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Magersucht, Bulimie, Binge Eating: "Man ist nicht allein damit" - wie eine Künstlerin Betroffenen von Essstörungen Mut machen will

Es sind Bilder zwischen Verstörung und Lebensmut, die die österreichische Künstlerin Mafalda Rakoš in ihrem neuen Buch zeigt. In "I want to dissapear" begleitet sie Betroffene von Essstörungen bei ihrem Weg durch die Krankheit, es sind intime Einblicke. NEON präsentiert Auszüge.

Linda ist bereits seit Jahren von Anorexie (Magersucht) und Bulimie betroffen

Linda ist bereits seit Jahren von Anorexie (Magersucht) und Bulimie betroffen. Das Bild zeigt Hautverbrennungen, die sie sich regelmäßig durch ihre Wärmflasche zuzieht. "Mir ist einfach immer kalt. Ich weiß nicht, warum. Ich kann nicht mehr ohne sie schlafen, und mache sie immer zu heiß … ich weiß nicht, warum. Ich glaube, es ist mir egal."

Rund 70 Millionen Menschen weltweit leiden laut US-amerikanischer Renfrew-Stiftung an Magersucht, Bulimie, Binge Eating oder anderen Essstörungen. Nicht nur für Betroffene, auch für Angehörige und Freunde sind sie gefährlich und belastend. Ganz gleich, welche Ursache die Esstörung im Einzelfall hat, die Krankheit und ihre Folgen werden nach wie vor häufig stigmatisiert.

Ein neues Buch soll Betroffenen jetzt Mut machen. Die österreichische Künstlerin Mafalda Rakoš hat Erkrankte und Geheilte jahrelang begleitet, Porträts, und Erinnerungen zusammengefügt. "Sie geben Einblick in die persönlichen Konflikte, Brüche und Unsicherheiten, die an der Wurzel dieser Erkrankung liegen", heißt es in der Beschreibung des Verlages. "Eines wird dabei schnell klar: Essstörungen sind definitiv kein Zeichen von Schwäche. Und man ist keinesfalls damit allein."

 "I want to disappear. Essstörungen - Eine Annäherung" 

Auf über 200 aufwendig gestalteten Seiten mit 170 Fotos zeigt Rakoš 20 Betroffene und ihren Leidensweg, aber auch die Kraft, mit der sie ihren Kampf gegen ihre Krankheit aufnehmen, und ihren Alltag zwischen Brechattacken und Therapie. NEON zeigt Auszüge aus "I want to disappear. Essstörungen - Eine Annäherung" (Edition Lammerhuber. 39,90 Euro).

Beratung und Anlaufstellen für Betroffene von Essstörungen gibt es unter anderem bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

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Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?