HOME

Heilmittel gegen Pilz?: Ärztin warnt vor gefährlichem Trend: Darum hat Knoblauch in eurer Vagina nichts zu suchen!

Knoblauch gehört in vieles, aber nicht in eure Vagina. Eine Gynäkologin warnt auf ihrem Twitter-Account auf sehr amüsante Weise vor dem ebenso gefährlichen wie absurden Trend.

Von Flavia Klingenhäger

Hand hält Knoblauchknolle vor grauem Hintergrund.

In eurer Vagina hat diese Knolle absolut nichts verloren. Gar nichts.

Unsplash

Dass Menschen sich Dinge, die dort eigentlich nicht hingehören, in ihre Vagina schieben um alle möglichen Krankheiten zu behandeln, ist ja nun wirklich nichts Neues. Erst war es Petersilie, um der Periode auf die Sprünge zu helfen, und jetzt ist es… Knoblauch. Ja, ganz richtig: Knoblauch im Kampf gegen Vaginalpilz, it’s a thing. In einem viralen Thread auf Twitter erklärt die Gynäkologin und Autorin Dr. Jennifer Gunter unter dem großartigen Hashtag #vaginaisanogarliczone, weshalb es nicht unbedingt die beste Idee ist, sich Knoblauchzehen in die Vagina zu schieben.

Knoblauch in der Vagina, bitte was?

Knoblauch besitzt gewisse Kräfte – er kann zum Beispiel nützlich sein, um einem schlechten Tinder-Date ganz schnell und „zufällig“ ein Ende zu setzen, indem man sein Gegenüber einmal breit anhaucht. Den Trick kennen vermutlich die meisten von uns. Schon lange gilt die Knolle außerdem als Hausmittel gegen alle möglichen Wehwehchen. Erkältung im Anmarsch? Einfach ein bisschen mehr Knoblauch essen.

Dass man ihn tatsächlich auch zur inneren Anwendung benutzt, ist uns allerdings neu – den Hobby-Biologen im World Wide Web aber offenbar nicht. Auf mehreren Gesundheitsplattformen werden Knoblauchzehen als DIE Rettung bei nervigen Pilzinfektionen gehandelt. Knoblauch enthält nämlich die Aminosäure Allicin, sozusagen den erklärten Erzfeind eines jeden Vaginalpilzes. Also, falls ihr euch im Kampf gegen eine Pilzinfektion befindet: nicht lang schnacken, Kopf in Nacken … äh Knoblauch in die Vagina. Problem gelöst. Oder?

Der Trend ist genauso gefährlich wie absurd

Nichts da. Offenbar ist das alte Hausrezept in Wirklichkeit – surprise, surprise! – gar nicht gut für die Vagina. Dr. Jennifer Gunter hat es sich auf ihrem Twitter-Account zur Aufgabe gemacht, mit allen möglichen Mythen rund um unsere Vagina aufzuräumen. Knoblauch gegen Vaginalpilz sei nichts weiter als ein Mythos, wie sie in acht Tweets ausführlich und sehr unterhaltsam beschreibt. Sie könne nicht glauben, dass sie solch eine offensichtliche Tatsache im Jahr 2019 überhaupt noch erklären müsse.

Sie bestätigt in ihrem ersten Tweet die Aussage, dass Knoblauch Allicin enthalte. Das bedeute, dass es sein KÖNNTE, dass Knoblauch Kräfte hat, die einem Pilz in den Allerwertesten treten. Im Labor. In einer Petrischale mit einem Haufen Zellen. Eure Vagina ist aber de facto ein bisschen mehr als nur ein Haufen Zellen.

Damit der Wirkstoff überhaupt freigesetzt werden könne, so die Ärztin, müsse man die Knoblauchzehe klein schneiden oder durch die Knoblauchpresse drücken. Lest das nochmal laut. Zerdrückter Knoblauch down there? Nein danke.

Nicht nachmachen!

Zusammenfassend lässt sich sagen: Knoblauch hat definitiv seinen Platz in unserem Leben, und zwar in der Tomatensoße oder im Curry. NICHT in unserer Vagina. Weder als Knolle (ugh!), Zehe oder in Form von tausend kleinen Stückchen. Den damit einhergehenden Schmerz und die Peinlichkeit, mit einer entzündeten Vagina bei unserer Frauenärztin aufzutauchen, weil wir blindlings irgendwelchen Internet-Mythen geglaubt haben, können wir uns nämlich auch einfach sparen. 

Themen in diesem Artikel