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Interview

DariaDaria: Influencerin über soziale Netzwerke: "Die Ignoranz wichtigen Themen gegenüber kotzt mich an"

Madeleine Daria Alizadeh kämpft für mehr Nachhaltigkeit in der Modeindustrie, wie kaum eine andere deutschsprachige Bloggerin. Woher nimmt sie ihre Inspiration, was war ihr bisher schlimmster Shitstorm und was kann sie an der Social-Media-Welt nicht ausstehen? Der NEON-Lovestorm mit DariaDaria.

DariaDaria: Influencerin über soziale Netzwerke: "Die Ignoranz wichtigen Themen gegenüber kotzt mich an"

Hasskommentare und sogenannte Shitstorms sind im Netz leider allgegenwärtig. In der neuen NEON-Serie "Lovestorm" wollen wir das Positive aus den sozialen Netzwerken in den Vordergrund rücken. Wir stellen euch ab sofort jeden Montag herausragende Persönlichkeiten vor,  die mit ihrem Engagement einen Unterschied in dem sonst so oberflächlichen Instagram-Kosmos machen. Unter dem Hashtag #happymonday und #mondaymotivation legen wir unseren Leser damit Kanäle ans Herz, die inspirieren, mitreißen oder uns ein bisschen schlauer machen. Den Anfang macht Madeleine Daria Alizadeh, besser bekannt als DariaDaria.

Madeleine Sophie Daria Alzizadeh spricht auf ihren Online-Plattformen über nachhaltige und faire Mode, über Achtsamkeit und bewussteres Leben. Sie engagiert sich für einen Lebensstil ohne Plastik und kämpft gegen die Fast-Fashion-Industrie, wie kaum eine andere deutschsprachige Bloggerin. Mit ihrer eigenen Marke "dariadéh" hat die Wienerin ein nachhaltiges Modelabel gegründet, das nicht nur fair produziert, sondern auch bei jeder getätigten Bestellung 50 Cent an karitative Zwecke spendet. 

Auf Instagram hat die junge Frau über 175.000 Follower. Woher nimmt sie ihre Inspiration, was was ihr bisher schlimmster Shitstorm und was kann sie an der Social-Media-Welt nicht leiden? 

Warum steckst du so viel Herzblut in deine Projekte?

"Mir ist meine Plattform extrem wichtig, weil ich aufklären und informieren möchte. Weil ich möchte, dass aus all meinen Followern mündige Bürger und Bürgerinnen werden, die sich nicht aufs Korn nehmen lassen, sondern die informiert sind und aktiv werden und handeln."

Was oder wer inspiriert dich?

"Mich inspirieren Menschen, die wirklich für das kämpfen, was ihnen wichtig ist. Die für ihre Werte einstehen. Das sind vor allem Aktivisten und Aktivistinnen, Politikerinnen. Frauen, die sich in sehr männerdominierten Branchen trauen und kämpfen."

Was kotzt dich in der Social-Media-Welt an – und was liebst du an ihr?

"An der Social-Media-Welt kotzt mich das an, was mich im echten Leben auch ankotzt, ist nämlich viel Ignoranz wichtigen Themen gegenüber. Dass es sehr viele Themen gibt, die einfach brennen momentan und, dass da sehr viel Teilnahmslosigkeit herrscht. Was ich liebe an Social Media ist, dass man wichtige Informationen wie ein Lauffeuer verbreiten kann. Dass man Freundschaften tatsächlich schließen kann und Zusammenschlüsse von Menschen, die, ja für dasselbe Thema brennen."

Was war dein bisher schlimmster Shitstorm?

"Mein schlimmster Shitstorm war, als ich in einem sehr bekannten Radiointerview davon erzählt hab, dass mein Hund hauptsächlich vegan ernährt wird. Das wurde dann sehr aus dem Kontext gerissen und hat natürlich unwissende und dogmatische Menschen auf mich gehetzt. Das war ein sehr, sehr schlimmer Shitstorm. Ein anderer schlimmer Shitstorm, den ich hatte, war in Bezug zur Geflüchtetenkrise, wo ich sehr aktiv war, und da wurde ich natürlich zum Opfer von der rechten Szene."

Was ist das Schönste, was dir je von einem deiner Follower gesagt wurde?

"Ich kann gar nicht entscheiden, was das schönste war, was mir jemals gesagt wurde, weil ich so viele tolle, ermutigende und wertschätzende Nachrichten jeden Tag bekomme. Es sind die Nachrichten von ganz normalen Menschen, wie ich es auch bin, die mir sagen, wie sehr ich ihr Leben verändert hab. Die mir danken, die mir sagen, dass sie vielleicht auch etwas für ihre Kindeserziehung mitgenommen haben. Und das freut mich natürlich ganz besonders."