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Kommentar

Tradition auf Twitter: J.K. Rowling entschuldigt sich für den toten Dobby? Ich hätte sogar Harry Potter sterben lassen!

Jedes Jahr am 2. Mai, dem Jahrestag der letzten Schlacht gegen Voldemort, entschuldigt sich Autorin J.K. Rowling für den Tod eines geliebten "Harry Potter"-Charakters. Unsere Autorin findet, sie sollte sich lieber für etwas ganz anderes entschuldigen.

Hauself Dobby im Film "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes"

Der Hauself Dobby starb zwar nicht im "Battle of Hogwarts", sein Tod im letzten Teil der "Harry Potter"-Serie hat trotzdem viele Fans schockiert

Picture Alliance

Ich scheine zu den wenigen Menschen zu gehören, denen es gefällt, wenn in einem Buch oder Film Hauptcharaktere sterben. Versteht mich nicht falsch - ich heule jedes Mal wie ein Schlosshund (ich bin ja schließlich kein Psychopath). Aber ich finde, krasse Emotionen gehören zum Entertainment dazu.

Die "Harry Potter"-Autorin J.K. Rowling entschuldigt sich jedes Jahr am 2. Mai auf Twitter bei den Fans für den "Mord" an einem der gestorbenen Charaktere aus den Büchern. An dem Tag jährt sich der "Battle of Hogwarts", die letzte Schlacht gegen Lord Voldemort.

Traurige "Harry Potter"-Tradition

Begonnen hat die Tradition 2015 mit diesem Tweet: "Heute möchte ich sagen: Das mit Fred tut mir wirklich leid." Fred Weasley war der Bruder von Harry Potters bestem Freund Ron und starb während der besagten Schlacht in Hogwarts. 

Ein Jahr später bat J.K. Rowling bei der Twitter-Community um Entschuldigung für den Tod von Remus Lupin:

"Ok, jetzt kommt's. Bitte rastet nicht aus, aber dieses Jahr würde ich mich gerne dafür entschuldigen, dass ich Snape getötet habe", schrieb sie im vergangenen Jahr. 

2018 war ein besonders trauriger Filmtod an der Reihe: "Es ist wieder Jahrestag. Dieses Jahr entschuldige ich mich für den Tod von jemandem, der nicht während der Schlacht von Hogwarts gestorben ist, aber sein Leben gelassen hat für die, die sie gewinnen sollten. Die Rede ist natürlich von Dobby, dem Hauselfen."

Ich selbst weine jedes Mal wieder, wenn ich die Stelle im Buch lese oder die Szene im Film anschaue. Und das ist doch toll. Jemand hat eine fiktive Figur erschaffen, die ich so sehr liebe, dass ich um sie weine. Um das zu verstehen, muss sie eben manchmal sterben. So funktionieren Geschichten. Sie brauchen unerwartete Wendungen. Get over it.

Fremdschämen im Kino

Ich finde, Harry Potter hätte im finalen Kampf sterben sollen. Mit Voldemort zusammen. Wer jetzt denkt: "Moment mal, hat sie gerade gesagt, dass sie Harry Potter sterben sehen wollte?!" Ja, hab ich! Ich hätte mir kein epischeres Ende vorstellen können. Stattdessen gab es ein Happy End, das mir schon beim Lesen des Romans in meiner Vorstellung unangenehm war. Im Kinosaal bekam das Finale dann einen fast unerträglichen Fremdschäm-Faktor. Die Szene am Bahnhof, als Harry, Ron und Hermine ihre Kinder mit den kitschigen Doppelnamen zusammen verabschieden...

Ganz ehrlich: Für dieses miese Ende sollte sich J.K. Rowling mal entschuldigen!

Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?