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Fyre Festival: Unbezahlter "Fyre Festival"-Caterer bekommt 150.000 Dollar Spenden nach Netflix-Doku

Nachdem der Caterer des katastrophalen "Fyre Festivals" absagte, sprang das Restaurant Exuma Point ein. Dadurch verlor Inhaberin Maryann Rolle über 100.000 Dollar. Nach der Netflix-Doku bittet sie auf GoFundMe um Hilfe - und wird erhört.

Maryann Rolle bedankt sich für die gesammelten Spenden auf Facebook

Maryann Rolle bedankt sich für die gesammelten Spenden auf Facebook

Zu Hunderten kamen 2017 aufgeregte Festivalgäste auf einer kleinen Insel in den Bahamas an. Ihre Erwartungen: Ein Luxusfestival im Paradies. Große Musikstars, Luxus-Unterkünfte und Luxusverpflegung waren ihnen für viel Geld versprochen worden. Blöd nur, dass das Ganze ein riesiger Betrug war.

Das gebuchte Cateringunternehmen tat es den Musik-Acts gleich und sagte kurzfristig ab. Ein örtliches Restaurant sprang damals ein. Die Inhaberin Maryann Rolle und ihr Team bereiteten "nicht weniger als 1000 Essen pro Tag" vor, wie sie jetzt auf ihrer GoFundMe-Seite schreibt. Frühstück, Mittagessen und Abendessen wurden von Exuma Point zur Festival Location gebracht. Außerdem waren einige Mitarbeiter des Festivals in dem zum Restaurant gehörigen Exuma Point Resort untergebracht. Bezahlt wurden die Caterer jedoch nicht.

159.227 Dollar Spenden – Netflix sei Dank

Nachdem in der vergangenen Woche die Netflix-Doku "Fyre" erschien, in der die Geschehnisse von 2017 aufgearbeitet werden, startete Maryann Rolle eine GoFundMe-Kampagne, um dem finanziellen Ruin zu entgehen. Seit dem in die Hose gegangenen Event befinde sie sich in einem tiefen Loch, "mein Leben hat sich für immer verändert und meine Kreditwürdigkeit wurde von Fyre Fest ruiniert", schreibt sie in ihrem Hilferuf auf GoFundMe.


Nach nur acht Tagen und 5.234 Spendern wurde das Ziel der Spendenkampagne von 123.000 Dollar schon weit übertroffen: 159.227 Dollar (Stand: 22.01.19) wurden bereits gesammelt, und die Spenden gehen weiter minütlich ein. Alles Dank der Netflix-Doku.

Schlechte Publicity ist besser als keine Publicity

Maryann Rolle schreibt auf ihrer GoFundMe Seite: "Schlechte Publicity ist besser als keine Publicity". So wurde aus dem Businessmodell "Fyre Festival" zumindest für sie doch noch ein Erfolg. Nur nicht für die Veranstalter: Der Unternehmer Billy McFarland wurde im Oktober zu sechs Jahren Haft wegen Betrugs verurteilt.

Fyre

Übrigens: Die Geschichte um den "Fyre Festival"-Betrug wurde schon vor Netflix von der Streaming-Platform Hulu aufgegriffen. In der Hulu-Doku "Fyre Fraud" wird detaillierter analysiert, wie es überhaupt möglich war, dass das Festival trotz des hohen Preises ausverkauft war und was genau die Gäste so stark angesprochen hat.

ivy
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?