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Kinohit "Wir": "I Got 5 on It": Wie ein 90er-Partyhit übers Kiffen zum Horrorfilm-Soundtrack des Jahres wurde

"I Got 5 on It" von Luniz war eine der großen Rap-Hymnen der 90er und ist trotzdem fast in Vergessenheit geraten. Jetzt erlebt der Track eine Renaissance: Erfolgsregisseur Jordan Peele verwendet ihn für seinen neuen Film "Wir" auf unkonventionelle Weise.

Feuer, Blut und Doppelgänger: So schockierend ist Jordan Peeles "Us"

Seit seinem Regiedebüt "Get Out", das vor zwei Jahren für Furore sorgte, hat Jordan Peele ein goldenes Händchen: Was er anpackt, geht zuverlässig durch die Decke! Das gilt einerseits ganz offensichtlich auch für seinen zweiten Horrorfilm "Wir", der gerade in die Kinos gekommen ist und bereits kräftig Kasse macht.

Das gilt andererseits aber auch für den Song, den Peele zum Thema von "Wir" gemacht: "I Got 5 on It" ist ein Platin-Hit von Luniz aus dem Jahr 1995 – die Älteren von euch werden sich erinnern. Der Song war außerhalb von Old-School-HipHop-Parties schon fast in Vergessenheit geraten, aber seit der Veröffentlichung des Trailers von "Wir" Ende Dezember erlebt er eine Renaissance.

"I Got 5 on It": Diskussion über die Lyrics

Im Trailer zum Film, in dem eine Familie von ihren entmenschlichten Doppelgängern gestalked wird, läuft der Track im Autoradio, was eine Diskussion zwischen Mutter, Vater, Sohn und Tochter über die Bedeutung der Lyrics auslöst.

"It's about drugs!" ("Er handelt von Drogen!"), lautet die Antwort der Tochter auf die Frage des Sohns, was "I Got 5 on It" bedeute. Der Vater wehrt sich gegen diese wahrheitsgemäße Feststellung – der Hit des Rap-Duos aus Oakland gilt bis heute als DIE Kifferhymne der San Francisco Bay Area – mit der schönen, zweideutigen Bemerkung: "It's not about drugs, it's a dope song!"

Im Anschluss an das plauderhafte Intro entwickelt sich der Trailer naturgemäß dramatisch, parallel dazu findet die Metamorphose des Songs statt: Die Musik wird dunkler, langsamer, auf orchestrale Weise bombastischer, aber vor allem durchweg gruseliger – und trotzdem bleibt es die ganze Zeit im Kern dasselbe Stück, "I Got 5 on It", unverkennbar.

Ein Geniestreich von Peele, der dazu im Interview mit "Entertainment Weekly" sagte: Dem Beat des Songs wohne eine kryptische Energie inne, der ihn an den Soundtrack zu "Nightmare on Elm Street" erinnere. Zudem habe er die Tatsache, dass es sich um einen Klassiker der Bay Area handele, angemessen gefunden für einen Film, der in Nordkalifornien spielt.

"Wir": Last-Minute-Ergänzung des Soundtracks

Die Rap-Onkel von Luniz erscheinen vielen Millennials damit erstmals auf der musikalischen Landkarte – und die alten Haudegen feiern es hart: "Es ist das Beste – mal abgesehen von der Geburt meiner Kinder –, das ich je gehört habe", so Garrick Husbands aka Numskull, die eine Hälfte des Duos, gegenüber der "New York Times".

Kein Wunder: Es sei ein Resultat seines Erfolges im Trailer gewesen, das der düstere "Tethered Mix" des Songs, der im Film darüberhinaus in zwei Szenen gefeatured wird, in letzter Minute zum Soundtrack hinzugefügt wurde, so PR-Vizepräsidentin Stacey Zarro von Universal Pictures.

Sowohl den Remix als auch das Original werden wir beim immer noch wachsenden Erfolg von "Wir" in nächster Zeit noch häufig hören. Aber es wird eine Weile dauern, bis wir dabei wieder ans Kiffen denken können.

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tim
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