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Raumfahrt: Hubble-Teleskop funktioniert nicht – NASA schaltet es erst mal aus und wieder ein

Vor Kurzem machte das berühmte Hubble-Weltraumteleskop der NASA Ärger. Eins der Teile wollte nicht so, wie die Bundesbehörde für Raumfahrt und Flugwissenschaft das wollte. Und um es wieder heil zu machen, nutzte man eine simple Technik.

Hubble Teleskop

(Wahrscheinlich ein Symbolbild. Ist ein Stockfoto, also schwer zu sagen, ob der Mann bei der NASA arbeitet…)

Picture Alliance

Es gibt doch nichts Nervigeres, als wenn der Fernseher, der Wasserkocher, der DVD-Player oder sonstiges Technikgedöns einfach nicht mehr so will, wie man es gerne hätte – oder? Diejenigen unter uns, die nicht so affin sind, was die Kabellage unter der Kommode angeht, und die Anleitung schon fünf Minuten nach Kauf mitsamt Verpackung entweder in den Müll oder die Untiefen des Kellers verbannt haben, können daran schnell verzweifeln.

Und dennoch gibt es einen Trick, der, sollten alle anderen Stricke reißen, fast immer zumindest kurzfristig hilft: Stecker raus, kurz warten und Stecker wieder rein. In der Fachsprache auch gern "aus- und wieder anmachen" genannt. Fast jedes Gerät wird daraufhin zumindest ein kurzes Lebenszeichen von sich geben, das zumindest genügt, um einmal kurz freundlich nachzufragen, was es denn wohl hat, oder nötige Informationen vom Display abzulesen. Und nicht selten geht das Ding danach auch einfach wieder wie 'ne Eins.

Vor Kurzem machte bei der NASA das berühmte Hubble-Weltraumteleskop Sperenzchen. Genauer gesagt: Das Gyroskop, auch Kreiselgerät genannt, des Hubble, das dafür verantwortlich ist, das Teleskop auf seine Ziele auszurichten, bewegte sich zu schnell. Für einen kurzen Moment war man bei der NASA, trotz geballter Kompetenz, ratlos. Laut Statement hatte man für genau solche Momente ein Backup-Gyroskop eingebaut, aber ausgerechnet das machte nicht, was es sollte.

Stellt sich heraus: Die NASA arbeitet genau wie wir!

Was tat man also? Richtig, man machte das gute Teil einfach mal kurz aus – und dann wieder an. Oder in NASA-Sprech: "Das Hubble-Team exekutierte einen laufenden Neustart des Gyro. Diese Prozedur schaltete es für eine Sekunde aus und dann wieder ein, bevor es herunterzentrifugiert hatte." GUTER PLAN, NASA! Hätte ich euch genau so auch gesagt.

Allerdings wollte das biestige Teil hinterher wohl immer noch nicht so ganz. Aber wie gesagt: Manchmal reicht ja schon so ein kleiner Anstoß, um den Ball wieder ins Rollen zu bringen. Zwei Tage später habe man das Teleskop rotiert, um etwaige Blockaden zu lösen, und in dieser Zeit das Gyroskop von schnell auf langsam und wieder zurück gestellt (klingt ein bisschen wie: ich drück mal alle Knöpfe, vielleicht passiert ja was – just sayin'). Nach einiger Zeit pendelte sich die Geschwindigkeit wieder ein und die NASAner sind guter Hoffnung, dass bald alles wieder normal läuft. Geht doch.

Was lernen wir also daraus? Das nächste Mal, wenn etwas kaputt ist und wir einfach wild die Fernbedienung schütteln, die Batterien rausmachen und dann alle Knöpfe drücken und irgendein Typ (Kumpel, Freund, Vater, Nachbar, etc.) meint, diese Taktik kritisieren zu müssen, sagen wir einfach: "Bei der NASA machen die das ganz genau so."

jgs
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