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Nicht nur in London: Ein WG-Zimmer ohne Tür? Diese Anzeige macht deutlich, wie krass die Wohnungsnot ist

Man kann seinen Augen kaum trauen, bei diesem Online-Inserat einer Wohnung in London: Fenster, Bett, Schreibtisch, Schrank ... aber wo ist die Tür zu dem winzigen Zimmer? Auf Twitter wird fleißig gerätselt.

Wer in letzter Zeit auch nur einmal auf der Suche nach bezahlbarem Wohnraum war, kennt dieses Leid: Wohnungen in Kellerlöchern, Zimmer in Nudisten-WGs oder gleich einfach ein Zelt auf einem Balkon (diese verrückte Story könnt ihr hier nach lesen). Kurz gesagt: Die Wohnungsnot in Städten ist groß – so groß, dass viele Menschen überall einziehen würden. Das nutzen gierige Vermieter natürlich gerne aus und bieten fensterlose Abstellkammern als "gemütliches Nest" an. Einfach weil sie können. 

Das ist aber nicht nur in deutschen Metropolen und Studentenstädten der Fall, sondern weltweit. Besonders krass in London. Auf Twitter geht gerade eine Online-Annonce viral, die ein möbliertes WG-Zimmer im Osten der britischen Hauptstadt als "gemütliches, helles Doppelzimmer" anpreist. Ein Fenster mit Vorhängen, ein großes Bett, ein Schreibtisch mit Stuhl, ein Kleiderschrank, ein Nachtschränkchen ... alles da, oder? Moment mal, hat das Zimmer keine Tür? Im Internet wird sofort losgerätselt, wie man in das Zimmer gelangen soll. Ein Doppelbett aber keine Tür – klingt wie ein Witz. Oder nach einem Escape-Room, wie manche Twitter-User witzeln. 

"Kreative" Lösungen für die Wohnungsnot in London

Trotzdem wittern sie schnell die Lösung: Unter dem Kleiderschrank sind Rollen befestigt. Er steht also einfach vor der Zimmertür. Wenn man jemanden ins Zimmer lassen oder einfach nur rausgehen will, muss man also erstmal den ganzen Schrank in die nicht vorhandene Mitte des Raumes schieben. Für ein angebliches Doppelzimmer ganz schön ... unpraktisch. "Haben sie den Schrank vor die Tür gestellt, um vorzugaukeln, wie viel Platz man habe?" "Ja, Sie können einen Schrank haben, aber Sie können leider nicht aus dem Zimmer raus", schreibt eine Userin. "Wie kann das überhaupt legal sein?", eine andere. 

Kosten soll das winzige Zimmer in einer Vierer-WG übrigens schlappe 572 britische Pfund, umgerechnet rund 662 Euro. Mittlerweile ist die Anzeige nicht mehr online. Matt Hutchinson, der Chef von "SpareRoom.co.uk", der Plattform, auf der das kuriose Zimmer angeboten wurde, erzählte gegenüber der britischen Boulevard-Zeitung Daily Mail: "Das ist ein wirklich winziges Zimmer und als unsere Moderatoren es bemerkten, haben sie es gelöscht. Wir haben eine Weile gebraucht, um herauszufinden, ob es überhaupt einen Weg hinein gibt." 

Obwohl die Anzeige gelöscht wurde, ist es nicht unwahrscheinlich, dass sich trotzdem ein verzweifelter Mieter dafür gefunden hat. Schließlich liegt die Wohnung in London, noch dazu in einem beliebten Stadtteil. Irgendjemand wird lieber jeden Tag seinen Kleiderschrank durch sein mickriges Zimmer schieben, als obdachlos auf der Straße zu sitzen. 

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