sowie ein Kamerateam von ProSieben auf Schritt und Tritt.

Yamamoto gehen die Ideen aus

In der ersten Reihe waren auch international bekannte Gesichter vertreten: "Grey's Anatomy"-Protagonistin Ellen Pompeo, die in der Krankenhausserie Meredith Grey spielt, Bob Geldofs frisch verheiratete Tochter Peaches in Begleitung von Busenfreundin und Internet-Ikone Cory Kennedy, Musiker Sean Paul sowie Britanniens bekanntester Modeblogger Yvan Rodic alias "Facehunter" schauten sich das Spektakel im In-Viertel Chelsea an. Letzterer überraschte auf der anschließenden Party anlässlich der New Yorker Flagship-Store-Eröffnung der Hipster-Boutique "Aloha Rag" im Szene-Club Don Hills mit seinem aggressiven Flirt-Verhalten.

Der eigentliche Anlass, die Modenschau, enttäuschte hingegen auf ganzer Linie. Yamamoto, sonst bekannt für den eher verschwenderischen Umgang mit dem Produktions-Budget, gingen in diesem Jahr die Ideen aus. Unvergessen bleibt seine Show im Vorjahr, für die er mittels Spezialeffekten ein künstliches Gewitter über seinem Catwalk inszenierte. Während seiner jüngsten Show versprühte lediglich ein Wald weiß leuchtender Neonröhren das nötige Fashion Flair. Doch nicht nur das Ambiente, auch die Mode ließ zu wünschen übrig. Schneidert Yamamoto für gewöhnlich schlicht-funktionale Alltagsmode für die urbane Kosmopolitin, präsentierten seine Models für 2009 einen seltsamen Hexenlook.

Nicht mal Meyer-Wölden bleibt bis zum Schluss

Nicht einmal Topmodel Freja Beha Erichsen machte in den übereinander geschichteten Zipfel-Röcken, halbtransparenten XXL-Tuniken und T-Shirt-Kleidern eine gute Figur. Insgesamt zu leger und einfallslos wirkte die in Schwarz, Weiß, Grau und typischem Adidas-Stahlblau gehaltene Kollektion. Hier und da ein Farbtupfer in Alarm-Orange sorgte für Akzente, sonst herrschte jedoch Monotonie vor: 3/4 Hosen und Röcke, Kapuzenpullover unter sportlichen Blazern und Umhänge, die an Bademäntel erinnerten - wen wunderte es da, dass sich der abschließende Applaus in Grenzen hielt?

Den Moderebellen, der er eigentlich ist, ließ der Designer kurz während des Finales durchblitzen. Statt des obligatorischen Brautkleides trug das Model unter ihrem Sport-Cap keck einen weißen Tüllschleier. Von Beckers Sandy war bei Show-Ende übrigens nichts mehr zu sehen. Wie es sich für eine waschechte Socialite gehört, war sie wahrscheinlich schon auf dem Weg zum nächsten großen Auftritt. Denn nicht nur die Schauen gehen weiter, auch ihre ganz persönliche Show in New York must go on.