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Rassismus-Vorwürfe Nike zieht Turnschuh zurück – wegen der Flagge auf der Ferse

Nike stoppt Verkauf von Schuh wegen Rassismus-Vorwürfen und Collin Kaepernick
Laut einem Bericht des "Wall Street Journal" hat Nike den Verkauf dieses Schuhs (r.) gestoppt
© CrepProtect / Twitter / Eric Risberg / AP Photo / Picture Alliance
Nike hat einen Turnschuh zurückgezogen, weil eine alte Version der US-Flagge darauf für Kritik sorgte. Angeblich habe bei dieser Entscheidung zudem eine Intervention von Werbepartner Colin Kaepernick eine Rolle gespielt.

Nike hat den Verkauf eines neuen Spezial-Schuhs im letzten Moment gestoppt – obwohl die Ware schon an die Händler ausgeliefert war. Das berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf eingeweihte Kreise. Demnach gab es Kritik an einer umstrittenen alten US-Flagge.

Konkret geht es um eine als "Betsy Ross Flag" bezeichnete Version, die in den 1770er-Jahren während der Amerikanischen Revolution entworfen wurde. Diese war auf der Ferse eines limitierten "Air Max"-Modells abgebildet, der als Sonderausgabe für den Nationalfeiertag 4th of July erscheinen sollte. Eine Sprecherin des US-Sportartikelkonzerns bestätigte nun: Das Unternehmen habe sich entschieden, den Schuh doch nicht auf den Markt zu bringen, weil er eine "alte Version der US-Flagge" enthalte.

Gouverneur droht Nike, Fördergelder zu streichen

Nike reagierte damit auf die Kritik im Netz. Dort hatten viele bemängelt, das Symbol sei anstößig, da es aus einer Ära der Sklaverei stamme. Dem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge soll auch der American-Football-Star und Nike-Werbepartner Colin Kaepernick beim Unternehmen gegen den Schuh interveniert haben. Kaepernick hatte 2016 begonnen, während der Nationalhymne vor den Spielen gegen die Unterdrückung von Schwarzen zu protestieren.

Viele User in den sozialen Netzwerken begrüßten die Entscheidung: "Respekt an Nike für die Entscheidung, die Betsy-Ross-Edition nicht zu bringen", schrieb etwa ein Nutzer. Allerdings könnte Nike sich möglicherweise um Fördergelder für ein geplantes Werk nahe Phoenix im US-Bundesstaat Arizona gebracht haben.

Der dortige Gouverneur Doug Ducey ließ seinem Ärger bei Twitter freien Lauf: "Mir fehlen die Worte, um meine Enttäuschung über diese schreckliche Entscheidung auszudrücken". Ducey bezeichnete den Schritt ded Unternehmens als "beschämenden Rückzug" und verkündete, die Behörden angewiesen zu haben, dem Unternehmen sämtliche Finanzhilfen zu streichen. "Wir müssen uns nicht bei Firmen einschmeicheln, die bewusst die Geschichte unserer Nation verleumden."

Quellen: Twitter / Wall Street Journal

rpw mit dpa

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