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USA Youtuber übernimmt Kleinstadt in Michigan – nennt sie Gay Hell

Hell, Michigan
Hell, im US-Bundesstaat Michigan, zählt knapp über 70 Einwohner
© Google Maps
Kurz vor Beginn des Pride Month hatte die Regierung von US-Präsident Trump ein Verbot für Regenbogen-Flaggen an US-Botschaften verhängt. Ein Youtuber reagierte nun darauf, indem er einen kleinen Ort – temporär – kaufte und auch noch direkt umbenannte. Und er hat noch mehr vor.

Knapp 150 Kilometer außerhalb von Detroit liegt ein verträumter kleiner Ort, der nur etwas über 70 Einwohner zählt und trotzdem bis weit über die Grenzen von Michigan bekannt ist: Hell. Wie der Ort zu seinem Namen kam ist nicht zu 100 Prozent geklärt. Während eine Theorie besagt, dass in den 1830ern deutsche Reisende aus ihrer Kutsche stiegen und laut "SO SCHÖN HELL!" riefen, meinen andere, dass die Feuchtgebiete und undurchsichtigen Wälder um den Ort ihn so "höllenähnlich" gemacht hätten, dass sich der Name einfach eingebürgert habe. Seit 1841 ist Hell, Michigan jedenfalls eine offiziell eingetragene Ortschaft.

Das könnte sich allerdings bald ändern, denn Youtuber und Musiker Elijah Daniel verkündete nun auf Twitter, den Ort gekauft und umbenannt zu haben! Es ist nicht seine erste Aktion in Hell. Bereits vor zwei Jahren hatte er sich für einen Tag zum Bürgermeister von Hell ernennen lassen, ein Service, den die Ortschaft aus Spaß für Touristen anbietet, und während seiner Amtszeit ein Gesetz eingeführt, das alle Heterosexuellen aus dem Ort verbannt. Auf Twitter schrieb er damals: "Ich liebe Heterosexuelle, aber meiner Nummer 1 Priorität ist die Sicherheit meiner Stadt. Bis die Gefahr, die von Heterosexuellen ausgeht, eingeschätzt werden kann, kann ich ihnen nicht erlauben, einzureisen" und bezog sich damit satirisch auf Trumps Einreiseverbot für Menschen aus einigen muslimischen Ländern.

Gay Hell: "Die einzige Flagge, die hier aufgehängt werden darf, ist die Pride Flagge"

Daniel, der mit Musikproduzent Sam F verlobt ist, will vor allem eins: dem Präsidenten ordentlich auf den Schlips treten. Auf Twitter postete er ein Foto von sich vor dem neu dekorierten Ortsschild, schrieb dazu: "Kurz vor dem Pride Month hat Trumps Regierung ein Verbot für Pride-Flaggen an US-Botschaften verhängt. Seit heute bin ich Besitzer von Hell, Michigan. Ich habe den ganzen Ort gekauft. Als erste Amtshandlung, habe ich meine Ortschaft in Gay Hell, Michigan umbenannt. Die einzige Flagge, die hier aufgehängt werden darf, ist die Pride-Flagge."

Gegenüber der "Washington Post" sagte der Blogger, das Verbot für Nicht-Pride-Flaggen sei zwar ein Witz, aber er habe den Ort tatsächlich – zumindest temporär – gekauft und für den restlichen Pride Month in Gay Hell umbenannt: "Ich habe eine sehr junge Fanbase und versuche einfach, sie politisch aktiver zu machen", sagte der 25-Jährige. Laut Medienberichten steht die Ortschaft schon seit einigen Jahren zum Verkauf, da John Colone, dem zur Zeit etwa 20.000 Quadratmeter Geschäftsgrundstück und die Rechte für Werbung und Slogans in Hell gehören, sich gerne zurückziehen und mehr Zeit mit seiner Familie verbringen will.

Und er könnte Glück haben, denn laut "Washington Post" zieht Blogger Daniel sehr ernsthaft in Erwägung, die Ortschaft dauerhaft in seinen Besitz übergehen zu lassen. 2013 hatte er übrigens eine Petition gestartet, die die Regierung davon überzeugen sollte, Miley Cyrus Song "Party in the USA" zur offiziellen Nationalhymne der USA zu ernennen.

Quellen: "Washington Post" / "Detroit Free Press"

jgs

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