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Diskussion auf Twitter: Mann trägt nichts zur Spirale seiner Freundin bei – weil er nicht für Sex bezahlen will

Die Diskussion ist so alt wie die Verhütungsmittel selbst: Wer ist dafür verantwortlich, Kondome, die Pille, die Spirale oder Sonstiges zu finanzieren? Auf Twitter teilte eine Userin nun die ziemlich absurde Argumentation eines Bekannten – was zu ordentlich Diskussion führte.

Mann und Frau nach Streit im Bett

Verhütung ist immer wieder ein Streitpunkt unter Paaren

Getty Images

Einige gehen die Sache überraschend entspannt an, andere sind komplett dagegen, wieder andere sind sehr gewissenhaft: Verhütung ist ein Thema, bei dem es wahnsinnig viele Ansätze gibt. Und dann wäre da noch eine Diskussion, die wir wohl alle schon mal geführt haben: Wer sollte sich darum kümmern?

Viele Männer scheinen zu glauben, dass Verhütung Frauensache ist – schließlich wären sie ja diejenigen, die schwanger werden können. Klingt absurd? Ist es auch. Und doch teilte Twitter-Userin TanjaSagt gerade erst Folgendes auf Twitter:

"Freundin hat sich Spirale einsetzen lassen, Freund wollte nichts beitragen, weil:

-Ist in ihr & nicht in ihm
-Falls sie sich trennen, profitiert irgendwann ein anderer davon
-Sie ist ja keine Prostituierte, dass er für den Sex bezahlen muss

Für mich wäre das Problem damit auch gelöst"

Wir wollen hier jetzt niemandem irgendetwas unterstellen, aber es ist doch davon auszugehen, dass seine Freundin kein größeres Problem damit hätte, wenn der Gute gerne tauschen und sich stattdessen selbst der wahnsinnig schmerzhaften Prozedur des Spiraleeinsetzens unterziehen würde. Da prügelt sich vermutlich niemand drum.

Und auch, wenn das jeder selber wissen muss, wirkt der Gedanke, dass im Falle einer Trennung jemand anders vom Verhütungsmittel profitieren würde, wie ein eher schwaches Argument. Schließlich würde sich ja vermutlich auch niemand weigern, eine ganze Packung Nudeln zu kaufen, da die im Falle eines Beziehungsendes in den nächsten zwei Wochen von jemand anderem aufgegessen würde. Und irgendwie fragt man sich auch, ob die eigentliche Diskussion, die die beiden miteinander führen sollten, nicht die ist, ob diese Beziehung so generell dem Untergang geweiht ist.

Zu Sex und Verhütung gehören immer zwei 

Schlussendlich muss jede Frau selber wissen, ob sie ihren Partner um finanzielle Unterstützung in Sachen permanente Verhütung bitten will. Und tatsächlich ist es nach wie vor so, dass die Bürde der Verhütung in fast allen Fällen der Frau obliegt, da Pille, Spirale, Kette, Implantat und wie sie nicht alle heißen, alle für den weiblichen Körper bestimmt sind. Aber wenn sie es tut, sind wir uns doch vermutlich alle einig, dass ihrem Freund ein besseres Argument als "Ich will doch nicht für Sex bezahlen müssen" einfallen sollte – oder?

Und auch Tanjas Twitter-Follower schienen irritiert von der Argumentation des jungen Mannes. Während EosinY fragt: "Sollte sie schwanger werden, ist das dann auch allein ihr Problem? Weil, ist ja in ihr, nicht in ihm?" ist cooldawn sogar der Meinung, dass der Mann die komplette Finanzierung der Spirale auf sich nehmen sollte, "da sie ja schon die gesundheitlichen Folgen übernimmt". Und DracoSodalis scheint es recht treffend auf den Punkt zu bringen: "Das sind mir die richtigen... 'Verhütung ist Frauensache'. Aber Hauptsache reinstecken wollen, nur keine Verantwortung übernehmen wollen... Sex und Verhütung gehören immer zwei! Und es ist das Selbstverständlichste, dass Mann sich ebenfalls beteiligt".

Als rein männliche Cheerleading-Mannschaft unterstützen die "Fearleaders Vienna" Rollerderby-Teams in Wien.
jgs
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