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Bromance-Studie Der beste Freund macht Männer zufriedener als die Partnerin

Zwei Männer umarmen sich
Männer halten zusammen
© Getty Images / themacx
Sie reden über alles, sie geben einander Sicherheit, sie schlafen sogar im selben Bett – und sie sind Männer. Echte Bro's fühlen sich in ihren Männerfreundschaften oft wohler als in ihren Beziehungen mit Frauen. Das kann aber auch kompliziert werden.

Es ist ein uraltes Nebeneinander – und manchmal wird daraus eine Rivalität: Männerfreundschaften gegen Beziehungen zwischen Mann und Frau. Forscher der Universität Winchester in Großbritannien haben sich daran gemacht, dieses weite Feld aufzupflügen. Dafür haben Stefan Robinson, Adam White und Eric Anderson Interviews mit 30 jungen Männern geführt. Dabei fanden sie heraus: Eine sogenannte "Bromance" hat für viele der Studienteilnehmer eine höhere Bedeutung als eine romantische Beziehung mit einer Frau.

Die Befragten sollten beschreiben, welche Erfahrungen sie bisher in Männerfreundschaften gemacht hatten und diese mit den Gefühlen vergleichen, die sie ihren (Ex-)Freundinnen entgegenbringen bzw. entgegengebracht hatten. Auffällig war zunächst, dass jeder dieser Männer bereits mindestens eine enge "Bromance" erlebt hatte – also eine Freundschaft zwischen Männern, in der auch über Gefühle gesprochen wird und in der Geheimnisse geteilt werden. "Er ist mein bester Freund. Ich bin ihm näher als sonst jemandem. Wie eine männliche Partnerin", beschreibt ein Befragter seinen Bro.

Bromance: Alles, was eine Beziehung ausmacht – nur kein Sex

Menschen machen soziale Beziehungen laut der Studie an drei Faktoren fest: Sex, Emotion, Persönlichkeit. Für eine Bromance seien emotionale Verbundenheit und stimmige Persönlichkeiten nötig. Für eine Beziehung mit einer Frau reiche mitunter bereits die sexuelle Anziehungskraft. Eine Bromance hat also alles, was eine romantische Beziehung auch ausmacht – minus den Sex.

29 der 30 Befragten gaben an, mit ihrem besten Freund bereits in einem Bett geschlafen haben und sogar gekuschelt zu haben. Insgesamt kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass Männer in so engen Freundschaften emotionale Stabilität sowie soziale Erfüllung finden – und nicht zuletzt einen Raum, in dem sie so sein können, wie sie sind. Das sei in Beziehungen mit einer Frau oft nicht gegeben.

"Es gibt definitiv Dinge, die ich nur meinem besten Freund erzähle und nicht meiner Freundin", erzählt ein Student. "Ich hätte Angst, dass meine Freundin mich dann nicht mehr mögen würde", sagt ein anderer. "Mein Freund würde mich nie verurteilen." Bromances seien somit für die Befragten "emotional zufriedenstellender" als Beziehungen mit einer Frau, schreiben die Wissenschaftler in ihrem Fazit. 

Beziehungen gehen vorbei, Freunde bleiben

Schwierig wird es nur, wenn aus der Koexistenz von bestem Freund und Beziehung ein Konflikt entsteht. Die Studie weise durchaus "besorgniserregende Ergebnisse" für Frauen auf, schreiben die Forscher. Sie warnen davor, Bromances zu einem "Wir gegen die" zu stilisieren und sich quasi gemeinsam gegen die Frauen der Welt zu verbünden. 

Insgesamt aber begrüßen sie die Wandlung, die Männerfreundschaften gerade auch in der öffentlichen Wahrnehmung gemacht haben. Männer lernten so, Gefühle zuzulassen und sich sicher zu fühlen. Ein Student bringt die Kernaussage der Studie auf den Punkt: "Beziehungen sind oft nur vorübergehend. Eine Bromance kann ein Leben lang halten."

epp

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