HOME
Aus der Community

Zwischen Hipstern und Sehnsucht: Warum dieser Artikel auf keinen Fall "Schmachten" heißen darf

ACH. HACH. Unsere Community-Autorin will eigentlich gar nicht, aber es geht nicht anders: Sie SCHMACHTET. Und zwar sehr amüsant.

Von NEON-Community-Mitglied Frau_Irma

Schmachten

Liebe! Schmacht.

Schmachten. Das Wort klingt, als hätte es meine Oma aus der alten Eichenholz Schrankwand hervorgekramt und gemeinsam mit Sinnspruch-bestickten Kissen auf ihrem alten Cordsofa drapiert.

Schmachten.

Das letzte Mal habe ich dieses Wort von Stefanies nerviger -Mitbewohnerin gehört, die bei der WG-Party auf dem Balkon stand und alle Phrasen des Small-Talk Bingos innerhalb von fünfzehn Minuten runterratterte. Neben "Island, oh ja, da will ich auch unbedingt hin. Soooo 'ne beeindruckende Natur und mal was anderes als 'ne Großstadt, aber leider echt teuer" betonte sie Moscow-Mule trinkend (natürlich echt im Kupferbecher), dass sie eigentlich nicht so viel trinken wolle, weil sie sonst einen "Schmacht" bekommt.

"Schmachten" kommt gleich nach "Donnerlittchen"

Am zustimmenden Nicken der anderen konnte ich erkennen, dass ich wohl die Einzige war, die noch nicht ganz etwas damit anfangen konnte. Zumindest nicht in diesem Kontext. Klang für mich eher nach einer ungewollten allergischen Reaktion. Die Augen theatralisch rollend, als ob sie wirklich ein weltbewegendes Problem hätte, führte sie umgehend aus: "Wenn ich trinke, bekomme ich sooo Lust auf Zigaretten. Also so 'nen richtigen Schmacht. Dann will ich eine nach der anderen rauchen."

Aha. Kein Ausschlag. Stefanies nervige Mitbewohnerin schmachtet ungewollt nach Zigaretten, wenn sie Alkohol trinkt. Warum das so schlimm sein sollte oder von ihr als passendes Gesprächsthema empfunden wurde, wusste ich nicht. Auch nicht, ob der böse Mule sie letzten Endes wieder zum Rauchen verführte. Ich stolperte nur kurz über dieses Wort, das anscheinend gemeinsam mit "Hopsassa" und "Donnerlittchen" in dem Karton mit altmodischen Ausdrücken verschwunden war. Schmacht. Schmachten.

Ich schmachte nach dir!

Es passt wie angegossen. Zu meiner derzeitigen Gesamtsituation.
Kein Jungendwort des Jahres hätte es besser beschreiben, kein Adele-Song es besser ausdrücken können: Ich schmachte nach dir. Wie nach einer , weil man zu viel Alkohol getrunken hat. Man weiß, dass es eigentlich ungesund ist, aber man hat so unfassbar viel Lust drauf. Und mit man, meine ich mich.

Ich habe mich dabei ertappt, wie ich dich verstohlen ansehe, mir denke, wie schön ich dich finde, wie ich dieses bittersüße Gefühl genieße, dich küssen zu wollen. Nicht einfach im Suff oder beim Sex. Sondern so richtig. Ehrlich. Nüchtern. Ein erstes Mal. Verdammt. Ich klinge, wie eine Prinzessin, die – ihre Arme verträumt auf einem Seidenkissen gestützt – aus dem Turmfenster sieht, selbstvergessen mit einer Haarsträhne spielt und dabei schmachtend eine Melodie summt.

Schmachten ist herrlich altmodisch, ein wenig romantisch und vor allem: eine von vorneherein etikettierte Gefühlseinstellung.

Ich weiß, dass ich auf Abstand bleiben muss

Schmachten impliziert, dass man etwas bewusst heimlich tut. Dass man ein Verlangen hat, was aber nur in den seltensten Fällen wirklich befriedigt wird. Und dessen bin ich mir durchaus bewusst. Ich kann mich meinem Schmachtverlangen nur hingeben, weil ich durchaus weiß, dass du eigentlich Nikotin für mein Herz bist. Dass ich auf Abstand bleiben muss.

Und wenn mir das mal nicht gelingt, muss ich hin und wieder sogar aktiv gegen das Schmachten vorgehen: Wenn ich mir einbilde, dass ich alleine beim Klang deiner Stimme etwas nervös werde, wenn ich mir vorstelle, wie du mir heimlich, in einem völlig utopischen und absolut ausgedachten Moment gestehst, dass du die selben Gefühle hast wie ich. Wenn ich merke, dass ich einfach nur will, dass es dir gut geht. Dass du glücklich bist.

Ich muss mich wirklich zusammenreißen. Und auf keinen Fall werde ich deinetwegen einen Artikel schreiben, der auch noch "Schmachten" heißt.

