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Vermeintliches Wundermittel: Diese Frau glaubt, dass ihr eigener Urin gegen allergische Reaktionen hilft

Die schottische Gesundheitsexpertin Faith Canter ist überzeugt, ihre Allergie gegen Moskitostiche besiegt zu haben, indem sie ihren eigenen Urin trank. Es sei "gar nicht so eklig" gewesen.

Gesundheits-Coach Faith Canter mit dem Manuskript zu ihrem neuen Buch

Gesundheits-Coach Faith Canter mit dem Manuskript zu ihrem neuen Buch

Unsere Pipi ist eigentlich das, was unser Körper loswerden will. Nachdem einmal alles Nützliche rausgefiltert wurde, plätschert ein gelber Rest voller hochkonzentrierter Salze, ein bisschen Zucker, ein bisschen Eiweiß und zahlreicher Keime (nein, Urin ist nicht steril!) in unsere Toilettenschüsseln. Kein Verlust, sollte man meinen. Und trotzdem sprechen erstaunlich viele Menschen dieser Flüssigkeit besondere Heilkräfte zu.

Zu dieser Gruppe Menschen gehört seit einer Weile auch Faith Canter. Die 39-Jährige aus dem schottischen Aberdeen arbeitet als selbsternannter Gesundheits-Coach, nachdem sie sich von Depressionen, Zwangsstörungen und Problemen mit der Akzeptanz ihres Körpers befreit hatte. Sie propagiert Selbstliebe, gesunde Ernährung und ein Leben mit möglichst wenig "Chemie" und möglichst vielen natürlichen Hilfsmitteln. So weit, so gut.

Faith hat generell etwas gegen "Chemie"

Die blonde Gesundheitsexpertin leidet seit jeher an einer Allergie gegen Moskitostiche. Was die meisten von uns lediglich juckt und nervt, schwillt bei ihr enorm an, spannt und schmerzt mindestens eine Woche. Faith hatte von üblichen Allergiemitteln und Antihistaminika bis hin zu Steroid-Cremes schon alles probiert – ohne dass es ihr wirklich geholfen hätte. Entsprechend verzweifelt war sie, als sie im Portugal-Urlaub morgens mit einem Moskito-Stich über dem rechten Auge erwachte: Eine riesige Beule war da, wo eigentlich ihr Augenlid sein sollte. Das sah nicht nur eigentümlich aus, sondern schmerzte auch ordentlich.

Faith fragte ihren Bekanntenkreis nach nützlichen Tipps gegen die allergische Reaktion. Und eine Freundin gab ihr den Rat, es doch mal mit Urin zu versuchen. Pipi auf die Haut schmieren? Nein, noch viel krasser: Pipi trinken. Die Schottin überwand sich und genehmigte sich ein halbes Glas ihres eigenen Urins. Anschließend behauptet sie: Nach nur vier Stunden war der Moskitostich abgeheilt. Normalerweise hätte sie sich länger als eine Woche mit der Schwellung herumplagen müssen.

Es "war schlussendlich gar nicht so eklig", schreibt Faith auf Instagram. Und die Wirkung hätte sie komplett überzeugt. Sie stellte die Theorie auf, dass ihr Körper aus den Resten des Histamins in ihrem Urin herauslesen könne, dass er bereits ausreichend auf den Moskitostich reagiert habe und nicht noch mehr Histamine, die die allergische Reaktion hervorrufen, ausschütten müsse. Wissenschaftlich bewiesen ist das nicht. Auch die Tatsache, dass es Faith geholfen hat, sollte niemanden veranlassen, jetzt literweise Urin zu konsumieren. Vielleicht wäre dieser Stich auch von selbst schnell abgeheilt, wer weiß das schon.

Urin ist gar nicht mal so gesund ...

Davon abgesehen ist es nicht unbedingt empfehlenswert, Urin zu trinken: Die salzhaltige Flüssigkeit dehydriert den Körper und belastet die Nieren. Deshalb ist dies auch keine probate Lösung, wenn man durstig in der Sahara gestrandet ist. Im Zweifelsfall sollte man wissenschaftlich rauf und runter getesteten Allergiemitteln lieber erst mal eine Chance geben, bevor man zu derartigen Methoden greift. 

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wt
Themen in diesem Artikel
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?