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Mai-Ausgabe: NEON #05/2017

Alles für die Kuh - In Indien patrouillieren radikale Bürgerwehren im Namen der heiligen Milchgeberin | Frankreichs Frontbekämpfer - Junge Franzosen kämpfen gegen die Rechtsextremen | Was hast du zu gewinnen? Zeit für mehr Mut| Hilfe, mein Chef kann nix! uvm.

EDITORIAL von Fiona Weber-Steinhaus, Redakteurin

Kühe gelten im Hinduismus als heilig. Das wusste ich. Was ich nicht wusste: dass es Menschen gibt, die sie als Aus­rede ­nutzen, um andere zu verprügeln.

Im vergangenen Herbst habe ich drei Monate mit einem Recherchestipendium in Indien verbracht. Dort umsorgt man alte oder kranke Kühe in Pflegestationen. Während er ein Kalb streichelte, erzählte mir ein Mitarbeiter, dass man gegen die Feinde der Kuh mit aller Härte vorgehen müsse – zur Not mit Waffen.

Seitdem Narendra Modi vor knapp drei Jahren die Wahl zum Premierminister gewann, ist die Kuh in Indien wieder zum politischen Symbol geworden: Schlachtgesetze wurden verschärft, Kuhbürgerwehren wurden zum Synonym für gewaltbereite Unruhestifter. Wer macht so was? Engagierte Männer, die ihrer Überzeugung folgen? Eine religiöse Version von Pegida?
Zwei Bürgerwehren nahmen mich, den Fotografen Harsha Vadlamani und einen Übersetzer mit auf Patrouille. Und obwohl es manchmal schien, als fühlten die Männer sich geschmeichelt, dass ich, eine ausländische Journalistin, mit ihnen sprechen wollte, war unklar, ob die Stimmung kippen würde. Irgendwann wurde einer der Männer sauer, weil ich zu viele Fragen stellte, und wir zogen uns zurück. Um zu verstehen, wofür der Konflikt um die Kuh steht, sprach ich noch mit Anwälten, Schlachterinnungen, Tierärzten und Vertretern der hindu-nationalistischen Regierungspartei.
Auch im Heft: Im Mai wählen die Franzosen, im September dann wir. Immer wieder wird diskutiert, wie man mit Politikern wie Marine Le Pen oder Björn Höcke umgehen soll. Mein Kollege Jean-Pierre Ziegler hat junge Franzosen begleitet, die eine Antwort darauf haben. Sie fuhren durch ihre Heimat, um das Gespräch zu suchen – gerade mit jenen Menschen, die nicht ihrer Meinung sind. Die Reaktionen waren, gelinde gesagt, nicht immer nett.

Vielleicht würde es ja helfen, egal ob in Deutschland, Frankreich oder Indien, sich was von den Kühen abzuschauen: In der ganzen Zeit habe ich keine Kuh gesehen, die irgendwie ausgerastet ist.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.