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Rat vom Experten: Drei Tipps fürs Online-Dating: Das rät ein Psychologe Singles

Ob beim Wischen auf Tinder oder beim Flirten auf Parship: Nirgendwo kann man die große Liebe systematischer suchen als im Netz. Manche Dating-Plattformen stellen den Singles sogar Psychologen zur Seite. Wir haben mit einem von ihnen gesprochen und uns Tipps geholt.

Online Dating

Wischen, liken, matchen: Viele suchen die große Liebe im Netz

Mein Freundeskreis ist der Beweis dafür, dass es sie wirklich gibt: die Liebe auf den ersten Klick. Tinder-Hochzeiten, Finya-Babys, Elite-Partner-Verlobungen - ich hab alles schon gesehen. Online-Dating ist deutlich besser als sein Ruf. Aber was, wenn es mit dem Internet-Verlieben trotzdem nicht klappt?

Der Diplompsychologe Markus Ernst ist spezialisiert auf die Beratung von Singles. Seit 2007 ist für die Dating-Plattform Parship tätig, übernimmt dort auch die Telefon-Sprechstunde. NEON hat ihn nach seinen Tipps fürs Daten im Netz gefragt.

1. Labert nicht zu lange

"Wir empfehlen, dass man sich nicht zu lange mit Mailkontakt aufhalten sollte. Wenn man merkt, dass man interessiert ist, sollte man bald den nächsten Schritt tun", rät Markus Ernst. "Das kann auch nur telefonisch sein, denn die Stimme beeinflusst ebenfalls, wie attraktiv man jemanden findet. Und wenn das anhält, sollte man sich bald treffen. Sonst besteht die Gefahr, dass man ein Traumbild von jemandem entwickelt, das enttäuscht werden könnte. Oder man weiß nach längerer Zeit einfach nicht, wie man aus der Schreiberei raus kommt."

2. Vorsicht vor Optimierungswahn

Der nicht, die nicht, der schon gar nicht - beim Online-Dating kann man schnell super wählerisch werden, weil die Auswahl schier unendlich scheint. Was, wenn sich nächste Woche ein noch besserer Single anmeldet? Will ich mich dann wirklich mit dem treffen, der "Was geht?" für einen originellen Gesprächseinstieg hält?

"Bei den meisten Online-Datern sind die Ansprüche gerade zu Beginn sehr hoch", sagt Ernst. "Wenn man die Einstellung hat, zum Partner-Finden keine Zeit zu haben und sich einfach mit ein paar Klicks genau den Partner holen möchte, den man braucht, dann ist es schlecht." Die Angst, verbindlich zu sein und sich konkret auf etwas einzulassen, sei groß. Viele befürchteten, dadurch Chancen zu vergeben. "Deshalb sollte man sich klar machen: Was ist mir wichtig im Leben, was sind meine Prioritäten? Ist es wirklich wichtig, dass sie braune Augen und blonde Haare hat oder gibt es vielleicht wertvollere Dinge?"

3. Beschreibt euch realistisch, aber stapelt nicht zu tief

"Man muss den Mittelweg finden zwischen zu oberflächlich oder zu tief. Es hilft, wenn man Freunde fragt, wie sie dich beschreiben würden. Mein Eindruck ist, dass Frauen dazu neigen, sich eher schlechter zu beschreiben und Männer eher etwas dicker auftragen", sagt Ernst. 

Also: vorteilhafte Filter auf Fotos hauen - ja, Fotos von vor fünf Jahren nehmen - nein. Und bloß nicht auf super sportlich machen, wenn man eigentlich schon beim Müll-Rausbringen ins Schwitzen gerät. "Man muss sich gut kennen und wissen, ob man zum Beispiel viel neuen Input braucht oder am liebsten zuhause bleibt. Ähnliche Hobbys und Interessen sind wichtig."

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