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"Thumbelina": Ein Mann findet zwei Eichhörnchen-Babys in seinem Bett, eins überlebt und wird adoptiert

Auf trockenen Zweigen und kleinen Ästen hatte eine Eichhörnchen-Mutter zwei Junge auf dem Bett eines Mannes hinterlassen. Er wandte sich an Tierschutzexperten. Ein Tier überlebte – und ist inzwischen eine echte Riesin: Thumbelina.


Bei seiner Rückkehr von der Arbeit nach Hause fand ein Mann aus New York City eine Überraschung in seinem Bett vor: Zwei pinkfarbene Eichhörnchen-Babys, ein paar Zweige und Blätter lagen unter seinem Kissen. Die Mutter hatte sie dort zur Welt gebracht, haarlos, blind und winzig klein. Um in die Wohnung zu gelangen, war sie in den 10. Stock geklettert. Ihr ursprünglicher Kobel war Bauarbeiten zum Opfer gefallen. Nach der Geburt war sie wieder losgezogen und hat sich auf die Suche nach Material gemacht, um ein Nest zu improvisieren.

Der Mann rief zwei Wildtier-Experten, Christina und Michael, die versuchten, die Mutter dazu zu bewegen, mit ihren Kindern die Wohnung wieder zu verlassen. Die aber weigerte sich, lief alleine los, kehrte stets mit neuen Ästen zurück und legte sie um ihre Kinder. Über Stunden. Bis sie gar nicht mehr kam.

Dann verstarb eines der beiden Babys. Und für die beiden Tierschützer stand fest, dass sie den verbliebenen Winzling adoptieren würden. Sie gaben ihm den Namen Thumbelina – nach dem Titel des amerikanischen Zeichentrickfilms, der nach der Vorlage von Hans Christian Andersens "Däumelinchen" gedreht wurde. Denn das Mädchen-Eichhörnchen war so groß wie ein Daumen.

Die Aufzucht gestaltete sich ... laaangsam

Thumbelina war zu einer ungewöhnlichen Jahreszeit auf die Welt gekommen, im März, das ist etwas zu früh für Eichhörnchen. Sie hatte ihre kleine Schwester verloren und somit erstmal keinerlei Kontakt zu anderen Eichhörnchen. Das mögen auch die Gründe dafür sein, dass sie sich anders benahm als ihre Artgenossen. Thumbelina ließ sich Zeit, mit allem. Während andere Babys keine Milch mehr zu sich nehmen, sobald sie die erste feste Nahrung bekommen haben, wuchs sie zu einem Riesenbaby mit Milchflasche heran, das sich weigerte, etwas anderes zu probieren. Während andere Eichhörnchen-Kinder nach vier oder fünf Wochen ihre Augen öffnen, wartete Thumb damit, bis sie neun Wochen alt war. Während die Kleinen es normalerweise kaum abwarten können, herumzutollen, zu klettern und zu springen, interessierte sie sich nicht dafür. Sie spazierte aufrecht durch die Gegend, setzte sich hin und spielte mit ihren Adoptiveltern.

Die beiden Adoptiveltern versuchten alles, um Thumbelina mit anderen Eichhörnchen in Kontakt zu bringen. Ohne Erfolg. Sie wollte nichts mit ihnen zu tun haben. Sie versteckte sich stattdessen im Pullover ihrer Menschenmutter. Die sagt in einem Youtube-Video über sie: "Ich weiß nicht, was sie denkt, was sie ist, aber definitiv nicht ein Eichhörnchen."

Also lebt Thumbelina gemütlich mit ihren Adoptiveltern, ohne sich für irgendetwas jenseits der heimischen vier Wände zu interessieren. Sie liebt Zuckerschoten, Rucola und Avocados – und hasst es, draußen zu sein. Worauf sie auch sehr gut verzichten kann, ist das Geräusch des Staubsaugers. Und, na ja, Eichhörnchen.

Quellen: Thumbelina auf Instagram / Thumbelina bei Facebook / Thumbelinas Blog

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