HOME

Trend aus Japan: Weg von der Tür: Wenn japanische Maskottchen im Alltag steckenbleiben

Flauschiger Körper, große Augen, niedliches Gesicht – Maskottchen sind der Trend in Japan. Doch ein Twitter-Thread zeigt, wie der Alltag für die plüschigen Vertreter zur Herausforderung werden kann.

Sie sind überlebensgroß, flauschig, haben meist riesige Augen und niedliche Gesichtszüge: Maskottchen findet man in Deutschland vor allem bei Vereinen und großen Sportevents. Doch während hier Löwen ohne Hose für Skandale sorgen (man denke an Goleo, das WM-Maskottchen von 2006), ist man in anderen Ländern schon viel weiter. In Japan sind "Yuru Chara" (auf deutsch "leichte Persönlichkeiten") seit Anfang der 2000er Jahre der absolute Hype. Ob Akkubohrer oder Hepatitis-Test – es gibt keine Art von Produkt, für das es kein Maskottchen gäbe.

Oft sind die teilweise bizarren Figuren Werbeträger für Events, Produkte oder Spezialitäten. Laut einer Studie des "Bandai Character Laboratory5", einer Forschungsabteilung des japanischen Spielzeugherstellers Bandai, besitzen etwa 84 Prozent der japanischen Bevölkerung in irgendeiner Form Maskottchen-Merchandise. Doch während man sich hierzulande vor allem hoffend fragt, ob so ein Maskottchen-Job wenigstens gutes Geld bringt, stehen die Figuren in Japan vor ganz anderen Problemen. Wie ein Twitter-Thread beweist, wird vor allem der Alltag für übergroße, runde Schweine oder Männchen mit Melonenkopf schnell zum Problem:

Das Stecken-Bleiben-Dilemma entwickelt sich zum Running Gag: Auf der Seite "Mondo Mascots" des Engländers Chris Carlier, der seit 16 Jahren in Japan lebt und eine Art Maskottchen-Experte ist, finden sich zahlreiche Videos von solchen Vorkommnissen. Und sogar Clips, die Aufzugfahrten von Maskottchen zeigen, bei denen ausnahmsweise mal niemand steckengeblieben ist:

Das populärste Maskottchen in Japan ist übrigens Marimokkori, das aus der Ortschaft Akan von der nördlichen Halbinsel stammt.

Ähnlich wie beim "Tamagotchi" (zusammengesetzt aus den Worten "tamago" für "Ei" und "wotchi" für das englische "watch") ist das Ganze eine Wortschöpfung: "Marimo" bezeichnet die grünen Algenhaufen, die in Seen rund um die Herkunftregion Hokkaido zu finden sind, während "Mokkori" (wörtlich "Ausbuchtung") in der japanischen Umgangssprache Erektion bedeutet. Eine Figur, die definitiv im Gedächtnis bleibt.

lau
Themen in diesem Artikel