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Japan: Minister will Frauen weiter zu Stöckelschuhen im Büro zwingen

Sind hochhackige Schuhe am Arbeitsplatz ein Muss? Nein, findet eine Japanerin – und kämpft für die Abschaffung der High Heels-Pflicht. Der Arbeitsminister aber fordert, dass Frauen weiter durch die Büros stöckeln sollen.

Yumi Ishikawa

Yumi Ishikawa trägt manchmal lieber Turn- statt Stöckelschuhe

AFP

Welches Schuhwerk sollte frau im Büro tragen? Darüber wird in Japan gerade heftig diskutiert. Angestoßen hat die Debatte eine Schauspielerin: Yumi Ishikawa. Die 32-Jährige musste in ihrem Teilzeitjob bei einem Bestattungsunternehmen hochhackige Schuhe anziehen – gegen ihren Willen. Deshalb reichte sie eine Petition beim Gesundheits- und Arbeitsministerium ein: Unternehmen sollte es verboten werden, ihre weiblichen Angestellten zum Tragen von High Heels aufzufordern.

Nun mischt sich ein Mann in die Debatte ein

Nun äußerte sich der zuständige Minister zu dem Antrag. Takumi Nemoto verteidigte die Stöckelschuhe am Arbeitsplatz: In manchen Jobs seien sie "notwendig und angemessen", sagte der 68-Jährige vor einem Parlamentsausschuss. Auf welche Erfahrungswerte er als Mann in dieser Debatte zurückgreifen kann, sagte der Minister nicht. 

Die Petition läuft zusammen mit einer Social-Media-Kampagne unter dem Titel #KuToo. Der Hashtag ist eine Anspielung auf #MeToo und setzt sich aus den beiden japanischen Wörtern kutsu (Schuhe) und kutsuu (Schmerz) zusammen. Ishikawa schreibt in dem Antrag, dass nach der Arbeit alle in Turnschuhe oder flache Schuhe wechseln würden. High Heels würden außerdem zu Blasen an den Füßen und sogar zu Rückenproblemen führen. "Es ist schwer sich zu bewegen, du kannst nicht rennen und deine Füße tun weh. Alles wegen der Manieren."

Kleider-Diskussion ist in Japan nicht neu

Eine Diskussion über angemessene Kleidung im Büro gab es in Japan bereits in der Vergangenheit: 2005 wurde über die Krawattenpflicht gestritten. Nach einer großangelegten Kampagne wurde der Zwang schließlich abgeschafft.

mik / AFP