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Fotoprojekt von Toyah Diebel: Peinliche Kinderfotos auf Instagram? Diese Aktion zeigt, dass das problematisch sein kann

Ein Foto, wie du mit offenem Mund schläfst oder auf dem Klo sitzt, würdest du niemals posten? "Dein Kind auch nicht", plädiert die gleichnamige Aktion von Instagrammerin Toyah Diebel. Zusammen mit Wilson Gonzalez Ochsenknecht stellt sie problematische Kinderfotos nach.

Wilson Gonzalez Ochsenknecht auf dem Töpfchen

"Ach, guck mal wie süß!" Tauscht man das Baby durch einen Erwachsenen (in diesem Fall Wilson Gonzalez Ochsenknecht), wird das Foto plötzlich ganz schön peinlich

Na, schon mal betrunken fotografiert worden und das Bild ist anschließend auf Instagram, Facebook oder Snapchat gelandet? Ganz schön peinlich, oder? Wahrscheinlich hast du den Fotografen sofort gebeten, den Post wieder offline zu nehmen. Kinder können das nicht. Trotzdem kursieren von vielen Babys und Kleinkindern Fotos im Netz, wie sie jedem erwachsenen Menschen wahrscheinlich peinlich wären. Genau darauf will die Aktion von Toyah Diebel aufmerksam machen. Auf Instagram weist die 29-Jährige ihre über 47.000 Follower regelmäßig darauf hin, wie leichtsinnig viele Eltern mit Fotos ihrer Kinder im Netz umgehen – oft mit Gesicht und in eigentlich sehr intimen Situationen.

Toyah Diebel und Wilson Gonzalez Ochsenknecht in Kinderposen

Nun hat sie gleich eine ganze Kampagne zum Thema gestartet. Auf sechs Motiven stellt sie zusammen mit Schauspieler Wilson Gonzalez Ochsenknecht Fotos nach, die Eltern schon zigfach in sozialen Netzwerken wie Instagram oder Facebook von ihren Kindern mit der ganzen Welt geteilt haben: weinend, vollgeschmiert, im Kontext mit Werbung. Als Kinderfotos scheinen sie vielleicht noch ganz süß, aber stellt man sie wie Toyah und Wilson als erwachsener Mensch nach, wirkt es ziemlich verstörend, wenn da zum Beispiel ein nackter Mann auf einem Töpfchen sitzt. 

Die Message hinter den Fotos: "So ein Bild von dir würdest du nie posten? Dein Kind auch nicht." Die gleichnamige Aktion soll besonders Eltern sensibilisieren für den Umgang mit Bildmaterial ihrer Kinder im Internet. "Ich werfe nicht allen Eltern bewusstes, fahrlässiges Verhalten vor, aber genau das ist das Problem. Oft fehlt es an Medienkompetenz und Weitsicht, was achtlos gepostete Bilder der eigenen Kinder anrichten oder wozu sie missbraucht werden können", schreibt Toyah auf der Website zur Kampagne.

Kinderfotos auf Instagram können gefährlich werden

Schon lange kritisiert sie auf ihrem Instagram-Account, die sogenannten "Dinkelmütter" und Eltern, die "ihre Kinder für ein paar Likes oder Euro inszenieren und vermarkten und das Ganze dann als großen Spaß fürs Kind verkaufen wollen". In ihrem Podcast "Toyahaberbillig" spricht sie auch mit dem Cyberkriminologen Thomas-Gabriel Rüdiger darüber, wofür viele Kinderbilder online von Pädophilen missbraucht werden. Das ist ihr auch bei ihrer Kampagne ein großes Anliegen: "Je mehr man sich mit dem Thema beschäftigt, desto tiefer taucht man in die Abgründe des Internets ab", schreibt sie auf der Website. "Von vermeintlich süßen, vollgekotzten Kindern bis hin zu geschminkten Babys in Strapsen mit eindeutig anzüglichen Kommentaren darunter gibt es scheinbar nichts, was nicht legal und für jedermann öffentlich verfügbar wäre."

Dass man gerne und voller Stolz sein eigenes Kind der Welt zeigen möchte, können wahrscheinlich viele Menschen verstehen, auch wenn sie nicht Eltern sind. Aber "Dein Kind auch nicht" macht auf einen wichtigen Punkt aufmerksam: Kinder haben ein Recht auf Privatsphäre. Auch im Internet. Sind Fotos von ihnen einmal im Netz, ist es fast unmöglich, sie wieder von dort weg zu bekommen. Niemand kann wissen, was mit den Fotos angestellt werden kann, egal ob von zwielichtigen Gestalten – oder auch nur von späteren Klassenkameraden.

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