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Experiment: Youtuber verteilt 200 Geldbörsen in 20 Städten: Wie ehrlich sind die Finder?

Nachdem ihm selbst sein Portemonnaie abhanden gekommen ist, fragte sich der Youtuber Mark Rober, wie ehrlich Finder sind und startete ein ungewöhnliches Experiment.

Du findest ein Portemonnaie auf der Straße. Bist du so ehrlich und bringst es ins Fundbüro und versuchst, den Besitzer zu finden? 

Der amerikanische Youtuber Mark Rober hat selbst vor einigen Wochen seine Geldbörse verloren - und sie nie wieder gesehen. "Das machte mich traurig, denn es ist eine Qual, alles zu ersetzen", erzählt er in einem -Video. Wem schon einmal eines gestohlen wurde oder verloren gegangen ist, weiß, wie teuer und zeitaufwendig es ist, Personalausweis, Führerschein und Bankkarten sperren zu lassen und neu zu beantragen. "Ich fragte mich: Was für eine Person gibt ein Portemonnaie nicht zurück?", erzählt er. Der gelernte Ingenieur und Freund von wissenschaftlichen Methoden beschließt, ein umfangreiches Sozial-Experiment zu starten. 

Experiment: 200 Portemonnaies in 20 Städten

Mit Hilfe von ein paar freiwilligen Helfern deponierte er 200 identische Brieftaschen in 20 Städten quer durch Nordamerika, darunter Metropolen wie Las Vegas und New York City, aber auch kleine Dörfer in Idaho oder South Dakota. Die waren ausgestattet mit einem falschen Personalausweis, sechs US- und 200 philippinischen Dollar, einem Ultraschall-Bild von einem Baby und einem Foto von einem süßen Welpen. Es sollte authentisch aussehen, aber nicht zu wertvoll und Mitgefühl wecken. Um es den Findern besonders einfach zu machen, den Fund zu melden, steckte außerdem ein Kärtchen mit einer Telefonnummer in der Geldbörse. 

Schon nach kurzer Zeit riefen die ersten ehrlichen Finder an. Um mehr über sie zu erfahren, stellte Mark ihnen Fragen, zum Beispiel, ob sie religiös sind und ob sich das Geld noch im Portemonnaie befand, als sie es gefunden haben. Das Ergebnis nach drei Tagen: Zwei Drittel der "verlorenen" Geldbörsen wurden zurückgegeben, bei 96 Prozent davon wurde das Geld nicht herausgenommen. 

Durch seine Befragungen und die verschiedenen Orte, an denen die Portemonnaies abgelegt wurden, konnte er interessante Schlüsse ziehen, unter anderem:

  • dass fast gleich viele Männer wie Frauen die Geldbörse zurückgegeben haben,
  • dass Dorfbewohner gefundene Sachen eher zurückgeben als Stadtmenschen,
  • dass in armen Stadtteilen die Menschen genau so ehrlich sind wie in reichen,
  • dass es keinen Unterschied macht, ob der Finder religiös ist.

Youtuber ist vom Ergebnis überrascht

Von den 20 getesteten Städten schneiden und Detroit besonders schlecht ab, dort wurden von 10 Geldbörsen nur vier beziehungsweise drei abgegeben. 100% Ehrlichkeit gibt es hingegen in Chicago und Salt Lake City. Im oberen Drittel landen außerdem Portland und Las Vegas, so wie drei der Kleinstädte.

Das Fazit von Mark Rober: Seine Telefonnummer ins Portemonnaie zu stecken, ist eine sehr gute Idee. Und: "Die Menschen sind viel ehrlicher, als ich dachte. Nachdem ich mein eigenes Portemonnaie verloren hatte, dachte ich, die Rückgabe-Rate läge vielleicht bei 20 Prozent." Außerdem gibt er einen Tipp, den viele Leute vielleicht nicht kennen: Wer eine Geldbörse findet, kann sie bequem in den nächsten Postkasten werfen. Die Post verschickt sie dann kostenlos an den Besitzer, falls Personalausweis oder Führerschein beiliegen. Das funktioniert auch in Deutschland. 

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