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Aus der Community

Liebe: Die leere Frau

Die NEON-Leser schreiben in der Community regelmäßig selbst Texte. Wir stellen die besten davon vor.

Von Community-Mitglied Felix Wetzel

Eine junge Frau mit Sonnenbrille trägt ein Skateboard

Wenn die äußere Erscheinung und das Innenleben nicht übereinstimmen ... (Symbolbild)

Sie sagte, es wären nicht alle Menschen so, wie es scheint. Ich wusste nie so genau, wie sie das meinte.

In den ersten Wochen, die wir uns kannten, sagte sie: Ich teste manchmal die Menschen. Weil es so viele gibt, die nur so tun als ob. Da wusste ich noch nicht, wie sie das meinte.

Unser Anfang war nicht anders als andere Anfänge. Wir schlichen umeinander herum. Wir schauten uns in die Augen, ein wenig zu tief. Wir hielten uns bei den vielen kleinen Abschieden fest, ein wenig zu lang. Wir taten uns zur Ablenkung weh, etwas zu oft. Schließlich gaben wir uns eine ganze Nacht hindurch Startschüsse mit den Lippen.

Sie war eine Schwarzlichtsonne

Sie war anders, als die kleinen Mädchen vor ihr, die ich gemocht hatte. Sie hatte so dunkle Augen, dass nur die Liebe selbst sie ausleuchten konnte. Ihre Küsse schmeckten würzig. Ihre Haut war so hell, dass man sie um Mitternacht leicht finden konnte. Sie war eine Schwarzlichtsonne. Und ich ein Planet, der viel zu nah um sie herum seine Bahn zog.

Erzählen konnte sie, weil sie was zu erzählen hatte. Geschichten von Fixern, die sie auf dem Heimweg ansprachen. Bahnhofspunker, die sie heiraten wollten auf dem Schulweg. Sie erzählte von Freunden, die im Krankenhaus gestorben waren und gab ihnen Namen. Manchmal weinte sie nachts, weil sie an ihre Zwillinge denken musste, die sie verloren hatte. Ich hatte viele Tränen zu fangen in der Zeit.

Ich wollte sie beschützen

Wir legten mehr Entfernung zu einander zurück, als Platz zwischen uns war. Der Sommer fuhr uns in die Glieder und wir liebten uns, bis die Blätter sich vor Erschöpfung rot färbten. Wir hielten uns fest, wie zwei Ertrinkende. Sogar der Tod verlor seinen Schrecken, mit ihr am Bettrand. Und ich schwöre, ich wäre ihr überallhin gefolgt. Sie nahm dafür die Liebe in den Mund.

Es gibt Menschen, die scheinen das Unglück anzuziehen. Die können Geschichten erzählen, die man sich selbst nicht mal ausdenken könnte. Die werden krank alle zwei Wochen und erbrechen ihre schwere Kindheit. Die gehen abends weg und lernen das Leben von der dunklen Seite kennen. Die haben es schwer unter vielen, die es leicht haben. Deshalb wollte ich sie so sehr beschützen. Und wenn sie nicht schlafen konnte, hielt ich sie bis zum Morgengrauen fest.

Noch nie so guten Sex gehabt

Ich kam nach Hause. Sie erzählte, dass wohl ein neues Leben in ihr wachsen würde. Daraufhin redeten wir die Tage zu Staub. Beschlossen, uns alle beieinander zu behalten. Das Kleine ging ab in der vierten Woche, als ich gerade in der Schule war. Und unter meinem Shirt spannten sich die Muskeln. Ich würde alles auffangen, was da kommen sollte.

Manchmal erzählte sie mir, wenn sie angemacht wurde von anderen. Dann war ich so wütend, weil ich sie nicht verlieren konnte. Sie sagte, sie hätte noch nie so guten Sex gehabt. Ich bezog das auf mich und wurde ein kleiner Mann. Hin und wieder stritten wir bitterlich, weil sie meinte, ich könnte sie nicht verstehen. Ich verstand nicht, wie sie das denken konnte. Das Wort Therapie füllte sich allmählich mit ihrem Leben.

