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Wenn ein Nein nicht reicht: Wieso fällt das Nein zu Alkohol so schwer – und wie kann man blöde Sprüche kontern?

Du bist auf einer Party, willst keinen Alkohol trinken, aber schon nach fünf Minuten wirst du ungläubig gefragt, warum du nichts trinkst? Wir erklären, warum das Nein so schwer fällt und haben Sprüche für dich, mit denen du ganz alkoholfrei konterst.

Zehn Fakten zum Alkohol

Wer keinen Alkohol mag, ihn nicht verträgt oder einfach keinen trinken will, wird auf Partys oft schräg angeguckt. "Ach, komm schon! Nur ein kleines Glas ..." "Sei kein Spielverderber!" "Kein Alkohol ist auch keine Lösung!" Die dummen Sprüche bei der freiwilligen Abstinenz reichen von aufdringlich bis erpresserisch. Wer mit einem weniger durchsetzungsstarken Willen gesegnet ist, knickt nicht selten ein, trinkt dann doch noch einen Schnaps mit oder lässt das Auto doch stehen.

Aber wieso fällt das Nein zu Alkohol so schwer?

"Viele Menschen haben ihre Probleme mit dem Nein – nicht nur beim Alkohol. Unser Gehirn ist auf Harmonie gepolt. Da kommen ein Ja oder Okay schneller über die Lippen als das ablehnende Nein", schreibt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Website "Kenn-Dein-Limit.de". Sie rät, sich selbst zu hinterfragen, warum es einem so schwerfällt, etwas abzulehnen. Hat man vielleicht einfach Angst, man könnte sich dadurch unbeliebt machen? In dem Fall sollte man lieber seine Gesellschaft (Freunde, Kollegen oder Familie) in Frage stellen, statt die Fehler bei sich zu suchen, finden wir.

Hinzu kommt laut BZgA, dass das Gehirn bei regelmäßigem Konsum lernt, dass Alkohol mit dem Belohnungssystem Dopamin ausschüttet, man sich also durchs Trinken besser fühlt. Da sind schnell mal alle guten Vorsätze über Bord geworfen, wenn der nächste Gin Tonic ruft. Besser wäre es, sich auf einer Party andere Aktivitäten zu suchen, die einem Freude bereiten, zum Beispiel ein gutes Gespräch mit Freunden – oder beim Trinkspiel einfach mal auf Cola umschwänken. "Looping Louie" und "Kroko Doc" machen trotzdem Spaß (sonst würden ja keine Kinder damit spielen).

Pro-Tipp: Wenn du dich mit einem Wasser auf einer Party unwohl fühlst, kannst du auch einfach den Barkeeper fragen, ob du einen Limettenschnitz in dein Getränk bekommst. So denken sowieso alle, du trinkst einen fancy Longdrink – und blöde Nachfragen bleiben dir erspart.

Wie sage ich am besten nein? 

Natürlich sollte sich niemand für den Verzicht auf Alkohol rechtfertigen müssen – nur leider sehen das nicht alle Menschen so. In Deutschland gehört das Trinken zur Gesellschaft wie das Handtuch auf die Strandliege. Wer dem Trinkervolk nicht allzu doll auf die Füße treten und sein Nein ein bisschen schöner verpacken will, kann zum Beispiel sagen: "Lieb, dass du an mich denkst, aber ich trinke (heute) nicht." Oder direkt einen Gegenvorschlag machen: "Nein, danke. Aber eine Cola nehme ich gerne." Wer nur eine temporäre Auszeit vom Alkohol nehmen will, kann auch anbieten, beim nächsten Mal zusammen anzustoßen.

Doch wir wissen auch: Besonders betrunkene Freunde lassen sich schwer mit einem einfachen "Nein, danke!" abwimmeln. Für die besonders harten Nüsse haben wir dir drei (nicht ganz so ernst gemeinte) Sprüche vorbereitet, die du deinem Gegenüber freudig an den betrunkenen Kopf werfen kannst:

  • "Entschuldige, aber meine Drillinge vertragen keinen Alkohol." Dabei sanft über den eigenen Bauch streicheln. (Der Spruch funktioniert natürlich auch unabhängig vom Geschlecht des Sagenden.)
  • "Du trinkst heute Alkohol? Was ist los mit dir? Sicher, dass du nicht mal ein ganz kleines Glas Apfelschorle trinken willst?" 
  • "Heute für mich keinen Alkohol, hast du etwas Stärkeres da?"

Sollte nicht mal ein lustiger Spruch nützen, dann solltest du dein Gegenüber einfach stehen lassen. Wer dein Nein nicht akzeptiert, hat deine Gesellschaft auch nicht verdient. Es schwimmen noch genug weniger ignorante Fische im Cocktailglas.

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