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Metal-Band Architects Sänger unterbricht Konzert wegen Grapscher im Publikum

Architects-Sänger Sam Carter auf der Bühne
Architects-Sänger Sam Carter setzt sich gegen sexuelle Übergriffe ein
© Andre Havergo/Geisler-Fotopress/
Als er von der Bühne beobachtete, wie ein Konzertbesucher eine Frau in der Menge begrapschte, wurde es dem Sänger der britischen Metal-Band Architects zu viel. Er gab ein klares Statement ab.

Auf Rockkonzerten stehen die Zuhörer meistens eng gedrängt vor der Bühne, es wird getanzt und gedrückt, Körperkontakt ist gewollt und oft auch nicht zu vermeiden. Leider sind Festivals und Konzerte aber auch ein Ort für sexuelle Belästigung. Beim Bråvalla-Festival im schwedischen Norköpping beispielsweise wurden Frauen in diesem Jahr so schlimm belästigt, misshandelt und vergewaltigt, dass die Veranstalter das Festival für 2018 absagen mussten.

Sam Carter, Sänger der englischen Metalcore-Band Architects, wollte das auf seinen Konzerten nicht länger dulden. Als er bei einem Auftritt beim Lowlands Festival in den Niederlanden von der Bühne aus sah, wie ein Mann eine Frau im Publikum begrapschte, platzte ihm der Kragen. Der Fernsehsender "NPO 3FM" hat einen Mitschnitt der Szene auf Twitter gepostet. 

Grapscher beim Crowdsurfing

Darin ist zu sehen, wie Carter nach einem Song die Performance seiner Band unterbricht und sich an das Publikum wendet: "Ich habe überlegt, ob ich etwas dazu sagen sollte, was ich während des letzten Songs gesehen habe. Und wisst ihr was, ich werde es sagen." Ein Fan habe einer Frau beim Crowdsurfing, bei dem die Zuschauer eine Person über ihren Köpfen mit den Händen weitergeben, an die Brust gefasst.

"Das ist verdammt ekelhaft und es gibt hier keinen Platz für solchen Mist", rief der sichtlich wütende Sänger. "Es ist nicht dein Körper und du grapschst hier nicht einfach jemanden an. Wenn du das noch einmal machen willst, hau ab und komm nicht mehr zurück." 

Viel Unterstützung für Sam Carter

Bei den Fans kam Carters Stellungnahme gut an, sie reagierten mit lautem Applaus. Auch auf Twitter bekam der Sänger viel Unterstützung. "Das war wichtig und bedeutsam. Bitte mach weiter so", schreibt eine Nutzerin. "Danke, dass du etwas gesagt hast. Es macht mich froh zu sehen, dass Menschen darüber reden statt es zu ignorieren", twitterte eine andere.

epp

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