Ihr wollt, dass euer Text auch bei NEON.de erscheint? Dann schickt ihn an community@neon.de oder postet ihn direkt in der NEON-Community. Wir freuen uns auf eure Beiträge!

Themen in diesem Artikel
Dachüberstand beim Gerätehaus und Mindestabstand Grenze zum Nachbarn
Ich wohne in Baden-Württemberg und plane auf meinem Grundstück einen alten Schuppen durch ein neues Gerätehaus (kein Aufenthaltsraum, keine Feuerstätte im Gebäude!) mit den Grundmaßen 3,50 m x 2,50 m und Firsthöhe von 2,21 m zu ersetzen. Da die neue Anlage etwa 60 cm in einer Geländestufe aufgestellt wird, ist die Wand gegenüber dem Nachbarn tatsächlich nur ca. 1,6 m gegenüber der OK des Gartens hoch. Es soll eine verfahrensfreie Umsetzung in einer Grenzbebauung durchgeführt werden. Auf dem Nachbargrundstück ist eine ca. 3m hohe Thuja Hecke, die geringfügig über die Grenze herüber ragt. Nun hat das geplante Gerätehaus einen umlaufenden Dachüberstand von ca. 20 cm, sodaß die Außenmasse des Fundaments etwa 20 cm von der Grundstücksgrenze entfernt ist. Damit ist sichergestellt, dass der Dachüberstand nicht mit dem Nachbargruzdstück überlappt. Wie sieht es nun entsprechend der LBO Baden-Würtenberg mit der Regelung zum Mindestabstand gegenüber der Grenze des Nachbarn aus? Ich sehe 3 Möglichkeiten: a) es gilt als Grenzbebauung. Die überhängende Thuja-Hecke stört mich nicht. b) es müssen 50 cm Mindestabstand eingehalten werden. c) der Überstand am Gerätehaus an der Grenze zum Nachbarn muss entfernt werden, damit der Aufbau als Grenzbebauung anerkannt wird. PS: Zusammen mit der Länge der Garage des Nachbarn wird eine Grenzbebauung von 9m nicht überschritten. Mit der Bitte um eine Rückmeldung, sodaß ich meinen Plan vernünftig abschließen kann. mfg
Buchtitel gesucht. Die Rückkehr ...
Der Titel des zweiten Bandes lautet "Die Rückkehr des <xyz>" Autor ist ein irischer Schriftsteller. Es geht um einen Mönch mit einem Sprachfehler. Als das Kloster von Dämonen angegriffen wird, kann er die Abwehr-Gebete, wegen seines Sprachfehlers, nicht so deutlich sprechen, wie seine Mönchsbrüder und der Geist einer Hexe geht deshalb auf ihn über. Seine Mönchsbrüder wollen ihn, um zumindest seine Seele zu retten, nun auf dem Scheiterhaufen verbrennen. Mit dem Geist der Hexe und etwas Flug-Salbe gelingt ihm aber die Flucht, auf einem Besen durch die Luft reitend. Zufällig belauscht er das Gespräch einer Frau, in die er sich verliebt hat und von der er sich ebenfalls geliebt fühlt. Dabei findet er heraus, dass sie ihn nicht als Mann liebt, sondern dass sie ihn für einen solchen Trottel hält, dass er ohne ihre mütterliche Fürsorge nicht lebenstüchtig sei und dass sie sich deshalb verantwortlich fühlt ihn mit ihrer Mutterliebe zu umsorgen. Tief verletzt hängt er seine Versuche, ein guter Mensch zu sein an den Nagel, will nun böse werden und schließt zu diesem Zweck einen Packt mit dem Teufel. Um den Packt zu besiegeln muss er ein mit Blut unterschriebenes Pergament mit dem Vertragstext verschlucken. Bei der anschließenden Überfahrt nach Frankreich wird er jedoch seekrank und kotzt sich seine Seele aus dem Leib. Dabei geht auch das Pergament mit dem Teufelspackt mit über Bord. Dadurch ist er an den Packt mit dem Teufel nicht mehr gebunden, plant aber weiterhin, mit Hilfe des Teufels ein böser Mensch zu werden. Dabei stellt er sich aber jedesmal so dusselig an, dass immer etwas Gutes dabei heraus kommt. Trotz der tiefen Verletzung durch die Frau, die er liebt, kann er sie doch nicht vergessen und schmachtet ihr auch weiterhin nach. Bei einem Hexenmeister lernt er einen Liebestrank zu brauen. Was er dann auch tut. Der Trank muss sehr lange ziehen. Während also der Trank auch während einer Abwesenheit weiter zieht, dringt eine Kuh in die Höhle ein, in der der Trank gebraut wird und säuft den Trank aus. Als der Mönch in die Höhle zurück kehrt, verliebt sich die Kuh augenblicklich in ihn und weicht ihm von da an nicht mehr von der Seite. Wie heißt der Mönch, der Held dieser Geschichte, und auch titel-gebend ist. Und wer ist der irische Autor?