HOME
Ticker-Nachlese

Konzert #wirsindmehr: 65.000 bei Konzert gegen rechts in Chemnitz - Polizei entlarvt Fake-Foto

Zehntausende kamen in Chemnitz zum "Wir sind mehr"-Konzert zusammen. Kraftklub, K.I.Z., Die Toten Hosen und anderen traten ohne Gage gegen Fremdenfeindlichkeit auf. NEON hat vor Ort den Protest begleitet. Die Ereignisse des Tages in der Nachlese.

Mit ihrem Besuch des Konzertes #wirsindmehr mit den Toten Hosen, Kraftklub, Marteria & Casper und anderen Bands haben Zehntausende nach den Übergriffen vion Chemnitz ein Zeichen gegen Rechtsradikalismus gesetzt. Trotz aufgeheizter Atmosphäre an den Vortagen blieb es den gesamten Abend über friedlich. Lediglich an der Gedenkstätte für das Verbrechensopfer Daniel H. entwickelte sich nach dem Konzert eine Blockade. Die Ereignisse des Tages zum Nachlesen:

+++ 23.26 Uhr: Trotz Chaos: Alle haben einen Zug bekommen +++

Bahn und Bundespolizei stellen erleichtert fest, dass der große Andrang am Hauptbahnhof bewältigt werden konnte. "Alles reibungslos, keine Vorkommnisse, alle sind nach Hause gekommen, resümiert die Bundespolizei.

+++ 23.15 Uhr: Blockade an Gedenkstätte löst sich allmählich auf +++

An der Gedenkstätte entspannt sich die Situation allem Anschein nach. Inzwischen harren nur noch etwa 15 Personen aus. Die Polizei beobachtet die Situation, sieht ihren Einsatz aber auch als nahezu abgeschlossen an.

+++ 22.48 Uhr: Monchi zeigt Hitlergruß - Foto offenbar ein Fake +++

Im Netz kursieren Fotos, auf dem Monchi, Sänger der eher linksgerichteten Band Feine Sahne Fischfilet den Hitlergruß zeigen soll. Die Polizei hat schnell ermittelt, dass es sich um ein Fake-Foto handelt. Die Band hatte ein ähnliches Motiv vor der Karl-Marx-Büste im Zentrum Chemnitz' gemacht, auf dem der Sänger zwar den Arm hebt, aber dabei den Zeigefinger ausstreckt.

+++ 22.45 Uhr: Gedenkort wird laut Polizei für politische Zwecke vereinnahmt +++

Offenbar festgefahrene Lage am Gedenkört für Daniel H. Trotz mehrfacher Aufforderung der Polizei, den Platz zu verlassen, gibt es keine entsprechende Reaktion. "Augenscheinlich vereinnahmen beide Seiten den Gedenkort für ihre politischen Ziele", schreiben die Beamten.

+++ 22.07 Uhr: Polizei droht mit Platzverweisen - einige Demonstranten setzen sich +++

An der Gedenkstätte Brückenstraße ist die Atmosphäre weiter aufgeladen. Die Polizei droht nun mit Platzverweisen. Es gibt immer wieder Sprechchöre: "Ob Ost, ob West, nieder mit der Nazipest". Es gilt die Aufforderung, auseinanderzugehen. Einige der Demonstranten setzen sich auf den Boden.

Blockade in der Brückenstraße in Chemnitz

Blockade am Abend an der Gedenkstätte für Daniel H. an der Chemnitzer Brückenstraße

stern

+++ 21.51 Uhr: Polizei schickt zusätzliche Kräfte zur Brückenstraße +++

+++ 21.48 Uhr: Polizei und Stadt sprechen von 65.000 Zuschauern +++

Diese Zahl hatte niemand erwartet: In einer gemeinsamen Mitteilung gehen Stadt und Polizei in Chemnitz nun von 65.000 Besuchern des Konzerts gegen Rechtsradikalismus aus. Auch die Ausrichter von #wirsindmehr waren von einer deutlich kleineren Menge ausgegangen.

