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"Phone Swap" in der BBC In dieser Show dürfen Leute das Handy ihres Dates durchsuchen – das kann peinlich werden


Ihr Handy hüten die meisten wie ihren Augapfel. Die BBC3-Datingshow "Phone Swap" dreht das Prinzip um: Hier tauschen Menschen ihre Smartphones aus. Peinliche Situationen sind da nicht weit.

Zeig mir dein Handy und ich sage dir, wer du bist. Was früher das Tagebuch war, ist heute das Smartphone. Dort befindet sich das ganze Leben und all die kleinen schmutzigen Geheimnisse, die eigentlich nie jemand erfahren soll: Chats, Fotos, Notizen und einiges mehr. Aus dem Inhalt unseres Telefons lässt sich ein Charakterbild ableiten, dass für den Besitzer nicht immer schmeichelhaft ausfällt. Kein Wunder, dass so viele ihr Handy wie ihren Augapfel hüten.

Genau das aber macht den Reiz der Datingshow "Phone Swap" aus, die beim britischen Fernsehsender BBC3 läuft. Dort treffen sich Singles, um gleich aufs Ganze zu gehen: Statt Smalltalk über Beruf, Heimatstadt oder Ausbildung dürfen sie das Telefon des anderen durchsuchen. Schneller und besser kann man eine Person eigentlich kaum kennenlernen.

Für Oberflächlichkeiten bleibt da einerseits keine Zeit. Ein junger Mann entdeckt etwa eine Minute, nachdem er die Frau ihm gegenüber zum ersten Mal gesehen hat, Nacktbilder auf ihrem Handy – so schnell kann es gehen. Andererseits: Die kleinen und größeren Geheimnisse im Telefon führen sofort peinliche Situationen herbei, die eine etwas seltsame Atmosphäre entstehen lassen. Dani, die Frau mit den Nacktbildern, nimmt es gelassen: "Wenn jemand keine Nacktbilder auf dem Handy hätte, würde ich denken: Was hast du zu verbergen?"

Warum löscht man Peinlichkeiten nicht?

Anderen kann man beim Date geradezu den Reflex ansehen, ihrem Gegenüber das Telefon aus der Hand reißen zu wollen – so wie man es bei Freunden macht, wenn die zu nah an die sensiblen Zonen auf dem Handyspeicher geraten. Das aber ist hier nicht erlaubt. Demi scheint am liebsten im Boden versinken zu wollen, als der 20-jährige Shaquille in ihrem Notizenordner eine shag list findet – die Liste der Männer, mit denen sie geschlafen hat. Und die sie mit Punkten bewertet hat. Und von denen Shaquille sogar einen erkennt. So etwas beim ersten Aufeinandertreffen offenbaren zu müssen, kann schon sehr unangenehm werden. Warum man so etwas nicht löscht, wenn man weiß, dass gleich ein Fremder, ein Kamerateam und irgendwann Millionen Fernsehzuschauer darauf schauen könnten? Keine Ahnung. 

Der Sender hat das Social-Media-Experiment schon in verschiedenen Kontexten durchgeführt, zum Beispiel unter Arbeitskollegen. Aber wen stört es schon, wenn der Kollege eine kleine Peinlichkeit aus dem Privatleben erfährt? Erst gegenüber potenziellen Partnern wird es richtig heiß, denn in dieser Situation versucht jeder, ein möglichst vorteilhaftes Bild vor einem Fremden abzugeben. Shaquille möchte statt Demi (die mit der shag list) lieber doch Maisie wiedersehen. Deren Grundregel lautet: "Ich habe nichts auf meinem Telefon, was meine Eltern nicht sehen dürften." Kein schlechtes Prinzip – und scheint auch beim Dating zu funktionieren.

epp

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