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Chris Browns Prügelattacke: "Einfach schrecklich": Diese Anzeige bei Snapchat sorgt im Netz für Empörung

"Würdet ihr lieber Rihanna ohrfeigen oder Chris Brown mit der Faust schlagen?" Mit einer flapsigen Anspielung auf die Prügelattacke des Sängers schaltete ein Spiel auf Snapchat Werbung. Wenig verwunderlich, dass das im Netz für einen Shitstorm sorgte.

Ein Screenshot einer Snapchat-Werbung

Diese Werbeanzeige bei Snapchat entfachte einen Shitstorm 

"Einfach schrecklich. Schrecklich, dass irgendjemand denkt, das sei lustig", schreibt Chelsea Clinton bei Twitter. Die Tochter des ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton und der Ex-Außenministerin Hillary Clinton ist sauer. "Schrecklich, dass irgendjemand das für angebracht hält. Schrecklich, dass eine Firma das dann auch noch billigt."

Der Grund, warum sich die 38-Jährige so aufregt, ist eine Werbeanzeige auf Snapchat. Das Handyspiel "Würdest du lieber!" machte darin eine flapsige Anspielung auf die Prügelattacke von Sänger Chris Brown auf seine damalige Freundin Rihanna. In der Anzeige musste man sich entscheiden, ob man eher "Rihanna ohrfeigen" oder "Chris Brown mit der Faust schlagen" würde.

Snapchat gesteht Fehler und löscht die Werbung

Der Grammy-Gewinner hatte die Sängerin 2009 verprügelt und wurde anschließend wegen schwerer Körperverletzung und Bedrohung zu fünf Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Ein Vorfall, über den man eigentlich keine Witze macht. Das sah ein Snapchat-Nutzer offenbar ähnlich und veröffentlichte einen Screenshot der Werbeanzeige wenig später auf Twitter. "Seh' ich das nur so oder ist diese Werbung auf Snapchat extrem niveaulos? Was hat man sich dabei bloß gedacht?", schrieb er dazu.

Es brach ein regelrechter Shitstorm aus. Auch viele andere Internetnutzer konnten nicht verstehen, warum Snapchat diese Werbung überhaupt genehmigt hatte. Zumal in den Regularien des Unternehmens ganz klar steht, dass alle Anzeigen einer Prüfung unterliegen. "Wir behalten uns das Recht vor, Anzeigen aus irgendeinem Grund nach eigenem Ermessen abzulehnen oder zu entfernen", heißt es in den Werberichtlinien.

Dementsprechend muss dem Foto-Messenger beim Überprüfen der Werbung ein Fehler unterlaufen sein. Das gab Snapchat auf Anfrage des Online-Portals "Mashable" dann auch zu: "Die Anzeige wurde irrtümlich überprüft und genehmigt", so ein Sprecher des Unternehmens. "Wir haben die Anzeige am vergangenen Wochenende sofort entfernt, nachdem wir davon erfahren haben."

Immer mehr Probleme – auch wegen Kylie Jenner

Dieses Problem ist gelöst. Dennoch scheint der Messenger derzeit noch ganz andere Sorgen zu haben. Seit der Einführung der Storys bei Instagram scheint das Wachstum der App zu stagnieren. Zwar stiegen die Nutzerzahlen auf weltweit 187 Millionen an – so viele wie noch nie. Im vergangenen Jahr kamen nach Angaben von Snapchat aber nur noch 21 Millionen neue dazu. Zum Vergleich: 2016 waren es noch 36 Millionen. Zudem kam das neue Update alles andere als gut bei den Nutzern an.

Unter anderem kündigte Reality-TV-Sternchen Kylie Jenner vergangenen Monat an, den Messengerdienst nach dem Update nicht mehr zu nutzen. Dadurch sank sogar der Kurs der Snapchat-Aktie an der New Yorker Börse zeitweise um fast acht Prozent, was in etwa 1,7 Milliarden Dollar entspricht. Allerdings ruderte die 20-Jährige wenig später in einem weiteren Tweet zurück und schrieb: "Liebe dich aber immer noch Snap ... meine erste Liebe."

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rpw