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Studie: Ein gebrochenes Herz kann das Krebsrisiko erhöhen

Dass ein gebrochenes Herz nicht nur psychische sondern auch wirklich körperliche Schäden herbeiführen kann, ist schon länger bekannt. Doch eine Studie will nun einen Zusammenhang zwischen Trauer und Krebs hergestellt haben.

Traurige Frau

Ein gebrochenes Herz kann wehtun – in einigen Fällen kann es sogar medizinisch belegt werden

Getty Images

Hast du schon mal so richtig schlimmen Liebeskummer gehabt? So doll, dass du dachtest, dir zerbricht das Herz in der Brust? Wo der reine Gedanke an die andere Person zu Atemnot und einem Ziehen in der linken Körperhälfte führt? 

Dass diese Schmerzen nicht rein psychisch sein, sondern sich sogar in echte gesundheitliche Beschwerden entwickeln können, ist bereits länger bekannt. Tako-Tsubo-Kardiomyopathie ist der Fachbegriff für ein klinisch gebrochenes Herz, wie man es manchmal bei Trauernden beobachten kann, die gerade einen großen Verlust erlitten haben. Anfühlen soll es sich wie ein Herzinfarkt. Wissenschaftler glauben, dass das Phänomen von Paaren, die lange verheiratet waren und innerhalb weniger Stunden voneinander sterben, auf Tako-Tsubo-Kardiomypathie zurückzuführen ist.

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Liebeskummer: Einer von sechs Patienten mit gebrochenem Herzen hat bösartige Tumore

Und als wäre das nicht so schon schlimm genug, will eine Studie nun herausgefunden haben, dass eben dieses gebrochene Herz außerdem das Krebsrisiko erhöhen kann. Laut Ergebnissen, die im "Journal of the American Heart Association" veröffentlicht wurden, fand man bei einem von sechs Tako-Tsubo-Patienten bösartige Tumore. Somit laufen Patienten mit einem gebrochenen Herzen eher Gefahr, an Krebs zu sterben, als jene mit einem gesunden Herzen.

Ob das allerdings wirklich direkt medizinisch miteinander zu verbinden ist, bleibt unklar. In der Studie heißt es: "Eine beträchtliche Anzahl von TTS-Patienten zeigt einen Zusammenhang mit bösartigen Tumoren. Die Vorgeschichte der Tumore könnte das Risiko für TTS erhöhen, weshalb bei diesen Patienten eine angemessene Tumor-Früherkennung in Betracht gezogen werden sollte." Auch denkbar ist, dass jemand, der große Trauer verarbeitet, weniger Acht auf seinen Körper gibt, ungesünder isst, mehr raucht, weniger Sport macht, etc. und daher ohnehin einem größeren Krebsrisiko ausgesetzt ist.

Eines lässt sich allerdings mit absoluter Sicherheit sagen: Ein gebrochenes Herz zu haben ist auf allen Ebenen fürchterlich.

Quelle: "Journal of the American Heart Association"

jgs