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Paar-Probleme: NEON-Beichten: "Mein Freund will keinen Sex mehr – nach nur drei Monaten Beziehung"

In der NEON-Serie über Geheimnisse, schlechten Sex und die kleinen Gemeinheiten des Lebens erzählen junge Menschen, was sie immer schon mal heimlich loswerden wollten. Dieses Mal: Franziska.

Von Katharina Weiß

"Mein Freund will keinen Sex mehr – nach nur drei Monaten Beziehung"

In der Serie NEON-Beichte fragt sich Franziska, warum ihr Freund kein Sex mehr mit ihr hat (Symbolbild)

Unsplash

Franziska ist zum ersten Mal in einer Beziehung. Es fing mit wildem Sex an, jetzt gibt es nur noch Händchenhalten. Geschlechterklischees machen es ihr schwer, mit ihrem Partner darüber zu reden.

"Zwei Wochen vor meinem 22. Geburtstag schleppte ich einen One-Night-Stand ab. Den jungen Mann hatte ich am selben Tag in einem Theaterworkshop kennergelernt. Wir hatten ordentlich einen im Tee, als wir nach schätzungsweise zehn Cuba Libres mit dem Knutschen anfingen und quasi sofort danach zu mir nach Hause torkelten. Der Sex war umwerfend! Wir sind nicht übereinander hergefallen, sondern haben uns langsam ausgezogen, uns viel umarmt, lange massiert. Dann hat er mich beim Lecken fast schon zum Höhepunkt gebracht, aber im richtigen Moment hat er aufgehört, danach ging es noch fast zwei Stunden weiter. Nachdem er mich in den Schlaf gekuschelt hatte, ging er nach Hause. Das hatte er auch so angekündigt. Ich wachte am nächsten Morgen auf und fand auf meinem Nachttisch einen ganz lieben, persönlichen Zettel, auf dem auch seine Telefonnummer notiert war.

Meinen Geburtstag feierten wir schon als Paar. Dass alles so schnell ging, fühlte sich richtig an – vor allem weil die Chemie im Bett einfach stimmte. Es ist meine erste Beziehung, davor kannte ich nur One-Night-Stands und sehr unverbindliche Affären. Das lag nicht unbedingt an mir, ich hätte mir durchaus schon früher eine schöne Liebesbeziehung gewünscht. Aber man kann sich die Frösche eben nicht aussuchen, die man so küsst. Mein Freund arbeitet oft nachts. Als Studentin kann ich mich da ein bisschen seinem Rhythmus anpassen, trotzdem verstehe ich, dass er um 6 Uhr morgens nach Feierabend nicht unbedingt viel Kraft übrig hat. Deshalb war es für mich in den ersten Wochen nicht ungewöhnlich, dass er manchmal auch einfach morgens zu mir kam, und wir keinen Sex hatten.

Und dann bekam er eine Grippe

Wenn wir uns mal die Woche gesehen haben, haben wir immer noch zwei Mal Liebe gemacht – und dass dann auch immer sehr lang und abwechslungsreich, was ich als sehr erwachsen empfand. Für mich war der Sex mit ihm von Anfang an etwas Wunderbares, fast Augenöffnendes. Vor allem: Weil ich gemerkt habe, wie viel schöner es ist, jemandem so nahe zu kommen, der sich mehr als einmal bei dir blicken lässt und sich merken kann, was dir gefällt. Es hat mich emotional wirklich berührt, mit ihm zu schlafen. Da war die berühmte Magie im Raum, die Sex zu etwas macht, dass nichts Ordinäres mehr an sich hat.

Und dann bekam er eine Grippe. So zirka eine Woche war er außer Gefecht gesetzt. Klar, dass Beischlaf in dieser Zeit nicht in Frage kam. Aber auch danach kam es für mehrere Wochen nicht mehr zum Sex. Da ich ja keine Erfahrungen mit Beziehungen habe, dachte ich mir zuerst, dass das reiner Zufall sei. Aber so in der vierten Woche konnte ich mir die selbst ausgedachten Ausreden nicht mehr glauben. Wieder einmal, wenn wir zu Hause so richtig schön am Knutschen waren, ließ ich meine Hände an seinem Körper entlang wandern. Dass er mal wieder nicht darauf einging, sondern mit seinen Händen in den sehr 'ungefährlichen' Zonen am oberen Rücken oder an den Armen blieb, ignorierte ich dieses Mal.

