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Freizeit: Die Erzähler

Jeden Tag sieht man Fotos, bei Instagram, Twitter oder im Fernsehen. Einige bekommt man allerdings nicht mehr aus dem Kopf, weil sie die Tür in eine Welt öffnen, die sonst verschlossen bleibt. Auf dem LUMIX-Festival für jungen Fotojournalismus treffen sich alle zwei Jahre in Hannover Nachwuchsfotografen und stellen Geschichten aus, an denen sie Wochen oder Monate gearbeitet haben. Die Bildredakteurin Amelie Schneider und ich waren dabei und haben uns die sechzig Reportagen und Essays aus 23 Ländern angeschaut. Den Freelens-Award hat die Fotografin Meeri Koutaniemi mit ihren schwarz-weiß Aufnahmen gewonnen: Sie begleitete die Opfer von Genitalverstümmelung. Aus allen Geschichten haben wir fünf ausgewählt, die uns besonders berührt haben.


»A Place They Call Home« – Lasse Bak Mejlvang

Dreizehn Jahre lebte Remzi Baftijari in Dänemark. Dann schob ihn die Dänische Regierung in den Kosovo ab. Psychisch kranke Asylbewerber sind nicht erwünscht. Heute wohnt er mit seinem Großvater im Kosovo und hofft, dass er bald nach Dänemark zurückkehren kann. Der Dänische FotografLasse Bak Mejlvang hat mit ihm knapp 20 Tage in seiner neuen Heimat verbracht.

»Krokodil: The World’s Deadliest Drug« – Emanuele Satolli

Krokodil gilt als eine der gefährlichsten und tödlichsten Droge der Welt. Sie ist eine Mischung aus: Hustensaft, Benzin, Farbverdünner, Salzsäure und rotem Phosphor. Abhängige haben eine Lebenserwartung von weniger als drei Jahren. Der Italienische Fotograf Emanuele Satolli hat in einer Wohnung in einem Vorort von Jekaterinburg den Verfall der Abhängigen dokumentiert. Knapp 400 000 Bewohner sollen Krokodil konsumieren.

»Gold Diver« – Fabian Fiechter

Gold, Kupfer und Nickel – die Philippinen sind ein Land mit vielen Bodenschätzen. Die Bevölkerung ist allerdings zu großen Teilen verarmt. Knapp zwanzig Prozent der Bewohner ist im Goldrausch und versucht mit selbst gebastelter Ausrüstung Goldstücke und damit den Reichtum zu finden. Viele riskieren dabei ihr Leben. Der Fotograf Fabian Fiechter hat die Taucher ausfindig gemacht und ihre Tauchgänge fotografiert.

»One Day in History« – Andrea Gjestvang

Es ist unmöglich, den Tag zu vergessen, an dem Anders Behring Breivik auf der Insel Utoya um sich schoss. Die norwegische Fotografin porträtierte die Überlebenden.

»Homophibia in Russia« – Mads Nissen

Homosexuelle in Russland leben gefährlich. Im Sommer 2013 beschloss die Duma das Gesetz gegen »Homosexuelle-Propaganda« und stellte damit positive Äußerungen über Homosexualität unter Strafe. Die Konsequenzen wurden für die Schwulen und Lesben in Russland erst mit der Zeit bekannt. Der Dänische Fotograf Mads Nissen fotografierte auf Gay-Pride-Demonstrationen, ein lesbisches Paar, dass ein Kind bekommt oder Schwule, die von Rechten auf YouTube vorgeführt werden.