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Großaufnahme: 15 Dinge, die Sie über "Casablanca" wissen müssen

Es war der Beginn einer wunderbaren Freundschaft: Am 26. November 1942 feierte der unsterbliche Klassiker "Casablanca" mit Humphrey Bogart und Ingrid Bergman in New York seine Weltpremiere. 15 Fakten zum Jubiläum.

Casablanca

"Ich seh dir in die Augen, Kleines": Humphrey Bogart und Ingrid Bergman in dem Film "Casablanca".

•Das Drehbuch von "Casablanca" basiert auf dem nicht aufgeführten Theaterstück "Everybody Comes to Rick's" von Murray Burnett und Joan Allen, das Warner Brothers für die relativ hohe Summe von 20.000 Dollar kaufte. Allens Wunschkandidat für die Rolle des Rick Blaine war immer Clark Gable gewesen. " habe ich gehasst", gestand sie einmal, "ich habe ihn immer für einen gewöhnlichen Trinker gehalten".

•Hier der Original-Trailer:


•" " wurde komplett im Studio gedreht, aus Kostengründen meist in Kulissen, die bereits in anderen Filmen verwendet worden waren. Lediglich die Ankunftsszene von Major Strasser entstand außerhalb, am Van Nuys Flughafen. Der Hangar, erbaut 1928, wurde 2007 abgerissen.

•Dass für die Rick-Rolle in der Ziehung gewesen sein soll, stimmt nicht, der "Hollywood Reporter" hatte das irrtümlich geschrieben. Für Produzent Hal B. Wallis war immer Humphrey Bogart die erste Wahl gewesen, lediglich George Raft stand kurz als Alternative zur Debatte.

•Als Ilsa Lund war ursprünglich die Französin Michelle Morgan vorgesehen, die jedoch 55.000 Dollar Gage forderte, 30.000 Dollar mehr als . Zunächst hatte der Produzent David O. Selznick, bei dem Bergman unter Vertrag stand, sie nicht an Warner ausleihen wollen. Nachdem er aber Gerüchte gehört hatte, dass Schweden ein Verbündender von Deutschland werden könnte und einen Image- und Karriereschaden für die Schwedin Bergman befürchtete, gab er sie für den Anti-Nazi-Film "Casablanca" frei.   

•1973 sprach Bergman in einem Fernseh-Interview über "Casablanca", und warum sie einst dachte, das der Film nicht besonders gut werden würde:


Bergman war fünf Zentimeter größer als Bogart, Regisseur Michael Curtiz stellte ihn deshalb in vielen gemeinsamen Szenen auf eine Kiste oder ließ ihn auf einem Kissen sitzen.

•Das Schauspieler-Ensemble war für eine damalige Hollywood-Produktion erstaunlich international, ein Großteil des Casts bestand aus Europäern, die vor den Nazis in die USA geflohen waren. Lediglich Bogart, Dooley Wilson und Joy Page stammten aus den Vereinigten Staaten.

•Der Song "As Time Goes By" wurde von dem US-Komponisten Herman Hupfeld geschrieben und erstmals 1931 in der Broadway-Show "Everybody's Welcome" von Frances Williams gesungen. Max Steiner, verantwortlich für die Musik in "Casablanca", wollte ursprünglich ein eigenes Lied einsetzen, aber Ingrid Bergman hätte keine Nachdrehs mehr machen können, weil sie ihre Haare bereits für die Hemingway-Verfilmung "Wem die Stunde schlägt" abgeschnitten hatte. Da auch Jack Warner das Stück mochte, arbeitete Steiner es in den Soundtrack ein.

•Sam, der Pianist in "Rick's Café Américain", wird von Dooley Wilson verkörpert, der eigentlich Schlagzeuger war und nicht Klavier spielen konnte. Er sang zwar selbst, die Songs aber wurden vorher aufgenommen, und Wilson tat so, als ob er selbst in die Tasten haut. Immerhin: Er war der Einzige der gesamten Schauspieler-Riege, der wirklich schon mal in Casablanca gewesen war.

•"Casablanca" war 1944 für acht Oscars nominiert und gewann drei: als Bester Film, für die Regie und das Beste adaptierte Drehbuch.

•Am 29. August 1952 feierte der Film auch in den deutschen Kinos seine Premiere, allerdings um 25 Minuten gekürzt und sinnverfremdet. So wurden alle Szenen mit Major Strasser und anderen Nazis, sowie das berühmte Hymnen-Duell "Die Wacht am Rhein"/"Marseillaise" rausgeschnitten. Aus dem Widerstandskämpfer Victor László wurde der norwegische Atomphysiker Victor Larsen, der rätselhafte Delta-Strahlen entdeckt, Cpt. Renault war nun der Interpol-Beamte Monsieur Laporte. Die ungekürzte, neu synchronisierte Version wurde erstmals am 5. Oktober 1975 von der ARD ausgestrahlt.

•Wie alle großen Klassiker wurde auch "Casablanca" unzählige Male zitiert oder parodiert, die bekanntesten Beispiele sind "Eine Nacht in Casablanca" von den Marx Brothers und Woody Allens "Mach's noch einmal Sam". Warner produzierte mit dem Bugs Bunny-Cartoon "Carrotblanca" auch selbst eine lustige Hommage:


Und die Simpsons korrigierten auf ihre spezielle Art das berühmte Ende des Films:


•In den 80er Jahren sorgte der Medienmogul Ted Turner für Kontroversen, indem er zahlreiche schwarzweiße Hollywood-Klassiker kolorieren und auf seinem TV-Kanal WTBS ausstrahlen ließ. Auch "Casablanca" zählte dazu. Kommentar von Humphey Bogarts Sohn Stephen: "Wenn man 'Casablanca' koloriert, könnte man doch auch der Venus von Milo nachträglich Arme verpassen." Hier einige Szenen aus der Farbversion:


•Das sagten...

... die Kritiker:

"Warner stellte einen Film vor, der einem kalte Schauer den Rücken hinunterjagt und das Herz höher schlagen lässt. Wieder einmal, wie schon in anderen Bogart-Filmen, ist ihnen der entscheidende Trick gelungen, eine ergreifende Liebesgeschichte in das Netz eines packenden politischen Plots zu weben." ("The New York Times")

"Auch wenn man sagen kann, dass die Streitkräfte Warner Bros. einen Teil der Show gestohlen haben, hat das die Filmgesellschaft nicht davon abgehalten, einen Film mit dem Titel 'Casablanca' herauszubringen. Er erreicht nicht das Niveau von 'Abenteuer in Panama', ist aber durchaus annehmbar." ("The New Yorker")

... Humphrey Bogart:

"Ich habe in 'Casablanca' nichts gemacht, was ich nicht schon in 30 anderen Filmen gemacht habe, und jetzt sagen alle plötzlich, ich hätte Sexappeal. Wenn Ingrid Bergman in Großaufnahme sagt, dass sie dich liebt, sieht jeder aus wie ein großer Liebhaber."

... und Ingrid Bergman:

"Ich habe ihn geküsst, aber ich habe ihn nicht kennengelernt." (über die Arbeitsbeziehung zu Bogart)