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Magazin: NEON #10/2015

Liebe Leserinnen und Leser,

in der letzten NEON-Redaktionskonferenz wurde schnell klar, dass uns derzeit vor allem eins beschäftigt: die Millionen Flüchtlinge, die 2015 in Europa ankommen. Statt uns für eine der bewegenden Geschichten zu entscheiden, die unsere Reporter recherchiert hatten, dachten wir: Man kann gar nicht genug über dieses Thema ­schreiben, lesen, reden, nachdenken – und planten ein großes NEON-Dossier.

Die NEON-Redakteurinnen Judith Liere und ­Fiona Weber-Steinhaus betreuten die Strecke, in der unter anderem Shaza Munawwar aus Syrien erzählt, wie sie in Sachsen ankam, während vor dem Heim ein Nazimob wütete. Zu Wort kommen auch Lokalpolitiker, Wissenschaftler und engagierte Bürger, die gemeinsam an einem neuen Land basteln. NEON-Redakteurin Martina Kix traf Abdoulaye Amadou ­Nassamou, 40, der 2001 nach Deutschland geflohen war und heute als Talentscout Jobs an Flüchtlinge vermittelt. Matt Rota setzte die ­Recherche der Redaktion in eindringliche Illustrationen um.

Illustration: Matt Rota

»Gemeinsam ist man nicht nur weniger allein. Man sieht auch oft besser aus!«

So die These von NEON-Modechefin Aicha Reh. Unter dem Motto »Gründe deine Gruppe« konzipierte sie gemeinsam mit ihrem Team unser schönes und soziales NEON-­Mode-Spezial. Der Fotograf Osamu Yokonami etwa zeigt, warum Uniformen etwas Tolles sein können, wenn sie nicht für das Militär, ­sondern für einen Freundeskreis stehen.

NEON.de: Die ersten Stunden in Deutschland

NEON-Autorin Heike Kottmann und Fotograf Enno Kapitza begleiteten Flücht­linge von ­Italien bis Rosenheim, wo sie von Polizisten regis­­triert werden. ­Kottmanns Text findet ihr im Heft, ­Kapitzas Fotoessay hier online.

Foto: Enno Kapitza

»›Sei du selbst!‹ ist der dümmste Slogan überhaupt. Denn: Wer weiß schon, wer er wirklich ist?«

Wir werden heute permanent mit Selbstverwirklichungsstorys anderer Menschen konfrontiert: Weltrekordler, Weltumsegler, Weltverbesserer. Gleichzeitig wird uns eingetrichtert, dass wir alles werden können, was wir nur werden wollen. »Das ist eine große Lüge«, schreibt NEON-Autorin Lena Steeg in der Titelgeschichte »Mach, was du bist!« – und verrät, wie man trotz Selbstverwirklichungswahn und Karrieredruck glücklich wird. In dem begleitenden Fotoessay zeigen wir historische und ­aktuelle Traumberufe, zum Beispiel den IT-Nerd (2015).

Mach, was du bist! 
Wir können alles ­werden? Von wegen!

Good-Bye, ihr drei

Mit dieser Ausgabe verlassen uns die stellvertretenden Chefredakteure Anke Helle und Sascha Chaimowicz sowie Art-Direktorin Ji-Young Ahn. Liebe Anke und Ji-Young, lieber Sascha, wir werden eure Ideen und Energie ver­missen (und sind gespannt, was ihr als Nächstes macht).

Der Soul des Südens

Fotograf Fabian Brennecke (2. v. re.) und NEON-Redakteurin Martina Kix begleiteten einen Plattensammler, der in Marokko den vergessenen arabischen Soul der 70er sucht: »Jeder hat schon zu ›Galvanize‹ von den Chemical Brothers getanzt. Kaum einer weiß, dass die Melodie von der Sängerin Najat Aatabou stammt«, schreibt Kix.

Foto: Fabian Brennecke

»Um was es geht? eine Menge Geld und Macht kommen zusammen – und hecken was aus«

Eigentlich wollte NEON-Autor Hannes Grassegger, 35, nur eine Geschichte übers Kitesurfen recherchieren. Über Umwege gelangte er auf Necker Island, wo der kitesurfbegeisterte Milliardär Richard Branson ein Gipfeltreffen von ­Investmentbankern und Bitcoin-Hackern veranstaltete.

»Wer in einem Dorf aufwächst, liest entweder nur, wenn er muss, oder immer, wenn er kann«

»Mein Lebenswerk« heißt die neue NEON-Serie im Ressort »Freie Zeit«, in der Künstler das Buch, die Platte oder das Bild vorstellen, das sie entscheidend geprägt hat. In der ersten Folge erinnert sich Schriftstellerin Vea Kaiser an »Middlesex« von Jeffrey ­Eugenides: »Letztes Jahr gab ich mein Exemplar zum Zeichen meiner Liebe einem Mann (…). Wir reden nicht mehr miteinander. Aber mein ›Middlesex‹ will ich zurück. Und wenn ich bei ihm einbrechen muss. Liebschaften kommen und gehen. Dieses Buch muss auf ewig an meiner Seite bleiben.«

Prost in Las Vegas

Haben Pegida und die Grexit-Debatte das Image Deutschlands beschädigt, fragte sich NEON-Redakteurin Nora Reinhardt. Weil Betrunkene die Wahrheit sprechen, flog die Bayerin im Dirndl zum »Oktoberfest« nach Las ­Vegas, um sich im dortigen Hofbräuhaus umzuhören. Nathanael Turner fotografierte.

Foto: Nathanael Turner


Die neue Ausgabe von NEON gibt es ab jetzt überall am Kiosk und auch digital für das Tablet auf iOS und Android. Hier können Einzelhefte des Magazins nachbestellt werden.

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