VG-Wort Pixel

Jeanette Meyerhöfer NEON-Traumjob: Wie wird man eigentlich ... Wedding Plannerin?

Traumjob Wedding Plannerin
"Es ist toll, dass ich dauerhaft mit glücklichen Menschen zusammenarbeite." Jeanette liebt ihren Job als Wedding Plannerin
© Carolin Kratz Fotografie
Traumjob gefunden: Jeanette organisiert Hochzeiten. Aber wie wird man Wedding Plannerin? Was macht man den ganzen Tag? Und wie ist die Bezahlung? Mit NEON hat die Münchnerin über ihren Beruf gesprochen.

Um wen geht's?

Die Wedding Plannerin Jeanette Meyerhöfer ist 36, kommt aus München und plant seit zehn Jahren Hochzeiten. In der Hochsaison organisiert sie jedes Wochenende zwei Ja-Worte für bis zu 250 Gäste. Mittlerweile führt sie auch einen Konzept-Store, in dem sie von Blumen bis zu Konfetti-Kanonen alles rund ums Heiraten verkauft.

Was machst du den ganzen Tag?

Einen typischen Tag gibt es nicht, aber typische Wochenabläufe. Meistens wird samstags geheiratet, deshalb ist der Freitag der Tag der Organisation. Da werden die letzten Taschen gepackt, ich rufe die Braut nochmal an und beruhige sie, falls sie nervös ist. Mit einer meiner Mitarbeiterinnen – ich hab zwei festangestellt – fahre ich dann zur Location und wir richten alles her. Am Hochzeitstag checken wir als "Erstes, ob wir alles dabei haben: vom Brautstrauß bis hin zum Notfallkörbchen mit Schere und Reißnägeln darf nichts vergessen werden. Ich bring dann der Braut immer noch eine Flasche Prosecco mit Erdbeeren vorbei - das sieht auf den Fotos gut aus, die meist beim Anziehen schon gemacht werden und macht ein bisschen locker.

Dann fahre ich zur Kirche und zur Feier-Location und kontrolliere den Aufbau. So ein Tag kann manchmal von 10 Uhr morgens bis ein Uhr nachts gehen. Sonntags wird meist abgebaut, deshalb versuche ich, Montag und Dienstag als mein Wochenende frei zu halten. Mitte der Woche finden normalerweise die Erstgespräche mit den Brautpaaren statt und wir machen die Büroarbeit. Die Planung für eine Hochzeit dauert übrigens zirka ein Jahr. Ich stehe also immer mit einem Fuß bei den Hochzeiten, die gerade stattfinden und mit dem anderen bei denen, die erst nächstes Jahr dran kommen.

Jeanette mit Tochter Ruby in der Kirche beim Aufbau einer Münchner Promihochzeit
Jeanette mit Tochter Ruby in der Kirche beim Aufbau einer Münchner Promihochzeit
© Tom und Jazz Fotografie

Wie wird man das?

Bei mir war es spontan: Als ich ein Jahr in London lebte, ist mir aufgefallen, dass dort Wedding Planner sehr gefragt sind – und hier gab es praktisch keine. Ich hab eine Marktlücke gesehen und zurück in Deutschland einfach mal einen Hochzeits-Blog eingerichtet. Eigentlich hab ich damals im Einzelhandel gearbeitet, hatte aber eine Ausbildung zur Event-Kauffrau abgeschlossen. Ein halbes Jahr passierte nichts, dann kam der entscheidende Moment: Ich saß damals in meiner Mittagspause draußen und hab mir gedacht, dass ich jetzt endlich Geld damit verdienen will. Ich wollte nicht über die 10. Hochzeitstorte schreiben, wenn das alles zu nichts führte. Genau in diesem Moment bekam ich eine Nachricht auf mein Handy von einem TV-Sender. Die suchten eine Hochzeits-Planerin für "Das Bräutebootcamp" und ich hab zurückgerufen und denen gesagt, ich sei eine Mischung aus Bruce Darnell und Dieter Bohlen. Die beiden waren damals total hip - und das hat gezogen: Die wollten mich sofort haben und nach der Ausstrahlung kamen endlich die ersten Aufträge.

Es hat dann trotzdem noch ein Jahr gedauert, bis alles lief. Ich hatte zum Glück die Idee, alle deutschen Wedding-Blogger mit einem eigenen Portal zu vernetzen. Dadurch hat mein Blog an Bekanntheit gewonnen. Plötzlich wurden Restaurants auf mich aufmerksam, Kooperationen entstanden, ich war auf Messen unterwegs. Seitdem läuft es.

Welchen Satz kannst du nicht mehr hören?

Auf Partys fragen mich alle immer nach Tipps für gute Locations zum Feiern, speziell in München. Und sie erzählen oft von ihren eigenen Hochzeiten. Ein bisschen ist es so, als ob man einen Arzt privat kennenlernt und ihm von seinen Wehwehchen erzählt.

Wie ist die Bezahlung?