Ein zähes Ende

Dann nahm die Sache ihren Verlauf. Im Herbst gingen wir getrennte Wege. Wir lebten aneinander vorbei, wie das vielen passiert. Sie hörte auf zu erzählen, ihre Tränensäcke waren immer leer. Ich begann, sie auf die leichte Schulter zu nehmen. Und meine Augen suchten nach Frauen, die nicht so schwer waren. Als der nächste Frühling kam, schliefen wir schon mit zwei Decken.

Nachdem wir uns getrennt hatten, fasste ich mir das Herz einer anderen. Die andere sollte mein Ausweg werden. Aber es war eine Sackgasse. Irgendwann saß ich dann doch wieder neben ihr und sie sagte, sie wäre wieder schwanger von mir. Das öffnete mein Herz wie ein Rammbock. Und ich spürte, wie kalter Wind durch das Loch in der Brust hineinzog. Sie bekam kein Kind. Und ich sie nicht zurück.

Die nächsten Jahre lernten wir, uns zu streiten. Sie liebte meinen besten Freund, sagte sie mir einmal. Und auch, dass sie nicht sicher sei, ob sie mich geliebt habe. Ich schnitt mir die Pulsadern auf, an ihren Worten. Und blutete langsam aus. Bis nichts mehr übrig von ihr war als ihr kalter Name. Dann war es endlich gut. 

Alles erlogen

Sehr viel später im Leben, bekam ich eine Nachricht von ihr und wir trafen uns in einem dieser hellen Holzstuhl-Cafes, wo Menschengeschichten geschrieben werden. Ihre Tränen spülten die Wahrheit auf den Tisch. Sie sagte, sie sei eine Lügnerin. Habe ihr halbes Leben erfunden. Kein Krebs, keine Rückenmarks-Untersuchungen mit höllischen Schmerzen. Keine toten Freunde, mit Namen aus Büchern und Abschiedsworten für die Ewigkeit. Keine verlorenen Kinder, die Zwillinge hatten werden sollen und denen schon Namen gegeben wurden. Keine Bahnhofspunker, die statt Kleingeld Liebe wollten. Keine Liebe.

Ich hielt ihre Hand und machte ihr Mut. Wieder lief das Hilfe-Programm an. Und ich brachte sie noch nach Hause. Zum Abschied sagte ich ihr, dass sie immer die selbe für mich bleiben würde. Es war eine Lüge, die den Kreis schloss. Denn auf dem Heimweg fing es an mit den Fragen. Tausend Fragen. Und nicht eine Antwort konnte man glauben.

Ich teste manchmal die Menschen. Weil es so viele gibt, die nur so tun als ob. Das hatte sie gesagt. Der Verräter sieht überall Verrat, weiß ich heute. Wenn ich jetzt an sie denke, sehe ich nur eine leere Frau mit vertrautem Gesicht. Die ich niemals gekannt habe.

Mehr von Felix Wetzel findet ihr auf seiner Blogpage.

