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Langsam = langweilig?: Was genau ist eigentlich Blümchensex - und warum hat er so einen schlechten Ruf?

Blümchensex - das klingt nach fünf Minuten Missionarsstellung mit Kuschelrock als Soundtrack. Der Begriff ist Synonym für Spießigkeit und Langeweile im Bett. Das muss aber nicht so sein.

Blümchensex

Blümchensex - und anschließend mit einem guten Buch ein bisschen kuscheln? Nicht unbedingt.

. Klingt irgendwie niedlich. Aber auch ein bisschen langweilig, so nach fünf Minuten Missionarsstellung mit Kuschelrock als Soundtrack - und anschließend wieder schön die Hände über der Bettdecke. Im Alltagsgebrauch ist der Begriff Blümchensex längst zum Synonym für Spießigkeit und Langeweile im Bett geworden. 

Aber warum eigentlich? Ist Blümchensex etwa schlechter Sex? Und was bedeutet die Bezeichnung eigentlich genau? Fragen über Fragen. Höchste Zeit also, sich ein bisschen genauer mit dem Mythos zu befassen.

Wofür steht der Begriff Blümchensex eigentlich?

Blümchensex oder Gänseblümchensex ist auf Zärtlichkeit ausgerichtete Sexualität, die nicht unbedingt Geschlechtsverkehr beinhalten muss, sondern auch auf Petting oder Heavy Petting beschränkt sein kann. Im Vordergrund steht beim Blümchensex die Intimität und der romantische Aspekt des Liebesspiels. Im Englischen stellt der Ausdruck Vanillasex eine Entsprechung dar, wobei Vanillasex nicht nur Kuschelsex, sondern jede sexuelle Spielart, die nicht unter Sadomaso- oder Fetisch-Praktiken fällt, bezeichnet.

Und wie geht das: Blümchensex?

Blümchensex soll innig sein, er dreht sich ums Berühren und ums Festhalten. Ideale Positionen sind dementsprechend die Missionarsstellung, die Reiter- oder die Löffelchenstellung. Blümchensex ist leise und langsamer als die harte, schnelle Nummer. Es geht darum, sich anzufassen, in die Augen zu sehen, sich fallen zu lassen und sich gegenseitig großflächig zu fühlen. Blümchensex soll bedeutsam sein. Hier wird im wahrsten Sinne des Wortes Liebe gemacht.

Ist Blümchensex langweilig?

Wie oben erwähnt, kommen die Vorzüge des Blümchensex bei der Missionarsstellung besonders gut zum Tragen. Weil diese aber gerne als Synonym für mangelnde Kreativität im Bett gebraucht wird, haftet auch dem Blümchensex ein etwas muffeliger Ruf an. Durchaus zu Unrecht: Wenn sich beide Partner bewusst auf die Langsamkeit einlassen können, nimmt die Intimität nicht selten rauschhafte Züge an. Spätestens dann kann Blümchensex eure Welt mindestens so nachhaltig erschüttern wie die schnelle Nummer auf der Clubtoilette.

Ist Blümchensex nur für die frühe Phase einer Beziehung geeignet?

Sie ist ausgesprochen gut für die Kennenlernphase geeignet, weil der entspannte Angang auch gegen Nervosität hilft und ein bisschen Performance-Druck vom Kessel nimmt. Aber auch für Langzeitpaare kann Blümchensex eine gute Maßnahme sein, sich mal wieder voll auf den Partner zu konzentrieren und im stressigen Alltag gemeinsam zu entschleunigen. Allerdings müssen unbedingt beide Partner in ebendieser Stimmung sein.

Blümchensex - mehr braucht es also eigentlich nicht?

Doch! Das Online-Magazin "Beziehungsweise" bringt es auf den Punkt: "Sowohl Frauen als auch Männer bevorzugen hemmungslosen Sex, der hart ist, wild und bisweilen der Grund, warum man am nächsten Tag nicht so wahnsinnig gut sitzen kann. Eine animalische Volleskalation mit jeder Menge Leidenschaft, Feuer und Schweiß." Dem ist nichts hinzuzufügen. Außer: Zwischendurch eine Runde Blümchensex tut aber auch keinem weh. Sogar ganz im Gegenteil.

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