+++ 21.38 Uhr: Streitereien am Gedenkort +++

Mindestens 100 Menschen sind am Gedenkort versammelt, meldet die örtliche "Freie Presse". Es komme zu verbalen Auseinandersetzungen, heißt es. Sprechchöre sind zu hören: "Nazis raus!", "Wir sind mehr!" Etwa 15 Polizeiwagen sind aufgefahren.

+++ 21.30 Uhr: Polizeiketten schirmen Tatort ab +++

Weiterhin wird der Tatort von zwei Polizeiketten abgeschirmt. Eine linke Gruppe skandiert: "Say it loud, say it clear, refugees are welcome hier!" Die Stimmung ist angeheizt. Polizei zieht weitere Krtäfte vorsorglich hinzu.

+++ 21.27 Uhr: Zwischenfall beim Gedenken an Daniel H. am Tatort +++

Am Tatort, dort wo während des gesamten Tages Menschen des Opfers Daniel H. gedachten, kam es Abend nach Informationen unserer Kollegen vor Ort nochmals zu einem kleinen Zwischenfall. Eine Menge skandierte "Es gibt kein Recht auf Nazipropaganda", während die Polizei Freunde von Daniel H. abschirmen musste. Eine wütende Person musste zurückgehalten werden. Trotz des insgesamt friedlichen Verlaufs des Konzerttages, kam es am Ort der Tat, die die Aufmärsche in Chemnitz ausgelöst hat, immer wieder zu hitzigen Szenen. 

+++ 21.22 Uhr: Rückreisechaos am Hauptbahnhof +++

Die Stadt Chemnitz geht nach eigener Schätzung von 65.000 Zuschauern bei #wirsindmehr aus. Der Chemnitzer Hauptbahnhof ist für einen solchen Andrang nicht ausgelegt. Die Polizei meldet, dass die Menschen nur nach und nach in den Bahnhof gelassen werden können, um die Züge nach Leipzig zu erreichen.

+++ 21.10 Uhr: Friedlicher Protest gegen rechts +++

Es ist friedlich geblieben an diesem Konzertabend, der nicht vin außen gestört wurde. Ob von #wirsindmehr ein Zeichen gegen Rechtsradikalismus ausgehen wird, muss sich nun zeigen. Für den Abend rechnet die Polizei damit, dass es ruhig bleiben wird.

+++ 21.09 Uhr: Das Konzert ist zu Ende +++

Nur allmählich löst sich die Menge auf. Eigentlich wollten die Musiker nochmal gemeinsam auf die Bühne kommen, um den Publikum zu applaudieren. Campino war dann doch der einzige. Noch wollen die Leute den Platz nicht verlassen.

+++ 21.04 Uhr: "You'll never walk alone" +++

Viel war an diesem Abend die Rede, nicht allein gegen Nazis stehen zu müssen. Die alte Fußball-Hymne "You'll never walk alone" steht daher am Ende des Konzertes.

+++ 20.59 Uhr: Gäste bei den Hosen +++

Ärzte- und Beatsteaks-Musiker steigen jetzt ein. "Stummer Schrei nach Liebe" von den Ärzten wird gerade gerockt. Die Reaktion der Menge: "Alerta! Alerta! Antifacista!"

+++ 20.54 Uhr: Campino: Aktion gegen Rechts wird andauern müssen +++

Campino: "Eine guter Beginn für eine Aktion, die noch dauern wird, bis wir die Arschlöcher wieder im Griff haben werden, meine sehr geehrten Damen und Herren."

+++ 20.48 Uhr: "Sascha" musste ja kommen +++

"Der Sascha, der ist Deutscher, und deutsch sein, das ist schwer ..." Als der Song entstand, fühlte es sich mehr nach Konsens an, gegen Nazis zu sein als in diesen Tagen.

+++ 20.41 Uhr: "Ich will dich, ich will dich, ..."

"... aber nicht, bevor ich weiß: Gibt es irgendwelche Nazis in Deinem Bekanntenkreis"

+++ 20.36 Uhr: Campino: "Leben nicht in einer Seifenblase"

"Überall gibt es Kriege", sagte Campino im "Arte"-Interview vor dem Konzert, "und man kann nicht davon ausgehen, dass wir hier in einer Seifenblase leben und davon nichts bemerken. Die Flüchtlinge gehören eben zu den Auswirkungen."

+++ 20.32 Uhr: Die Toten Hosen rocken los +++

Auswärtsspiel der Alt-Punker aus Düsseldorf in der Partnerstadt der NRW-Hauptstadt.

+++ 20.28 Uhr: Angriff auf Journalisten - Polizei meldet Festnahme in Dresden +++

+++ 20.25 Uhr: AfD nennt das Konzert "Tanz auf Gräbern" +++

AfD-Bundestagsabgeordnete Beatrix von Storch wirft Organisatoren und Besuchern des Konzerts vor, sich auf dem Rücken des Mordopfers Daniel H. zu amüsieren. Dabei haben sich etliche Stellungnahmen der Künstler von der Bühne aus auf den Daniel H. bezogen. #wirsindmehr soll auch dem Gedenken an das Opfer dienen.

+++ 20.18 Uhr: Menge wartet auf die Toten Hosen +++

Allmählich strebt das Konzert dem Höhepunkt zu. Die Bühne wird umgebaut für die Toten Hosen. Campino und Co. werden ebenfalls gut eine halbe Stunde spielen.

+++ 20.15 Uhr: Marteria und Casper geben ihr letztes Adrenalin +++

Die beiden Rapper verlassen die Bühne. "Passt auf Euch auf!"

+++ 20.07 Uhr: "Menschenrechte statt rechte Menschen" +++

Reichlich Slogans auf Pappe im Publikum. Eine Auswahl: "Menschenrechte statt rechte Menschen", "Wer gegen Nazis demonstriert, ist nicht direkt links, sondern normal", "Touristen statt Faschisten", "Mob ist ihr Hobby", "Das B in Rassismus steht für Bildung" oder einfach nur "Menschen".

+++ 20 Uhr: Jetzt kommt Nura auf die Bühne  +++

"Ich bin schwarz", covert Nura den alten NDW-Klassiker "Ich will Spaß". Und motiviert zum Schluss die Menge: "Wer nicht hüpft, der ist ein Nazi!"

+++ 19.55 Uhr: Alles ruhig und friedlich in Chemnitz +++

Obwohl in der Chemnitzer Innenstadt ordentlich was los ist, hat es bisher nach Angaben der Polizei keine besonderen Vorkommnisse gegeben. Mit anderen Worten: Alles ruhig und friedlich bisher.

+++ 19.52 Uhr: "Nazis raus! Nazis raus!" +++

Die Menge skandiert "Nazis raus!" Die beiden Rapper bringen "Adrenalin". "Wir wollen Euch durchdrehen sehen ..."

+++ 19.50 Uhr: Das Konzert geht weiter +++

Marteria und Casper haben ihre halbe Stunde begonnen - "wie ein Champion!" Die Menge vor dem "Nischel" ist in Bewegung.

+++ 19.44 Uhr: Bosse zeigt sich in Chemnitz +++

Der Indie-Sänger Bosse ist aus Hamburg nach Chemnitz gekommen, ohne dort aufzutreten. Im Interview mit "Arte" sagte er, dass er da ist, um jungen Fans zu zeigen: "Wenn man Bock hat auf ein buntes Leben und eine tolle Welt, dann ist jetzt die Zeit, sich dafür zu zeigen."

+++ 19.41 Uhr: Das war's mit dem Heimspiel +++

Kraftklub sind durch mit ihrem Auftritt. Der Platz zwischen Bühne und "Nischel", der Karl-Marx-Büste, ist prallgefüllt.

+++ 19.38 Uhr: Zur Erinnerung: #wirsindmehr läuft auch im Livestream auf stern.de +++

#wirsindmehr im Livestream

+++ 19.35 Uhr: Felix: "Mit nem Popkonzert rettet man nicht die Welt"

Kraftklub-Sänger Felix: "Liebe geht raus an alle, die hier auf der Bühne stehen. Liebe geht raus, an die vor der Bühne hierher gekommen sind."

+++ 19.33 Uhr: Prominente Polit-Gesichter im Publikum +++

Er twittert zwar gerne morgens einen Musiktipp in die Welt, das Programm beim #wirsindmehr dürfte aber nicht ganz seine Musik sein. Trotzdem ist SPD-Parteivize Ralf Stegner in Chemnitz, um gegen rechts zu stehen.

Chemnitz Stegner im Publikum
DPA

+++ 19.24 Uhr: "Gegen Fremdenfeindlichkeit und Faschismus"

"Es bedeutet uns unfassbar viel, dass Ihr alle da seid. Wenn man ein Mikrofon in der Hand hat, sollte man dieses Privileg auch nutzen, und sich äußern", sagt Kraftklub-Sänger Felix. "Gegen Fremdenfeindlichkeit, Faschismus, Homophobie und die verfickte AfD"

+++ 19.20 Uhr: "Wir sind Chemnitzer" +++

"Wir sind Chemnitzer, wir bleiben Chemnitzer", betont Kraftklub-Sänger Felix Brummer, der das Konzert mit organisiert hat. "Wir sind noch hier, wenn die Kameras ausgehen."

+++ 19.14 Uhr: Jetzt geht's los: Kraftklub auf der Bühne +++

Sie kommen bekanntlich aus "Karl-Marx-Stadt".

+++ 19.12 Uhr: Das Heimspiel beginnt: Kraftklub kommen auf die Bühne +++

Weiter geht's jetzt gleich mit dem Konzert. Kraftklub haben in Chemnitz ein Heimspiel.

+++ 19.07 Uhr: Polizei spricht von 50.000 Besuchern +++

Wie unsere Kollegen vor Ort berichten, geht die Polizei derzeit von 50.000 Besuchern des Konzertes aus. Das Handy-Netz in Chemnitz ist laut Polizei teilweise überlastet.

+++ 19.03 Uhr: Monchi: In Chemnitz gibt es auch jede Menge Leute, die Nazis entgegentreten +++

Der Sänger von Feine Sahne Fischfilet betont, dass das Konzert zeigt, wieviele Menschen in Chemnitz gegen Rechtsradikalismus sind. "Diese Leute gilt es zu supporten." Aber auch viele Leute noch zu bequem. "Es können nicht immer dieselben paar hundert gegen Nazis aufstehen." 

+++ 18.50 Uhr: Das war's auch schon mit K.I.Z. +++

Die Menge fordert "Zugabe", doch der Konzertablauf ist streng durchgeplant. Jede Band hat rund 30 bis 35 Minuten Zeit zu spielen.

+++ 18.47 Uhr: K.I.Z. spotten über die Polizei +++

"Der Schwarze Block und die Antifa haben ja zeitweise der Polizei die Arbeit abgenommen. Danke dafür."

+++ 18.42 Uhr: Früher am Abend: Ruhiges Gedenken am Mahnmal für Daniel H. +++

stern

+++ 18.34 Uhr: K.I.Z. geht auf die Bühne und legen los +++

"Wo sind meine linksversifften Gutmenschen ...?"

+++ 18.31 Uhr: Campino: Für ein bewussteres Nicht-Tolerieren +++

Tote-Hosen-Sänger Campino gibt eine Interview auf "Arte". Er hält es für wichtig, dass in Chemnitz ein "Signal für ein bewussteres Nicht-Tolerieren" ausgehe.

+++ 18.28 Uhr: Das war's mit Feine Sahne Fischfilet +++

"Wir sehen uns auf der Straße ..."

+++ 18.24 Uhr: "Es kommt nur drauf an, ob Du Arschloch bist oder nicht"

Feine Sahne Fischfilet beenden ihr Konzert, das mit vielen Statements gewürzt war. Eindringlich sagt Sänger vor dem letzten Song: Es komme nicht drauf an, ob man Punk, Chaot, Normalo oder was auch immer sei. "Es kommt nur drauf an, ob du ein Arschloch bist oder nicht."

+++ 18.17 Uhr: Am Tatort kommt es während des Konzertes zu Wortgefechten +++

Am Tatort kommt es während das Konzert läuft zu Wortgefechten. Unter anderem zwischen Demonstranten und Chemnitzern, die sich von Ihnen als Nazis verunglimpft fühlen. Darunter auch ein Freund des getöteten Daniel H. (im zweiten Bild re., im grün-blauen Kaputzenshirt).

stern
#wirsindmehr: Chemnitzer und Demonstranten liefern sich Wortgefechte während Konzert

+++ 18.13 Uhr: "CDU beklatscht insgeheim" +++

Feine-Sahne-Sänger geht die CDU hart an: "In der CDU wird insgeheim beklatscht, wenn es hier Hetze gegen Menschen gibt. Wenn eine Partei, die christlich im Namen führt, zulässt, dass Zigtausende im Mittelmeer verrecken, dann weißt du, was die Uhr geschlagen hat." Wer im Mittelmeer in Not gerate, sei kein Muslim, Jude oder Christ, sondern in erster Linie ein Menschen, dem geholfen werden müsse.

+++ 18.07 Uhr: Sänger wettert gegen Messerstecher und Verinnahmung +++

In drastischen Worten beschimpft Sänger Monchi sowohl die, "die Messer ziehen" und "Menschen abstechen" als auch diejenigen, die von rechter Seite das Verbrechen für ihre Zwecke vereinnahmen wollen.

+++ 18.06 Uhr: Statement von Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter +++

#wirsindmehr: Hofreiter erklärt, warum er am Konzert in Chemnitz teilnimmt

+++ 18.02 Uhr: Monchi: "Konzert nur ein Anfang" +++

Monchi: "Eine Selbstverständlichkeit, dass so ein Konzert nur der Anfang sein kann, und dass immer mehr Menschen den Arsch hoch zu bekommen haben." - "Alérta, Alertá, Antifascista!", skandiert die Menge.

+++ 17.58 Uhr: Nächste Band: Feine Sahne Fischfilet legen los +++

"Wir sind zurück in unserer Stadt ... und scheißen auf Eure Burschenschaft"

+++ 17.55 Uhr: Als nächste werden Feine Sahne Fischfilet auf der Bühne erwartet +++

Feine Sahne Fischfilet stehen als nächste auf der #wirsindmehr-Bühne. Sänger Monchi sagte zur Motivation der Band, beim Konzert dabei zu sein: "Wenn der Verfassungsschutz mehr über dich und deine Band als über Nazibands weiß, dann weiß man, wo der steht. Wenn der uns scheiße findet, sehe ich das als Kompliment."

+++ 17.52 Uhr: Kraftklub-Sänger Felix: "Wichtig, dass man nicht allein ist" +++

"Wir sind nicht naiv. Wir geben uns nicht der Illusion hin, dass man ein Konzert macht und dann ist die Welt gerettet", so Kraftklub-Sänger Felix Brummer schon vor Beginn des Open Airs. "Aber manchmal ist es wichtig, zu zeigen, dass man nicht allein ist."

+++ 17.50 Uhr: Trettmann beendet seinen Gig +++

So, das war's von Trettmann. Er verabschiedet sich von der Bühne, indem er dreimal "#wirsindmehr" skandiert; das Motto des Konzerts.

+++ 17.43 Uhr: Trettmann grüßt die Leute, ... +++

... die hier das Banner hochhalten, wenn wir wieder weg sind. Und Grüße nach Dresden an die Leute, die sich heute wieder Pegi in den Weg stellen.

+++ 17.40 Uhr: Trettmann: "Tanzen nicht auf dem Grab von Daniel" +++

"Wir tanzen hier nicht auf dem Grab von Daniel". Das allerletzte wie es die Rechten versucht haben, bezieht Trettmann Stellung.

+++ 17.28 Uhr: Viel los in Chemnitz - Der ÖPNV schafft es aktuell nicht mehr +++

Offenbar gibt es weiter einen Riesenandrang zum Konzert am "Nischel". Laut Polizei wurde der ÖPNV erst einmal eingestellt. Der Shuttle werde aber aufrecht erhalten. Die Bundespolizei teilt zudem mit, dass von Leipzig noch etliche ausgelastete Züge Richtung Chemnitz unterwegs sind.

+++ 17.28 Uhr: Jetzt geht's los mit der Musik - Den Anfang macht Trettmann +++

Trettmann macht den Anfang: "Liebe ist immer größer als Hass", schickt er seinem Konzert voran.

+++ 17.18 Uhr: Kritik an der CDU und Polizei +++

Sprecherin fährt fort: CDU sei Teil einer Politik, die relativiert und kleinredet und Anti-Faschisten beschuldige. Sprecherin klagt auch Ministerpräsident Kretschmer an, nicht genug getan zu haben. "Auf rechtsradikaler Seite ist man blind". Kritik an der Polizei, die nicht genug eingeschritten sei. Das Gewaltmonopol sei in Chemnitz "ein weiteres Mal" aus der Hand gegeben worden, so "Chemnitz nazifrei".

+++ 17.14 Uhr: Warum sind wir heute hier? +++

Eine Sprecherin von "Chemnitz nazifrei" klärt die Frage, warum das Konzert stattfindet. Es gehe nicht um Partystimmung, sondern darum, dass ein Verbrechen von rechten politischen Gruppen vereinnahmt worden sei.

+++ 17.07 Uhr: Schweigeminute für Opfer Daniel H. +++

+++ 17.03 Uhr: Begrüßung gestartet: Wir werden diese Stadt nicht den Faschisten überlassen +++ 

Rund 40.000 sollen gekommen sein. Bevor die Musik los geht, heißt es von der Bühne: Wir geben keinen Platz für Menschenjagden. Wir geben keinen Platz für Rassismus. "Nazis raus", erklingt es erneut.

+++ 17.00 Uhr: Die Bühne ist klar in Chemnitz +++

Die Bühne ist klar in Chemnitz. Aus dem Publikum wird gerufen: "Nazis raus", sonst gespanntes warten.

+++ 16:54 Uhr: Der Regen setzt ein +++

Es regnet in Chemnitz. Viele Besucher des Konzerts sind vorbereitet und haben schon ihre Kapuzen aufgesetzt oder die Regenjacken drüber gezogen. Auch Regenschirme kommen jetzt zum Einsatz. Aus den Boxen schallt bereits Musik. In knapp fünf Minuten geht es dann mit der Schweigeminute los.

+++ 16:47 Uhr: Es wird bunt +++

Die Initiative "Aufstehen gegen Rassismus" verteilt diese kleinen Plakate zum Selbstbasteln.

+++ 16:43 Uhr: Bezüglich Thügida-Demo meldet sich Polizei Sachsen über Twitter +++

+++ 16:38 Uhr: Bereich vor der Bühne wird voller +++

Dahinten steigt gleich das Konzert. Zwanzig Minuten vorher sind schon einige Tausend Menschen da, wie unser Redakteur vor Ort berichtet.

+++ 16:30 Uhr: Radio, Fernsehen und auf NEON.de +++

In 30 Minuten geht das Konzert los. Hier haben wir für euch zusammengetragen, wie ihr es live mitverfolgen könnt.

+++ 16:09 Uhr: Die Stadt füllt sich +++

Unser Redakteur ist noch immer für euch vor Ort. Er berichtet, dass schon einige Menschen auf dem Weg zum Konzert sind  – es geht ja schließlich schon in einer knappen Stunde los.

+++ 16:05 Uhr: Pressekonferenz ist beendet +++

Die Pressekonferenz ist nun vorbei. Weiter geht es um 17 Uhr beim Konzert. Campino gibt aktuell noch Einzelinterviews.