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Themen in diesem Artikel
Dachüberstand beim Gerätehaus und Mindestabstand Grenze zum Nachbarn
Ich wohne in Baden-Württemberg und plane auf meinem Grundstück einen alten Schuppen durch ein neues Gerätehaus (kein Aufenthaltsraum, keine Feuerstätte im Gebäude!) mit den Grundmaßen 3,50 m x 2,50 m und Firsthöhe von 2,21 m zu ersetzen. Da die neue Anlage etwa 60 cm in einer Geländestufe aufgestellt wird, ist die Wand gegenüber dem Nachbarn tatsächlich nur ca. 1,6 m gegenüber der OK des Gartens hoch. Es soll eine verfahrensfreie Umsetzung in einer Grenzbebauung durchgeführt werden. Auf dem Nachbargrundstück ist eine ca. 3m hohe Thuja Hecke, die geringfügig über die Grenze herüber ragt. Nun hat das geplante Gerätehaus einen umlaufenden Dachüberstand von ca. 20 cm, sodaß die Außenmasse des Fundaments etwa 20 cm von der Grundstücksgrenze entfernt ist. Damit ist sichergestellt, dass der Dachüberstand nicht mit dem Nachbargruzdstück überlappt. Wie sieht es nun entsprechend der LBO Baden-Würtenberg mit der Regelung zum Mindestabstand gegenüber der Grenze des Nachbarn aus? Ich sehe 3 Möglichkeiten: a) es gilt als Grenzbebauung. Die überhängende Thuja-Hecke stört mich nicht. b) es müssen 50 cm Mindestabstand eingehalten werden. c) der Überstand am Gerätehaus an der Grenze zum Nachbarn muss entfernt werden, damit der Aufbau als Grenzbebauung anerkannt wird. PS: Zusammen mit der Länge der Garage des Nachbarn wird eine Grenzbebauung von 9m nicht überschritten. Mit der Bitte um eine Rückmeldung, sodaß ich meinen Plan vernünftig abschließen kann. mfg
Buchtitel gesucht. Die Rückkehr ...
Der Titel des zweiten Bandes lautet "Die Rückkehr des <xyz>" Autor ist ein irischer Schriftsteller. Es geht um einen Mönch mit einem Sprachfehler. Als das Kloster von Dämonen angegriffen wird, kann er die Abwehr-Gebete, wegen seines Sprachfehlers, nicht so deutlich sprechen, wie seine Mönchsbrüder und der Geist einer Hexe geht deshalb auf ihn über. Seine Mönchsbrüder wollen ihn, um zumindest seine Seele zu retten, nun auf dem Scheiterhaufen verbrennen. Mit dem Geist der Hexe und etwas Flug-Salbe gelingt ihm aber die Flucht, auf einem Besen durch die Luft reitend. Zufällig belauscht er das Gespräch einer Frau, in die er sich verliebt hat und von der er sich ebenfalls geliebt fühlt. Dabei findet er heraus, dass sie ihn nicht als Mann liebt, sondern dass sie ihn für einen solchen Trottel hält, dass er ohne ihre mütterliche Fürsorge nicht lebenstüchtig sei und dass sie sich deshalb verantwortlich fühlt ihn mit ihrer Mutterliebe zu umsorgen. Tief verletzt hängt er seine Versuche, ein guter Mensch zu sein an den Nagel, will nun böse werden und schließt zu diesem Zweck einen Packt mit dem Teufel. Um den Packt zu besiegeln muss er ein mit Blut unterschriebenes Pergament mit dem Vertragstext verschlucken. Bei der anschließenden Überfahrt nach Frankreich wird er jedoch seekrank und kotzt sich seine Seele aus dem Leib. Dabei geht auch das Pergament mit dem Teufelspackt mit über Bord. Dadurch ist er an den Packt mit dem Teufel nicht mehr gebunden, plant aber weiterhin, mit Hilfe des Teufels ein böser Mensch zu werden. Dabei stellt er sich aber jedesmal so dusselig an, dass immer etwas Gutes dabei heraus kommt. Trotz der tiefen Verletzung durch die Frau, die er liebt, kann er sie doch nicht vergessen und schmachtet ihr auch weiterhin nach. Bei einem Hexenmeister lernt er einen Liebestrank zu brauen. Was er dann auch tut. Der Trank muss sehr lange ziehen. Während also der Trank auch während einer Abwesenheit weiter zieht, dringt eine Kuh in die Höhle ein, in der der Trank gebraut wird und säuft den Trank aus. Als der Mönch in die Höhle zurück kehrt, verliebt sich die Kuh augenblicklich in ihn und weicht ihm von da an nicht mehr von der Seite. Wie heißt der Mönch, der Held dieser Geschichte, und auch titel-gebend ist. Und wer ist der irische Autor?