One night at the Opera Opulente Boss-Show


Die Hugo-Boss-Show war das Mode-Spektakel des Wochenendes. Die Mode stieg - in Chiffon und Seide gehüllt - vom Himmel.

Spektakulärer kann ein Auftritt wohl kaum sein: Wendeltreppen und Lauframpen schweben vom Schnürboden der Deutschen Oper Dutzende Meter hinab. Und auf hohen Absätzen, in Wolken aus leichtem Chiffon und Seide gehüllt, steigt die Mode vom Himmel. Schon kurz nach dem Beginn des großen Boss-Mode-Events am Freitag in Berlin war klar, dass die hohen Erwartungen der mehr als 950 Gäste an das, was da von oben kommt, nicht enttäuscht werden würden.

Prominente wie die australische Darstellerin Cate Blanchett oder ihre deutschen Kollegen Kai Wiesinger und Sibel Kekilli drängten sich ebenso wie alle anderen auf kleinen Hockern im Rund des umgebauten Bühnenraums. "Wir hätten auch 4000 Karten loswerden können", sagte Vorstandsvorsitzender Bruno Sälzer zufrieden. Denn dem Metzinger Modekonzern gelingt zurzeit das, wovon viele andere träumen: Wachstum weit über Branchendurchschnitt.

"Wir legen den Schwerpunkt auf die Frauen"

Leichtigkeit und Optimismus kennzeichnet auch die Mode, die da für Frühjahr/Sommer 2006 vom Bühnenhimmel stieg: Fließende Kleider, viele in Empire-Linie und aus zartesten Stoffen, dekoriert mit glänzenden Bändern und Schleifen, erinnern an die Renaissance-Bilder Botticellis. Transparenz und Mehrlagigkeit, Raffungen und Falten bleiben dabei ein dominierendes Thema. Farbig erlaubt ist alles, was Weiß, Creme oder Pastell ist - dazu ein kräftiges Petrol und Fuchsia.

Aber auch Hemdblusen-Kombinationen mit aufgesetzten Taschen und Gürteln machen im nächsten Modesommer in sämtlichen Sand-Tönen Furore - allesamt figurnah und oft im femininen Stil der 30er Jahre.

Die Herrenkollektion - in bewährter Boss-Manier werden schmale Anzüge mit 2-Knopf-Revers aus gedeckten, aber auch glänzenden Stoffen mit sportlichen Elementen kombiniert - spielte beim Boss-Opernabend sichtlich die zweite Geige. "Das ist bewusst so arrangiert, denn wir legen den Schwerpunkt auf das Segment, in dem wir weiter wachsen wollen - die Frauen", betonte Sälzer.

Berlin ist der kreative Schmelztiegel

Deshalb wurde im nicht weniger spektakulären zweiten Teil des Abends auch eine neue, sportlichere Frauenlinie lanciert: Boss Orange Woman. Die Models wurden dazu in Käfigen vom Schnürboden in die Zuschauermenge herabgelassen und drehten im lässigen Mix aus Jeans-, Worker- und Ethno-Elementen - bewacht von Feuerwehrmännern in grellem Orange - zwischen den Gästen ihre Runden.

Kein besserer Ort als Berlin sei dafür denkbar gewesen, sagte Sälzer: "Ein Teil der riesigen Kartennachfrage war Boss, aber ein Teil war auch Berlin. Diese Stadt ist der kreative Schmelztiegel - das, was früher Paris oder London war." Selbst angesichts einer eingetrübten Gesamtstimmungslage im Land hat Sälzer keine Sorgen, was den auf Erfolgskurs fahrenden Modedampfer Boss angeht: "Wir sind nicht zu teuer, sondern eben die Eintrittsmarke in den Luxus." Außerdem setzt er auf den Ausbau des Accessoires-Segments.

Berlin steht noch das gesamte Wochenende mit den drei Messen "Bread & Butter", "B-in-Berlin" und "Premium" sowie dem öffentlichen "Walk of Fashion" ganz im Zeichen der Mode. Die größte Messe ist die "Bread & Butter", die im alten Spandauer Kabelwerk vor allem Alltagsmode zeigt. Dazu kommen die "Premium" mit exklusiven Damen- und Herrenkollektionen und die "B-in-Berlin" mit Markenmode aus dem mittleren Preissegment. Alle Messen sind nur für Fachbesucher geöffnet.

Andrea Barthélémy/DPA


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