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Crowdfunding für "LoveSync": Sex auf Knopfdruck? Dieses Gerät soll für mehr Verkehr in der Beziehung sorgen

Ein Crowdfunding will das Sexleben in Beziehungen revolutionieren – und zwar mit dem "LoveSync". Man könnte es aber auch einfach Sex-Knopf nennen, denn dieses neue Gerät soll für mehr Liebesspiel in der Liebe sorgen – aber wie?

"LoveSync": Crowdfunding will Sexleben revolutionieren

Sex auf Knopfdruck – wie soll das mit dem "LoveSync" funktionieren?

Getty Images

Zwischenmenschliche Interaktion ist schon schwer: Wie soll man denn wissen, wann die Partnerin oder der Partner geküsst werden will, ob er auch Pizza bestellen will – oder einfach Lust auf Sex hat? Für letzteres Problem soll es nun DIE Lösung geben: "LoveSync". Man könnte es aber auch einfach Sex-Knopf nennen. Das Prinzip ist recht einfach: Man hat zwei Knöpfe, für jeden einen. Wenn man gerade Lust aufs Liebesspiel hat, drückt man (unauffällig!) seinen Knopf. Drückt der Partner dann in den nächsten 15 Minuten ebenfalls (unauffällig!) seinen Knopf, fangen beide Knöpfe an zu leuchten. 

Das Wichtigste beim "LoveSync": Unauffälligkeit!

Die Unauffälligkeit ist wichtig, denn laut Hersteller ist die Hauptaufgabe des Knopfes, eine Zurückweisung durch den Partner zu vermeiden. Der andere bekommt nämlich nur ein Zeichen, wenn er auch den Knopf gedrückt hat – ähnlich wie bei Tinder. Wir fragen uns nur: Ist es nicht ein bisschen auffällig, wenn der, der den Knopf als Erster gedrückt hat, ständig rüber zu einem der Knöpfe schaut, um das Lichtsignal nicht zu verpassen?

Der "LoveSync" hat aber noch weitere Features, denn nur 15 Minuten Zeitspanne ist vielleicht etwas utopisch. Bei zweimal Berühren dehnt sie sich auf eine Stunde, bei dreimal auf zweieinhalb, bei vier auf acht und bei fünf auf 24 Stunden aus. Woher weiß man schon so lange vorher, dass man Lust auf Sex hat? Wissen wir auch nicht. (Hält man den Button für vier Sekunden wird die Sex-Bereitschaft übrigens abgebrochen. Falls man sich doch mal verschätzt hat ...)

Der Sex-Knopf soll das Liebesleben revolutionieren

Laut der Erfinder soll der Knopf die Häufigkeit des Geschlechtsverkehres erhöhen (okay, das können wir uns noch vorstellen), die Romantik verbessern (also wir können uns Romantischeres vorstellen als "Hey, die Buttons leuchten, lass uns Sex haben"), die "romantische Kommunikation" stärken (ähm, wir dachten, da hilft am besten reden und nicht drücken) und "peinliche" Zurückweisung verhindern (ist es nicht auch ein Korb, wenn man nie gleichzeitig den Knopf bedient?). 

Hinzu kommt, dass die beiden Knöpfe ein Kabel haben. Das heißt, einfach mitnehmen ist nicht drin. Es wird empfohlen, die Knöpfe neben das Bett auf dem Nachttisch zu platzieren. Aber mal ehrlich, wie lange halten sich Menschen jenseits der WG-Zeit in ihrem Bett auf? Und wie soll man "unauffällig" den Knopf drücken, wenn man auf 1,40 mal zwei Metern nebeneinander liegt? Wäre ein tragbares Gerät nicht viel sinnvoller? Vielleicht sogar direkt eine App mit Alarmsignal? (Mist, jetzt geht uns wahrscheinlich eine super Geschäftsidee durch die Lappen.) 

Geht das nicht auch ohne?

Eine weitere Frage, die wir uns stellen: Was ist mit den Situationen, in denen man eigentlich gar nicht in Stimmung ist, sondern in Stimmung kommt? Unsere Empfehlung: Einfach mal miteinander reden – oder auf non-verbaler Ebene Sex-Signale schicken. Das sollte bei zwei erwachsenen Menschen doch möglich sein, oder? 

Momentan ist der "LoveSync" übrigens nur ein Prototyp. Deswegen gibt es ein Crowdfunding über "Kickstarter". Für die Realisierung benötigt das Start-up 6644 Euro. Gespendet wurden bereits 9983 Euro von 249 Unterstützern – und das Crowdfunding läuft noch 25 Tage. Das Konzept scheint also viele Leute zu überzeugen. Aber wen wundert es? Schließlich schicken wir auch Whatsapp-Nachrichten an unsere Freunde, die uns am Tisch gegenüber sitzen. Arme, neue Welt.

Ruth Westheimer im Interview
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