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Diskriminierung: Weniger Geld für schwangere Sportlerinnen: Nike ändert Richtlinien nach öffentlicher Kritik

Nach öffentlichen Protesten mehrerer US-Sportlerinnen ändert der Sportartikelhersteller Nike seine Regularien. Schwangere Markenbotschafterinnen sollen nun nicht mehr schlechter bezahlt werden.

Sportlerin

Mit sechs Gold- und drei Silbermedaillen ist Allyson Felix die erfolgreichste Leichtathletin bei den Olympischen Spielen. Nike wollte der Sportlerin trotzdem in der Schwangerschaft weniger Geld zahlen.

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Eine Schwangerschaft ist für die meisten Familien schon eine große Veränderung – doch gerade für Sportlerinnen kann die Familienplanung das ganze Leben umkrempeln. Schließlich bedeutet die Schwangerschaft und die erste Zeit als Mutter eine Phase ohne intensives Training und potentiell gewinnbringende Auftritte. Dieses vermeintliche Problem sah wohl auch Sportartikelhersteller Nike und zahlte Athletinnen, die ein Kind bekamen, weniger als Kolleginnen ohne Familie. Dagegen haben bekannte Testimonials der Marke nun öffentlich protestiert – und das Unternehmen zum Handeln gezwungen.

Öffentliche Kritik

Vergangene Woche veröffentlichte Läuferin Allyson Felix bei Instagram eine E-Mail des Unternehmens, in der Nike bekannt gab, seine vertraglichen Richtlinien angepasst zu haben: Im Fall einer Schwangerschaft sollen Sportlerinnen 18 Monate lang nicht wie bisher weniger Geld bekommen als ihre Kolleginnen und nicht gekündigt werden können – auch wenn die Frauen weniger sportliche Leistungen erbringen. Das Unternehmen bestätigte die Änderung auch öffentlich gegenüber amerikanischen Medien.

"Mit Schweigen kann man nichts verändern"

Ins Rollen gebracht hatten diese Veränderung neben Allyson Felix die Leichtathletinnen Alysia Montaño und Kara Goucher. Trotz Schweigeklausel hatten sie Nike öffentlich für die Firmenpolitik kritisiert. "Wenn wir Kinder bekommen, riskieren wir finanzielle Einbußen während der Schwangerschaft und danach. Es ist ein Beispiel für eine Sport-Industrie, in der Regeln immer noch meistens für und von Männern gemacht werden", schrieb Felix,  sechsfache Goldmedaillen-Gewinnerin und erfolgreichste Leichtathletin bei den Olympischen Spielen in der "New York Times". Sie habe sich bewusst für eine Familie entschieden, so die Sportlerin. Doch als sie in dieser Zeit mit Nike einen neuen Vertrag habe aushandeln wollen, bot der Sponsor ihr 70 Prozent weniger Geld, da sie nicht mehr ihre Topleistung bringen könne.

Die Berichte der Sportlerinnen führten zu einer Welle der Solidarität und öffentlicher Kritik am Vorgehen von Nike. "Ich wusste immer, dass es meiner Karriere schaden kann, wenn ich mich öffentliche äußere", begann Felix ihren Artikel in der "New York Times". "Aber mit Schweigen kann man nichts verändern".  Am vergangenen Freitag postete die Athletin schließlich die E-Mail von Nike, in der das Unternehmen die Änderung seiner Vertragskonditionen bekannt gab. Felix bedankte sich und fügte hinzu: "Werden nun andere Firmen nachziehen?"

lau
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