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Mutproben: 12-Jährige setzt sich selbst in Brand - waghalsige Challenges im Netz werden immer gefährlicher

Auf die "Kiki-Challenge" folgt die "Fire-Challenge". Wie gefährlich beide tatsächlich sind, scheint vielen, die daran teilnehmen, gar nicht klar zu sein.

Screenshot Youtube

Bei der lebensgefährlichen "Fire-Challenge" übergießen sich die Teilnehmer mit Alkohol und zünden sich anschließend an

Die 12-jährige Timiyah Landers liegt auf der Intensivstation. Sie hat Verbrennungen zweiten und dritten Grades erlitten. Davon betroffen sind 49 Prozent ihres Körpers. Der Grund für ihre Verbrennungen soll die sogenannte "Fire-Challenge" gewesen sein. Das zumindest berichtet ihre Mutter, Brandi Owens, der "Washington Post".

Brandi machte gerade ein Nickerchen auf ihrem Bett, als sie plötzlich einen lauten Knall hörte. Sekunden später kam ihre 12-Jährige Tochter den Flur entlang gelaufen – von den Haaren bis zu den Knien in Flammen stehend. "Sie sah aus wie ein Feuerball," erzählte Brandi der Zeitung. Ihre Tochter hatte laut um Hilfe geschrien. Brandi und ihr Verlobter, Marquell Sholar, versuchten umgehend die Flammen zu löschen. Dazu zerrten sie das Mädchen direkt ins Badezimmer, wo Brandi versuchte ihrer Tochter mit den bloßen Händen die Klamotten vom Leib zu reißen. "Ich griff durchs Feuer. Es war ein Reflex. Ich habe nicht mal die Flammen gespürt, ich habe nur versucht meiner Tochter das Leben zu retten", sagte sie. Gemeinsam brachten sie die 12-Jährige ins Krankenhaus. Dort wurde sie direkt mehrmals operiert und auf die Intensivstation gebracht. 

Für Timiyahs Mutter steht fest, dass ihre Tochter nur durch die Teilnahme an der "Fire Challenge" in Flammen stand. Dabei übergießen sich die Teilnehmer mit hochprozentigem Alkohol und zünden sich anschließend selbst an. Das Ganze wird gefilmt und anschließend bei YouTube hochgeladen. Dort dient es dann Nachahmern als Vorbild. Brandi hat mittlerweile eine GoFoundMe-Seite für ihre schwerverletzte Tochter erstellt, da diese nun mehrere Monate im Krankenhaus verbringen muss und weitere Operationen benötigt.

Nur eins von vielen Beispielen

Neben der lebensgefährlichen "Fire-Challenge" gibt es aber noch weitaus mehr Mutproben, die Jugendliche nah an den Tod bringen können: Die "Kiki-Challenge", bei der überwiegend junge Menschen aus rollenden Autos steigen, um die Dancemoves von Drake zu imitieren ist ähnlich fahrlässig. Auch aus einem vermeintlich harmlosen Lebensmittel wurde schon eine Challenge gemacht: Die sogenannte "Cinnamon Challenge". Dabei stopft man sich einen Löffel voller Zimt in den Mund. Das kann zu starkem Würgen, Erbrechen und schlimmstenfalls sogar einem Lungenkollaps führen.

Mutproben dienen dazu, die Freunde zu beeindrucken. Die Tatsache, dass man dabei sein Leben leichtfertig aufs Spiel setzt scheint vielen Teilnehmern nicht bewusst zu sein. Der Fall der schwerverletzten Timiyah ist nur eins von zahlreichen Beispielen dafür, wie schnell aus vermeintlichem Spaß bitterer Ernst werden kann. Dennoch gibt es bedauerlicherweise immer noch genug Unbelehrbare, die weiterhin an waghalsigen Mutproben teilnehmen. Ein Ende der Challenge-Flut ist nicht absehbar.

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lui
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