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Prêt-à-Porter: Ganz Paris träumt von Riccardo

Ein 30-jähriger Italiener zeigt den Franzosen derzeit wo's langgeht: Givenchy-Designer Riccardo Tisci begeisterte das Publikum der Pariser Prêt-à-Porter-Schauen mit seiner Kollektion.

Der italienische Designer Riccardo Tisci ist der neue Liebling der Pariser Modeszene. Für Givenchy verzauberte er den Laufsteg in einen Traum aus mediterraner Eleganz und Leichtigkeit. Der erst 30-jährige Süditaliener stellte - nach seinem Haute-Couture-Debüt im Juli seine erste Prêt-à-Porter-Kollektion für die Marke vor. Er konstruiert seine Kleider architektonisch. Vor einer Lichtkugel wirkten die Models wie futuristische Mondwesen. Bolerojacken in Weiß werden zu knielangen Röcken mit abstehenden Taschen kombiniert, silberfarbene Ledershorts zur transparenten Bluse und einem riesigen Nietengürtel. Vertikal gesteppte Nähte fixieren den Stoff. Dennoch wirkt das Ganze nicht steif, sondern mädchenhaft.

Nicht alles Gold, was glänzt

In goldgelbes Licht tauchte der belgische Designer Dries van Noten seine Entwürfe für Frühjahr/Sommer 2006. Dieser Goldschimmer schwebt über vielen Damenkollektionen der kommenden Saison, die jetzt bei den Pariser Prêt-à-Porter-Schauen über den Laufsteg gehen. Van Noten brachte beigefarbene Leinenblusen und Trägerkleider zum Leuchten. Alles fließt in dieser Mode, die zwischen aristokratischem Britenlook und asiatischer Sanftheit pendelt. Eine weiche Bluse zu lockeren Shorts und Mantel mit ornamentalem Druck: So stellt sich der Antwerpener seine Kundin im Frühjahr vor. Die Second-Hand-Optik wird ladylike durch präzises Make-Up und High-Heels ausgeglichen.

Ultramoderner Touch

Olivier Theyskens setzt ebenfalls auf Fließendes. Mit tiefen Rückenausschnitten befreite er die Gouvernante, die er in der vergangenen Saison gezeigt hatte, vom allzu Strengen ihrer Kleider. Die Linie bleibt lang, und nach wie vor rascheln diese kurzärmeligen Kleider dank kunstvoller Details aus Spitze. Star-Stücke sind lange Spitzenröcke mit aufwendigen Drucken im Stil von Monets "Seerosen"- Bildern. Theyskens zeigte auch - anders als sonst -zahlreiche Hosenanzüge. Schmal geschnitten, mit leichtem Knittereffekt, verliehen sie dieser jungen Kollektion einen ultramodernen Touch.

Die Pariser Prêt-à-Porter-Schauen gehen noch bis zum 10. Oktober. Alle namhaften Designer zeigen ihre Kollektionen für Frühjahr/Sommer 2006. Die Schauen der französischen Modehäuser stehen meist im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.

Mai / DPA / DPA
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