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Partytourismus: Der Ballermann auf Mallorca ist asozial?! Von wegen!

Beim Ballermann denken die meisten Leute an asoziale Touristen und Koma-Saufen. Doch ist das berüchtigte Gebiet an der Playa de Palma auf Mallorca wirklich so schlimm? Unsere Community-Autorin verteidigt seinen Ruf, denn sie ist großer Fan.

Von NEON-Community-Mitglied Roxy

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Wie war das noch mit den Vorurteilen? Irgendwie denken viele Menschen an einen asozialen Haufen, wenn sie das Wort Ballermann hören. Es fallen Sätze mit Koma-Saufen oder Reaktionen wie "Ach, du fliegst nach Mallorca – aber nicht zum Ballermann, oder?!" Doch, genau da hin! Die Schickimicki-Clubs sind am Ballermann nicht auf den ersten Blick zu sehen, aber wenn man mich fragt, sage ich "Gott sei Dank!". Obwohl die meisten Menschen mich auf den ersten Blick für eine Tussi halten. Aber was ist schon der erste Blick? Der ist so häufig falsch.

Seit nun dreizehn Jahren bin ich mit meiner besten Freundin einmal jährlich auf Mallorca, besser gesagt am Ballermann. Ich bin mir sicher, wir sind nicht asozial. Wir sind Akademiker und beide berufstätig – was natürlich nicht ausschließt, dass man asozial ist. Aber für viele Menschen passen Akademiker und Ballermann nicht zusammen. Doch von unserer Sorte laufen dort sehr viele rum.

Egal ob Flip-Flop oder High Heels

Das erste Mal auf Mallorca waren wir mit Achtzehn. Unsere erste gemeinsame Flugreise – alles war aufregend und der Ballermann damals noch nicht so populär wie heute. Da ist es passiert: Wir haben uns in den Ballermann verliebt. Man kann in Flip Flops und Badehose, aber auch in High Heels und Kleidchen in den Bierkönig. Klar fällt man dann auf, aber das Schöne ist, es ist völlig egal, wie man dort ankommt, irgendwie gehört man zur Familie. Im Bierkönig sind alle gleich. Dort spricht jeder mit jedem und keiner ist allein. Nach so vielen Jahren Mallorca fühlt man sich dort wirklich "daheim". Die Kellner erkennen einen wieder und trinken einen Schnaps mit einem.

Aber nicht nur das Theken-Personal kennt uns inzwischen in diversen Verfassungen, auch die Putzfrau im Bierkönig ist für uns keine Unbekannte mehr. Sie erkennt uns jedes Jahr wieder. Ihr Name ist Fumi und sie hat einfach immer gute Laune. Auf der Toilette stimmt sie immer ein Lied an: "If you're sexy and you know it, wash your hands". Und alle Frauen auf den Toiletten singen mit.

Mallorca ist Balsam für die Seele

Mallorca ist Balsam für die Seele. Hier kann man einfach mal den Kopf freimachen. Yoga ist gut, Ballermann ist besser. Ich spreche aus Erfahrung, Yoga mache ich auch. Okay gut, für die äußerliche, körperliche Verfassung ist Mallorca vielleicht etwas stressig. Komischerweise habe ich nach dem verlängerten Wochenende immer geschwollene Füße und drei Kilo mehr auf den Rippen, aber meine Seele liegt ausgeruht in dem aufgedunsenem Körper und lächelt. Man wird zwar nicht jünger, aber der Ballermann hält jung.

Die meisten Leute denken, das Publikum dort sei asozial, das ist aber nicht wahr. Die Menschen sind alle sehr hilfsbereit. Es kam das ein oder andere Mal vor, dass ich in den besagten High Heels ab einem gewissen Pegel umgeknickt bin. Sofort waren da Menschen, die sich um mich gekümmert und dafür gesorgt haben, dass ich nicht hinfalle. Die einem einfach so ein Wasser kaufen. Wie selbstverständlich redet jeder mit jedem. Das habe ich noch an keinem anderen Ort auf der Welt in dieser Form erlebt und ich kann behaupten, ich habe schon viele gesehen.

Am Strand gibt es alles

Dieses Jahr am Strand haben wir uns mit einem Inder angefreundet. Er verkauft dort Bier. Was gibt es Schöneres als ein kühles San Miguel am Strand, wenn im Hintergrund die Malle-Schlager laufen, man den Mega Park hinter sich hat und das Meer vor einem? Du brauchst dich nicht vom Fleck zu bewegen, um alles zu bekommen, was du brauchst. Etwas Obst für die fehlenden Vitamine, ein kühles Getränk, dazu eine Massage und eine neue Sonnenbrille. Was will man mehr?

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Der Ballermann ist für jeden Menschen da, man muss sich nur darauf einlassen. Es gibt sicherlich Menschen, die die Nase rümpfen, aber für diese Menschen ist es nicht der richtige Ort. Man kann so viel lachen dort, die Menschen in ihren verrückten Kostümen, die Menschen, die einem viele witzige Dinge erzählen. Es gibt auch mal ernste Gespräche, es ist interessant, wie Jung und Alt gemeinsam feiern können und wie viele unterschiedliche Geschichten dort aufeinander treffen. Das Alter spielt hier keine Rolle.

Wenn wir auf Malle sind gibt’s keine Sorgen. Die einzigen Sorgen sind: Was ziehen wir heute an, wie spät gehen wir los und was essen wir heute Abend? Das Leben kann so einfach sein. Dieses Jahr auf Malle haben wir festgestellt, wenn wir nicht schon wir wären, dann wären wir gern wir. Schade, dass Malle nur einmal im Jahr ist. 

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