Meine Hochzeiten fangen bei einer Pauschale von 3500 Euro an. Wir organisieren große Hochzeiten ab 100 Personen mit entsprechenden Budgets. Wer nur 30 Leute einlädt, braucht eigentlich keinen Hochzeitsplaner. Das Gehalt variiert natürlich je nach Größe und Anzahl der Hochzeiten im Monat. Aber man kann sagen, dass es bei Berufseinsteigern bei 2500 netto im Monat losgeht – zumindest in München. Später sind es dann zwischen 4000 und 5000 Euro netto. Dafür hat man aber von März bis November kaum Freizeit. Meistens schließe ich im Dezember oder Januar das Geschäft für vier Wochen komplett und fahre dann mit meiner Familie in den Urlaub.

Was ist das Beste am Job?

Dass ich dauerhaft mit glücklichen Menschen zusammen arbeite. Ich mag es nicht, wenn viel gemeckert wird und das erlebe ich im Alltag fast gar nicht. Das färbt auch ab: Ich bin selbst meist sehr positiv gestimmt. Und ich finde es toll, dass ich unheimlich kreativ sein, außerdem viel rumkomme und jedes Wochenende neue Leute kennenlerne. Das Schönste ist dann immer der Hochzeitstag selbst, weil der oft eine Eigendynamik entwickelt und ganz unterschiedlich ist.

Was das Nervigste?

Wenn die Brauteltern oder Trauzeugen zu viel reinquatschen und sich einmischen, kann das sehr nerven. Schwierig ist auch, wenn Leute mit einer sehr bestimmten Vorstellung zu uns kommen, aber nicht bereit sind, das Geld dafür auszugeben. Eine dreistöckige Torte kostet eben um die 300 Euro – da kann ich beim Konditor auch nichts anderes rausschlagen.

Dein Tipp für Newcomer?

Seid auf Social Media aktiv, das ist wahnsinnig wichtig. Und man sollte sich gut vernetzen, auch mit der Konkurrenz. Man muss außerdem emotional viel aushalten können. das habe ich am Anfang unterschätzt. Eine Braut kann so schnell switchen: Erst ist sie super glücklich und am nächsten Tag wird sie zu Bridezilla. Dann muss man beruhigen können. Du kannst weder jedes Mal mitweinen, wenn die zum Altar schreiten, noch darfst du Panik bekommen.

Das muss man lernen, aber das kommt mit der Erfahrung. Ich weiß inzwischen schon, wenn das Brautpaar zum ersten Mal durch die Tür kommt, wie die Hochzeit aussehen wird. Und man muss mit dem Trend gehen: Du kannst nicht eine 80er-Jahre-Hochzeit mit viel Efeu anbieten. Der Efeu von heute ist übrigens der Eukalyptus – der darf momentan auf keiner Hochzeit fehlen. 

Mehr Traumjobs findet ihr unter neon.de/traumjob.

Es ist die Hochzeit des Jahres: Prinz Harry und Meghan Markle geben sich am 19. Mai das Jawort. Das Spektakel soll voraussichtlich mehr als drei Milliarden Zuschauer vor die Fernseher ziehen. Das britische Hochzeitsunternehmen „Bridebook“ hat die Kosten zur royalen Mega-Hochzeit überschlagen: 36.345.922 Millionen Euro will die Königsfamilie ausgeben. Zum Vergleich: Britische Paare zahlen durchschnittlich 20.000 Euro für ihre Feier. Klar ist: Diese Hochzeit wird alles andere als durchschnittlich. Die Mega-Royal-Hochzeit in Zahlen: Ein ausgewählter Kreis von 800 Gästen darf an der kirchlichen Trauung in der St. George’s Kapelle teilnehmen. 2.640 Menschen sind zu der Hochzeitsfeier im Schloss Windsor eingeladen. Mit 17.000 Gläser Champagner und 28.000 Kanapees werden die Feiernden versorgt. Insgesamt gehen 325.000 Euro für das Catering und 220.000 Euro für Getränke drauf. Bridebook geht davon aus, dass allein das Hochzeitskleid 340.000 Euro kosten wird. Außerdem führte das Hochzeitsunternehmen eine Umfrage unter tausend Brautmodenläden durch. 70 Prozent sagen voraus, dass Meghan ein seidenes Kleid mit einem Schlitz tragen wird. 91 Prozent glauben, dass Meghan mit ihrem Hochzeitskleid einen eigenen Brautkleid-Trend hervorrufen wird – so wie es bei Kate Middleton der Fall war. 125.000 Euro für die Blumen. 50.000 Euro für den Bananen-Hochzeitskuchen. 300.000 Euro für die Musik. Experten vermuten, dass befreundete Musiker des Paares wie Coldplay-Sänger Chris Martin oder Rihanna einen Auftritt auf der Hochzeit haben werden. Der mit Abstand allergrößte Batzen der Hochzeitskosten wird in die Sicherheit investiert. Experten rechnen mit 30 Millionen Euro.
Mehr

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker