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Museum in Wales: "Vermeide Schönlinge": Diese Heiratstipps gaben Feministinnen im Jahr 1918

Die Suffragetten sind die wohl bekannteste Frauenrechtsbewegung der Geschichte. Nun geht ein Pamphlet mit Heiratstipps der Frauenrechtlerinnen von 1918 viral – und die Tipps sind so lustig wie bezeichnend.

Suffragetten in London

Die Suffragetten setzten sich besonders für das Frauenwahlrecht ein

Getty Images

Die Suffragetten sind die wohl bekannteste Frauenrechtsbewegung der Geschichte. Im ersten Drittel des zwanzigsten Jahrhunderts setzten sich die britischen und amerikanischen Stimmrechtlerinnen vor allem für das Wahlrecht für Frauen ein, da diese bis zu diesem Zeitpunkt keinerlei Bestimmungsrecht in der Politik hatten. Sie demonstrierten, störten offizielle Veranstaltungen und gingen sogar in Hungerstreik – und sie veröffentlichten Pamphlete.

Eines dieser Schreiben ist in einem Museum in Pontypridd in Wales ausgestellt. Es heißt "Ratschläge zur Ehe für junge Frauen" und beginnt direkt eindringlich: "1. Heirate nicht." Okeeee…

Heiratstipp: "Es wäre weiser, es nicht zu riskieren"

Und auch bei den weiteren Tipps nimmt die Autorin, die das Schreiben mit "Eine Suffragette und Ehefrau" unterzeichnet, kein Blatt vor den Mund:
"2. Aber wenn es doch sein muss, vermeide Schönlinge, Charmeure und Schurken, Schneiderpuppen und Fußballfans.
3. Suche einen starken, zahmen Mann, einen Feueranzünder, Kohleholer, Fensterwäscher und Hofputzer.
4. Erwarte nicht zu viel, die meisten Männer sind faul, egoistisch, gedankenlos, Lügner, Trunkenbolde, unbeholfen, schwerfällig, grob, unmännliche Rohlinge und müssen gezähmt werden. 
5. So sind alle Junggesellen und viele noch schlimmer.
6. Wenn du willst, dass er glücklich ist – füttere den Rohling.
7. Das gleiche lässt sich über Hunde sagen.
8. Es wäre weiser, es nicht zu riskieren – das ist es nicht wert."

Wisst ihr Bescheid, Mädels!

Während die Liste inzwischen irgendwie lustig und absurd wirkt, spiegelt sie vor allem wieder, wie Beziehungen zur Zeit der Suffragetten aussahen. Frauen wünschten sich Männer, die sich am Haushalt beteiligen und sie unterstützen, anstatt sie zu unterdrücken. Muss man Männer deshalb mit Hunden vergleichen? Vermutlich nicht. Waren die Damen – zurecht – wütend? Absolut.

Eins ist jedenfalls klar: Dieses Pamphlet erklärt die Frauenrechtsbewegung der 20er-Jahre besser, als jedes Geschichtsbuch es jemals tun könnte.

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jgs
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