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Krimineller "Gold-Händler": 18-Jähriger prellt Sparkasse mit Falschgold aus dem Internet um 300.000 Euro

Ein Teenager drehte einer Sparkasse sukzessive immer mehr falsche Goldbarren an. Die Bank schöpfte zunächst keinen Verdacht – im Gegenteil: Sie verlangte sogar nach mehr. Nun stehen der junge Mann und seine Mutter vor Gericht.

Goldbarren

Ein Teenager prellte eine Sparkasse mit gefälschten Goldbarren im Hunderttausende Euro (Symbolbild)

Picture Alliance

Am Ende gewinnt immer die Bank - diesen Grundsatz setzte ein damals 18-Jähriger im Spätsommer 2016 außer Kraft. Mit vier Standard-Goldbarren und einem Krügerrand ging er seinerzeit zur Sparkasse Göttingen und bot das vermeintliche Edelmetall dort zum Verkauf an. Was die Angestellten auf der anderen Seite des Schalters nicht bemerkten: Es waren Fälschungen. Der Nachwuchs-Händler hatte die Objekte im Internet bei Ebay erstanden. Wieviel er im Netz bezahlt hatte war unklar, von der Bank kassierte er 5800 Euro. 

Wie die "Hannoversche Allgemeine" berichtet, war dieser Deal der Auftakt zu einer lukrativen Betrugsserie. Der Realschulabsolvent bot der Sparkasse im Anschluss schrittweise weiteres "Edelmetall" an – und kassierte dafür allein im November 2016 rund 190.000 Euro. Die Bank war arglos und fragte dem Bericht nach sogar telefonisch bei ihrem "Goldjungen" nach, ob er nicht noch Nachschub habe. Erst nach Monaten sei dann einem der Sparkassen-Mitarbeiter der Verdacht gekommen, dass vielleicht etwas nicht stimmen könnte, wenn ein Teenager ohne Ende Gold zur Verfügung hat. Er dachte allerdings eher an Geldwäsche. Die Fälschungen wurden auch da noch nicht bemerkt. 

Die Fälschungen wären mit dem Fingernagel zu entlarven gewesen

Erst nachdem ein letzter Verkaufsversuch – diesmal durch die Mutter des 18-Jährigen – scheiterte, kam heraus, dass die Sparkasse Fälschungen angekauft hatte. Und auch nur, weil bereits ein Teil der Barren weiterverkauft worden war. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Sparkasse dem Jungen bereits mehr als 300.000 Euro bezahlt. Nun sind der heute 20-Jährige und seine Mutter wegen Betrugs angeklagt, der Prozess ist angelaufen. 

Wie leicht die Fälschungen zu enttarnen gewesen wären, wurde vor Gericht übrigens bereits am ersten Verhandlungstag demonstriert. Dafür hätte lediglich einer der Mitarbeiter die täuschend echt nachgeahmte Verpackung entfernen und an einem der Barren kratzen müssen. Dann wäre unter der glitzernden Oberfläche ein anderes Metall zum Vorschein gekommen. 

Vom Handel mit gefälschten Edelmetallen kann natürlich nur ausdrücklich abgeraten werden - wenn Ihr echte Tipps für sinnvolle Geldanlagen wollt, seht Euch das untenstehende Video an: 

Geldanlagen: Indexfonds, Aktien und "Social Trading" – so geht Geld anlegen
rös
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