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Overtoun Bridge: Von dieser Brücke sprangen schon über 50 Hunde in den Tod - was steckt dahinter?

Bringt diese Brücke wirklich Hunde dazu, Selbstmord zu begehen, oder ist alles bloß Hokus Pokus? Es kursieren viele Theorien um die Overtoun Bridge in Schottland, von der sich Tiere in den Tod stürzen. Auf den Spuren eines Spuks.

Ein Foto der Overtoun Bridge

150 Meter geht es von der Overtoun Bridge in die Tiefe

Es ist kurios und tragisch zu gleich: Von der Overtoun Bridge nahe der schottischen Stadt Milton sollen in den vergangenen 70 Jahren mindestens 600 Hunde gesprungen sein - für über 50 von ihnen endete der Sprung tödlich. Bekannt ist sie deshalb als "Hunde-Selbstmord-Brücke". Doch was lässt die Vierbeiner über die Brüstung des viktorianischen Granitbaus springen und 15 Meter in die Tiefe stürzen?

Die tragische Geschichte der Overtoun Bridge

Verschiedene Theorien über den Ursprung der "Selbstmorde" kursieren durch die Medien. Zuletzt häuften sich die Berichte über die berüchtigte Brücke, als der Religions- und Philosophie-Lehrer Paul Owens 2015 in einem Buch über paranormale Aktivitäten auf dem Overtoun-Anwesen berichtete. Er recherchierte acht Jahre lang über den Fall und vermutet den Geist der 1931 verstorbenen Lady Overtoun als Auslöser für die Unfälle. Angeblich wurde ihre weiße Gestalt mehrmals auf dem Gelände gesichtet. Er habe eine "Präsenz" gespürt, als er auf der Brücke stand. "Ich fühlte einen Phantom-Finger in meinem Rücken, der mich nach vorne trieb", sagte er der britischen Zeitung "Daily Mail". "Es war sehr angsteinflößend." Laut Owens seien Hunde besonders sensibel für Übersinnliches dieser Art. Spukt es also in Schottland?

Auch die Geschichte von Hundebesitzerin Alice Trevorrow befeuert die paranormalen Thesen. Ihre dreijährige Hündin Cassie sprang 2014 von der Overtoun Bridge und überlebte. "Als wir aus dem Auto stiegen, eilte sie voraus, mit den Augen zum Himmel. Dann war sie wie festgenagelt. Eingefroren. Plötzlich rannte sie los und sprang über diese Brücke. Noch immer kann ich ihr Jaulen hören, als wäre es gestern gewesen", erzählt sie "Daily Mail". "Auf keinen Fall hat Cassie das mit Absicht gemacht. Das ist überhaupt nicht ihre Art. Da ist etwas Unheimliches im Gange. An dem ganzen Ort und besonders auf der Brücke ist eine gruselige Präsenz."

Der Besitzer des Overtoun House, Bob Hill, glaubt ebenfalls an einen Spuk. Der Ort sei ein sogenannter "Thin Place", wo die Grenze zwischen Diesseits und Jenseits besonders dünn sei. Laut keltischer Mythologie sollen an solchen Orten die Toten in unsere Welt treten. "Wir fühlen etwas ziemlich Außergewöhnliches hier", sagt er in einer TV-Dokumentation. "Wir wussten, dass es viele Mythen und Legenden von dem Haus gibt. Es ist bekannt als Spukhaus."

Traurige Berühmtheit erlangte die Brücke schon in den Neunzigerjahren, als ein psychisch kranker Vater sein Neugeborenes von der Brücke warf, weil er überzeugt war, es sei der Teufel. Als er anschließend selbst hinterher springen wollte, hielt ihn seine Frau auf. Einige Menschen glauben, diese Tragödie sei der Grund für die selbstmörderischen  .

Können Hunde Selbstmord begehen?

Alles Hokus Pokus, wenn man Dr. David Sands Glauben schenkt. Der Forscher für Tierverhalten versichert in mehreren TV-Dokumentationen, dass keine paranormalen Kräfte am Werk sind und Hunde keinen begehen. Er erklärt sich das Phänomen durch verschiedene natürliche Faktoren. Zum einen könnten die Hunde nicht über die Brüstung der Brücke schauen und wären sich somit nicht bewusst, wie tief es hinunter geht. Zum anderen seien die Hunde neugierig, weil sich viele Passanten über die Brüstung beugen, um hinunter zu sehen.

Der wichtigste Faktor ist laut Sands aber der ausgeprägte Geruchssinn der Vierbeiner. Besonders Nerze, die angeblich unter der Brücke leben, riechen für Hunde extrem anziehend, wie er mit einem kleinen Experiment beweisen wollte. Dazu stellte er drei Gefäße mit den Gerüchen von verschiedenen Kleintieren (Maus, Eichhörnchen und Nerz) auf und ließ Hunde unterschiedlicher Rasse darauf los. Sieben von zehn Hunden (zwei zeigten gar kein Interesse, einer bevorzugte den Geruch vom Eichhörnchen) rannten sofort zum Nerz-Geruch. Dr. Sands ist sicher: "Es ist Neugier, die die Hunde umbrachte." Zu seiner Theorie passt, dass sich die Unfälle meist an sonnigen, windstillen Tagen ereigneten - perfekte Konditionen für aufsteigende Gerüche von Tieren, die unter der Brücke nisten.

Ein Foto vom Overtoun House

Die Brücke führt zum Overtoun House, in dem heute Touristen bewirtet werden

Passieren die tragischen Unfälle heute noch?

Wir haben beim Wohltätigkeitsverein des Overtoun House nachgefragt, ob dort in der letzten Zeit weitere tragische Unfälle passiert sind. Laut dem Verein sind seit 2015 keine Hunde mehr von der Brücke gesprungen. Dort erklärt man sich den Rückgang der damit, dass mehr Spaziergänger auf der Route unterwegs sind - und die Menschen besser auf ihre Tiere aufpassen.

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