+++ 16:02 Uhr: Monschi erhält viel Applaus für Statement gegen Verfassungsschutz +++

"Sie haben meiner Meinung nach die NSU unterstützt bzw. dafür gesorgt, dass der NSU erst möglich wurde!" Außerdem fügt er hinzu: "Wenn die mich scheiße finden, gebe ich einen Fick drauf!"

+++ 16:00 Uhr: Jetzt ist Campino an der Reihe +++

Auf die Frage, wann das Konzert ein Erfolg ist antwortet Campino: "Wenn eine Riesenzahl von Menschen kommen und wenn alles gewaltfrei bleibt. Wir wollen es Populisten nicht leicht machen. Sie sollen nachher nicht sagen, das wir "linke Idioten" sind". Übrigens: Campino wurde von Monschi angerufen und zum Konzert eingeladen.

+++ 15:55 Uhr: Monschi von "Feine Sahne Fischfilet": "Das, was in Chemnitz passiert ist, hätte woanders auch passieren können" +++

"Das, was in Chemnitz passiert ist, hätte woanders auch passieren können. Wenn ein rassistischer Mob einen Mord instrumentalisiert, geht das gar nicht. Da würde ich mich schämen, nicht dabei zu sein und aufzustehen. Die Scheiße, die hier in Sachsen passiert, muss angesprochen werden!"

+++ 15:50 Uhr: Marteria: "Habe das 1992 in Rostock miterlebt." +++

"Wir waren sofort dabei. Bei mir sitzt das alles schon sehr tief. Ich bin geborener Rostocker. Mir geht es um die Menschen, die nicht so denken. Die für Gastfreundschaft verschiedener Kulturen eintreten. Ich habe das damals 92 in Rostock miterlebt. Das hat klein angefangen und dann standen irgendwann Tausende vor dem Sonnenblumenhaus und haben angefangen, Molotovcocktails zu werfen. Schlimm, dass hier ein Mord benutzt wurde. Wenn ich früher erzählt habe, dass ich aus Rostock komme, hieß es immer nur "Ach, die Nazi-Stadt"

+++ 15:45 Uhr: Als Nächstes ist Trettmann dran +++

"Ich bin geborener Karl Marx Städter. Das Problem von rechter Hetze verfolgt mich schon seit meiner Jugend"

+++ 15:40 Uhr: Felix von Kraftklub meldet sich zu Wort +++

"Wir sind Chemnitzer, das waren wir schon vor zwei Wochen. Werden auch immer noch Chemnitzer sein, wenn die Kameras weg sind. Wir werden die Welt nicht mit einem Konzert retten. Manchmal ist es wichtig, dass man sich nicht alleine fühlt. Wir sind dankbar dafür, dass es innerhalb so kurzer Zeit, innerhalb von 12-24 Stunden Zusagen für dieses Konzert gab. Das hat uns sehr viel bedeutet."

+++ 15:38 Uhr: Interpreten sind jetzt da – Rola Saleh von der Bürgerinitiative, macht den Anfang +++

"In Chemnitz ist es nicht nur, wie die Medien zeigen. Rassismus gibt es in Deutschland seit vielen Jahren. Es ist kein Problem der letzten Woche. Hetze ist Alltag in Deutschland. Terror geht nicht nur von einer Minderheit aus. Wenn etablierte Politiker Stimmung machen, zündeln sie mit. Wenn Schutzsuchende in Ankerzentren interniert werden. Wenn über Schutzsuchende gehetzt wird, wenn Seenotrettung kriminalisiert wird, sind sie mit schuld. Auch in den 90er Jahren gab es Übergriffe. Antwort damals: Asylrecht ausgehöhlt.

+++ 15:23 Uhr: Unterstützung auch von Unternehmen +++

Zahlreiche deutsche Unternehmen haben den Veranstaltern eine "kostenfreie infrastrukturelle Unterstützung" angeboten.

