Freizeit Lass uns keine Freunde bleiben

Freizeit: Lass uns keine Freunde bleiben

Jeden Sommer beschwören tausende von Schul­abgängern dieselben Formeln: Klar bleiben wir befreundet, was denn sonst, egal, wohin das Leben uns führt, und im Sommer sehen wir uns ja am Strand. Die Gegenwart zu verewigen, ist die angenehmste Art, in eine ungewisse Zukunft zu schauen. Und ohne Zweifel gibt es Freundinnen oder Freunde fürs Leben, die genauso wichtig sein können wie Partner und Geschwister.

Doch oft läuft es anders. Oft werden schon nach kurzer Zeit aus wöchentlichen Telefonaten monatliche SMS, und statt jeden Samstag läuft man sich auf der Tanzfläche des ehemaligen Lieblings-Clubs nur noch einmal im Jahr über den Weg. Das kann man traurig finden. Oder sich eingestehen: Alte Freundschaften sind nicht unbedingt die besten Freundschaften. Die meisten sind einfach nur alt.

In der neuen NEON-Ausgabe haben drei Autoren einen Abschiedsbrief an ihren ehemaligen Freundin oder Freund geschrieben. Sie sagen, warum es so weh tut, sich einzugestehen, dass ihre Freundschaft zu Ende geht.

Natürlich, Vertrautheit ist viel wert, und ­gemeinsame Erlebnisse prägen. Aber einander seit zwanzig Jahre kennen, voneinander wissen, dass der eine in der achten Klasse für die Mathelehrerin geschwärmt und dass die an­de­­re heimlich in den Kaffee des Stiefvaters gespuckt hat – das reicht einfach nicht. Auch Expartner prägen einen. Aber das ist ja kein Grund zusammenzubleiben.
Im Grunde weiß das auch jeder. Häufig ­genug fällt der Satz: »Würden wir uns heute treffen, wer weiß, ob wir uns noch anfreunden würden!« Dann Kichern, dann Knuffen, jaja, ist anders geworden irgendwie, aber man gehört doch zusammen. Stimmt. Wenn man will. Wenn man nicht will, stimmt es nicht.

Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Habt ihr Freunde, mit denen ihr eigentlich nur noch aus Denkmalschutz befreundet seid? Habt ihr mal mit einem Freund Schluss gemacht? Oder es geschafft, eine alte Freundschaft wieder zu kitten? Erzählt es uns im NEON-Blog, gerne auch anonym.