Ich wagte einen, humorvoll ausgedrückt, vorsichtigen Griff in die Zwölf. Er ignoriertes es charmant und zog mich unauffällig in eine Kuschelposition, in der wieder keine Aktion möglich war. Dieses Mal sprach ich ihn darauf an. Ich fragte ziemlich direkt und hauchte ihm pseudo-sexy ins Ohr: "Hast du Lust, heute mit mir zu schlafen?" Die Antwort war kein richtiges "Nein", aber ein Monolog aus Wörtern wie "müde", "fertig", "Kopfweh" und Satzteilen wie "gerne wenn mehr Zeit ist", "einfach kuscheln heute" und "ich hab dich so lieb".

Das Klischee, dass Männer immer Sex haben wollen

Das Problem: Die Gesellschaft hat mich auf diese Situation nicht vorbereitet. Das jahrelange Witzebombardement von Komikern wie Mario Barth hat mich in dem Glauben erzogen, dass es immer Frauen sind, die Migräne oder ihre Periode oder einfach schlechte Laune haben und deswegen keinen Sex wollen. während die Männer sie hungrig umkreisen, wie ein Aasgeier, der nach dem richtigen Moment sucht, um endlich auch mal zum Zug zu kommen. Das ist ein hässliches Bild. Aber genauso hässlich fühle ich mich mit dem Gedanken, dass mein Freund schon nach drei Monaten Beziehung keinen Sex mehr mit mir wollte.

Mittlerweile sind wir ein halbes Jahr zusammen. Und alles andere ist einfach toll. Er hat über die Weihnachtsfeiertage meine Eltern kennengelernt und wir machen zusammen einen Tanzkurs. Dass er viel schweigsamer als ich ist, stört mich manchmal. Es wäre aber Okay, wenn er mir endlich erzählen würde, was da mit unserem Sexleben los ist.

Ich kann mich einfach nicht überwinden, nochmal zu fragen. Schon aus Angst, dass er dann sagt, dass er mich nicht mehr körperlich attraktiv findet. Oder dass er mich zwar liebt, aber nie wieder Sex mit mir haben will. Wenn ich das hören müsste, dann wäre ja quasi Schluss. Aber davor habe ich Angst.

"Das ist körperliche und emotionale Folter"

Früher dachte ich immer, so etwas passiert nur Frauen ab 50, die seit 30 Jahren verheiratet sind – und ihre Ehe unter der Sorge für vier Kinder begraben haben. Mein Freundeskreis ist sehr gespaltener Meinung. Manche Freundinnen sagen: "Lieber zu wenig, als zu viel." Aber gar nicht ist halt auch keine Lösung. Und zwei Kumpels von mir, denen ich das ganz im Vertrauen erzählt habe, verstehen die Welt nicht mehr und fragen mich die ganze Zeit, ob er in unserer sexuellen Vergangenheit vielleicht Anzeichen von Impotenzproblemen hatte oder auf Antidepressiva ist, ohne es mir zu erzählen.

Alle, denen ich es nicht erzähle, denken, dass wir es immer noch wie die Kaninchen treiben. Weil er in der Öffentlichkeit eben super 'touchy' ist und wir richtig viele Küsse und Streicheleinheiten austauschen. Wenn wir zusammen sind, sieht man uns quasi nur Händchenhaltend. Als Single fände ich uns ekelhaft. Aber wenn die alle wüssten, dass hinter den Kulissen nur die Löffelchenstellung im Pyjama passiert ..?

Ich mache die ganze Zeit Witze darüber, aber eigentlich macht es mich wahnsinnig: Ich finde ihn ja attraktiv und erinnere mich noch an den umworbenen Sex, den wir am Anfang hatten – und den ich jetzt einfach nicht mehr bekomme. Das ist körperliche und emotionale Folter. Wenn jemand den Zaubertrick kennt, oder so etwas auch schon mal erlebt hat: Bitte, bitte, verratet es mir!

Ihr habt einen Tipp an Franziska oder euch brennt selber etwas auf dem Herzen, das ihr endlich mal anonym beichten wollt? Dann meldet euch bei unserer Autorin: Schreibt einfach eine Mail an kontakt@neon.de mit dem Betreff "Neon Beichte“.

Sex-Fantasien

Themen in diesem Artikel
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(