+++ 15:17 Uhr: PK in zwei Teilen +++

Aktuell stellen sich noch die Veranstalter den Fragen der Presse. Im zweiten Teil der Pressekonferenz werden dann auch die Bands und Interpreten dabei sein: Campino, Trettmann, Marteria und der Frontsänger der Band "Feine Sahne Fischfilet".

+++ 15:15 Uhr: Veranstalter erwarten friedlichen Verlauf +++

Die beiden Veranstalter gehen von einem friedlichen Konzert heute Abend aus. Das Konzert wurde von Spenden finanziert. Die Unterstützer sind zum Großteil die Künstler selbst, die Teile der Kosten übernehmen.

+++ 15:10 Uhr: Die Pressekonferenz beginnt +++

Mit zehnminütiger Verspätung beginnt die Pressekonferenz in der Stadthalle von Chemnitz.

Sören Ule, Geschäftsführer der Chemnitzer Wirtschaftsförderung und Christopher Möller, Geschäftsführer GF Landstreicher Booking stellen sich den Fragen der Journalisten.

+++ 15:05 Uhr: Noch mehr Infos auf Instagram +++

Die Pressekonferenz dürfte nun jeden Moment starten. Damit ihr durchgehend auf dem neusten Stand seid, abonniert uns doch einfach bei Instagram. Dort bespielt unser Redakteur vor Ort die Insta-Story

+++ 15:00 Uhr: Angekündigte Kundgebung der Thügida wurde untersagt +++

Die von Thügida angekündigte Kundgebung gegen "Antideutsche Kommerzhetze in Chemnitz" ist von der Stadt untersagt worden, weil sie auf dem  Konzertgelände stattfinden sollte. Auf Facebook hat die Gruppe rechtliche Schritte angekündigt. Davon ist der Stadt aber Stand jetzt nichts bekannt.

+++ 14:55 Uhr: Gleich startet die Pressekonferenz +++

Die Journalisten warten bereits gespannt auf den Beginn der Pressekonferenz in der Stadthalle von Chemnitz. Offiziell soll es in ca. 5 Minuten losgehen.

Bislang ist allerdings noch keiner der Künstler da. Ganz im Gegenteil zu den Journalisten: Die Plätze sind allesamt gefüllt. Das öffentliche Interesse ist anscheinend sehr groß.

+++ 14:45 Uhr: Die Polizei zeigt Präsenz +++

 Sicherheit soll dieses Mal an erster Stelle stehen: Nach Informationen unseres Redakteurs vor Ort ist das gesamte Stadtzentrum voll mit Polizisten.

+++ 14 Uhr: Gleich startet die Pressekonferenz zum Protestkonzert +++

Viel gesprochen wurde im Vorfeld nicht, auf einer Pressekonferenz wollen alle teilnehmenden Künstler über ihre Beweggründe sprechen.

+++ 13 Uhr: Überraschungsgäste kündigen sich an +++

Gut möglich, dass noch mehr prominente Bands den Weg auf die Bühne finden werden. Unter anderem deutet die Band Beatsteaks auf Facebook einen möglichen Auftritt an.

+++ 12:00 Uhr: Wer spielt wann? Diese Bands sind dabei! +++

Der Zeitplan für das Konzert:

17:00 Begrüßung & Schweigeminute 

17:20 – 17:45 Trettmann 

17:55 – 18:25 Feine Sahne Fischfilet 

18:35 – 19:05 K.I.Z 

19:15 – 19:45 Kraftklub 

19:55 – 20:25 Nura / Marteria & Casper 

20:40 – 21:15 Die Toten Hosen

+++ 11:00 Uhr: Zehntausende Musikfans werden erwartet +++

Gegen Rassismus, gegen Intoleranz und Hetze: Mit einem großen Gratis-Konzerte wollen am Montag in Chemnitz Musiker wie Kraftklub, K.I.Z., die Toten Hosen, Marteria und Casper ein Zeichen setzen. Bei Facebook haben über 30.000 Menschen ihr Kommen angekündigt. NEON-Redakteur René-Pascal Weiß ist vor Ort für uns unterwegs und berichtet.

Themen in diesem Artikel